(Foto: Sport-meets-Photographie.de)

Dinslaken. Wieder einmal war der Besuch der Schlangengrube nichts für schwache Nerven. Es war sicherlich keine Gala-Vorstellung, die die Dinslakener Kobras gestern Abend beim 5:4 – Sieg n.V. gegen die Soester EG ablieferten, doch das war allen Beteiligten am Ende völlig egal. Denn die Kobras konnten durch dieses Ergebnis zunächst einmal ihren ärgsten Verfolger im direkten Vergleich auf Distanz halten. Denn es wird eng im Kampf um die Playoff – Plätze, – ganz eng. Derzeit kommen alle Mannschaften der unteren Tabellenhälfte so richtig in Schwung. Zwar haben die Kobras tabellarisch die besten Voraussetzungen, eine kurze Schwächeperiode könnte aber fatale Folgen für die Niederrheiner haben. Daher darf man sich über die zwei Punkte aus dem gestrigen Spiel ruhig etwas intensiver freuen. Denn es hätte genauso gut auch andersherum laufen können.

Den Kobras merkte man insbesondere in den ersten beiden Abschnitten an, dass einigen Akteuren – sei es durch private Abwesenheit beim Training und den letzten Spielen, sei es durch den im Moment aufgrund des Spielplanes nicht vorhandenen Rhythmus – es gehörig an Spielpraxis mangelt. Denn flüssig lief das Spiel der Kobras nicht.
Zwar verzichteten beide Mannschaften komplett auf die Abtastphase, doch schon von der ersten Minute an zeigten die Bördeindianer, dass sie nicht als Punktelieferant gekommen waren. Sie waren es, die sich die ersten Hochkaräter erarbeiteten und Marvin Haedelt im Kasten der Kobras mehr beschäftigten, als ihm lieb sein konnte.

Folgerichtig musste die Anzeige auch das erste Mal auf Seite der Gäste umgestellt werden, als Martin Juricek in der 11. Minute den Puck über die Torlinie bugsieren konnte. Es war nicht so, dass die Hausherren chancenlos gewesen wären, doch die meisten Möglichkeiten der Gäste wirkten zwingender. So ging es mit einem 0:1-Rückstand für die Sikorski-Truppe erstmalig in die Kabine.

Auch der zweite Abschnitt blieb seitens der Niederrheiner Stückwerk. Viele Fehlpässe – vor allem sogenannte No-Look Pässe – fanden keinen Abnehmer der eigenen Farben. Dafür wurde es nun torreicher. Den Anfang machte Stefan Dreyer, der nur 27 Sekunden nach Wiederanpfiff den Ausgleich erzielte. Und als knapp sieben Minuten später Mark Essery zur erstmaligen Führung einnetzte, schien die Kobra-Welt wieder in Ordnung. Doch die Gäste zeigten sich keineswegs geschockt und erzielten bei 32:55 den verdienten Ausgleich. Ob davon die Kobras ihrerseits geschockt waren, ist nicht überliefert, könnte aber eine Erklärung dafür sein, dass die schwarze Hartgummischeibe nur 13 Sekunden später erneut hinter Marvin Haedelt einschlug. Wieder rannten die Kobras einem Rückstand hinterher. Dies sollte auch bis zum zweiten Pausentee so bleiben.

Die Wende zugunsten der Dinslakener wurde zu Anfang des letzten Drittels eingeleitet. Denn als Fabian Pyszynski an der blauen Linie Kevin Wilson mit einem Kniecheck regelwidrig zu Fall brachte und der Dinslakener behandelt werden musste, schickte ihn Hauptschiedsrichter Leven vorzeitig unter die Dusche. Zwar erzielten die Giftschlangen während der 5-minütigen Überzahlphase nur einen Treffer durch Michal Plichta, doch alles, was danach kam, sah vor allem spielerisch deutlich besser aus. Dem Tschechen in Diensten der Dinslakener war es dann auch vorbehalten, sein Team erneut in Führung zu bringen. Während eines Alleinganges zog er von der blauen Linie einfach mal ab und zehntel Sekunden später beulte sich das Netz hinter Marc Fleischer, der auf Seite der Bördeindianer zwischen den Pfosten stand, wie ein Segel bei Orkanstärke. Dieser Treffer war nahezu eine Blaupause zu Mark Essery’s Tor zum 2:1. Doch die Westfalen gaben sich noch nicht geschlagen und erzielten gut 7 Minuten vor Ende des dritten Drittels durch Ernst Reschetnikow das 4:4. Beide Teams bemühten sich in der verbleibenden Spielzeit um den Dreier, doch für beide Teams war spätestens beim gegnerischen Goalie Endstation.

Somit ging das Spiel in die 5-minütige Verlängerung. Wieder nichts für angeschlagene Nervenkostüme. Sowohl auf den Rängen als auch bei den Spielern. Doch die Kobras bekamen ihre große Chance und nutzten sie. Denn als der Soester James Ross Stefan Dreyer regelwidrig attackierte, schickte musste er für 2 Minuten in die Kühlbox. Und diesmal nutzten die Gastgeber ihre Chance, einen Treffer in Überzahl zu erzielen, zum richtigen Zeitpunkt. Während sich in den ersten 60 Minuten das Powerplay einmal mehr ausbaufähig zeigte, blieben die Giftschlangen, als es nun drauf ankam, eiskalt. Es gab einen Riesenjubel in der Schlangengrube, als Mark Essery 187 Sekunden nach Wiederanpfiff den entscheidenden Treffer setzen konnte.

Noch befinden sich die Dinslakener auf Platz 6, doch schon am Sonntag kann die Konkurrenz weiter aufschließen, denn dann haben sie Giftschlangen schon wieder spielfrei. Dafür gibt’s am nächsten Wochenende zwei richtige Kracher. Dann gibt‘s das HH – Westfalenwochenende, denn mit Herford und Hamm geben zwei Teams der oberen Tabellenhälfte ihre Visitenkarte in der Schlangengrube ab.

 

Dinslakener Kobras – Soester EG   5:4 (0:1; 2:2; 1:0; 1:0) n.V.

Torschützen Dinslaken:     Essery (2), Plichta (2), Dreyer
Torschützen Soest:           Juricek, Klinge, Berger, Reschetnikow

Strafminuten Dinslaken:                6
Strafminuten Soest:            17 + 20 (SD Pyszynski)

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