Das komplette Flachdach einer Halle an der Manderscheidstraße ist abgeräumt (Foto: Mike Filzen)

Essen/Oberhausen/Mülheim. Sturmtief Friederike hält die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer in Essen und Oberhausen ordentlich auf Trab. Mit Stand 13.00 Uhr zählt der Leitrechner 353 witterungsbedingte Einsätze in Essen, davon sind noch mehr als die Hälfte nicht erledigt. Positiv ist, dass es bisher noch keine Verletzten gibt.

435 Einsatzkräfte sind an der Schadenbeseitigung beteiligt. Den Löwenanteil bringt die Freiwillige Feuerwehr mit 240 Kräften mit. 80 Kräfte der Berufsfeuerwehr werden von 25 Helfern des Technischen Hilfswerks und der Hilfsorganisationen unterstützt. Weitere 90 Helfer kommen von Grün und Gruga. Pfingsten 2014 (nach dem Pfingststurm Ela) hat sich die Zusammenarbeit mit den städtischen Mitarbeitern als sehr effektiv erwiesen und wird erfolgreich fortgesetzt.

Drei besondere Lagen sind hier exemplarisch erwähnt. An der Manderscheidstraße in Frillendorf ist das Flachdach einer Halle des dort ansässigen KFZ-Betriebes abgedeckt. In Dellwig ist ein Baum auf eine Oberleitung der Bahn AG gekippt. Bis die Spannung durch Mitarbeiter der Bahn AG abgeschaltet werden konnte, bestand wegen der 15.000 Volt-Versorgung in einem Radius von 50 Metern akute Lebensgefahr. In Steele ist das Dach des Kirchturmes der Laurentiuskirche beschädigt. In einer Höhe, die mit Drehleitern der Feuerwehr nicht zu erreichen ist. Im gesamten Stadtgebiet sind Bäume umgestürzt, Dächer beschädigt, Bauzäune und Schilder umgeweht, Leuchtreklamen beschädigt. Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Noch eine Bitte: Schadensituationen sind beim Notruf möglichst präzise zu beschreiben, vor allen Dingen die Örtlichkeit. Und noch eines: Social-Media-Kanäle sind kein Medium zum Absetzen eines Notrufes, weil sie nicht ständig überwacht werden.

Das Orkantief Friederike hält die Feuerwehr Oberhausen in Atem. Bis 13 Uhr gingen 140 Einsatzmeldungen ein, von denen bislang 50 nach Priorität abgearbeitet wurden. Glücklicherweise forderte der Sturm (Stand 13 Uhr) keine Verletzten. Bei den Einsätzen mussten die Feuerwehleute gefallene Bäume von Wegen und Fahrbahnen räumen, abgedeckte Dächer sichern und lose Dachziegel entfernen.

Ein Baum war auf die Oberleitung an der Neumühler Straße gestürzt und geriet in Brand. Ein anderer Baum lag quer über der Fahrbahn der Konrad-Adenauer-Allee, ein weiterer drohte, auf die Fahrbahn der A3 in Richtung Köln zu stürzen. In Sterkrade an der Schmachtendorfer Straße wurde eine zwei Mal zwei Meter große Blechhütte durch die Luft gewirbelt. Die Oberhausener Feuerwehr sicherte die Blechhütte.

Um ca. 11 Uhr gab es aufgrund eines technischen Defekts einen Stromausfall, wodurch vorübergehend die Notrufnummer 112 nicht erreichbar war. Die Oberhausener Bürgerinnen und Bürger wurden über die Facebookseite der Feuerwehr sowie durch die Homepage der Stadt Oberhausen und die Medien darüber informiert und darauf auf hingewiesen, die Notrufnummer der Polizei 110 sowie die Rufnummer 8585 767 anzurufen. Eine Notfallmeldung war somit für die Bürgerinnen und Bürger jederzeit möglich. Der technische Defekt war schließlich gegen 13 Uhr wieder behoben.

Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Sturmtief Friederike löst in den Städten Essen und Mülheim an der Ruhr eine Vielzahl von Einsätzen aus. Seit heute Morgen sind die Einsatzkräfte der Polizei rund um die Uhr im Einsatz, um herabfallende Ziegel, umgefallene Mülltonnen, umgestürzte Bäume oder herumfliegende Verkehrszeichen abzusichern. Aber auch umgestürzte Baustellentoiletten, eingerissene Planen und umgefallenes Absperrmaterial stören den Verkehrsfluss nicht unerheblich. Bislang meldeten die Bürgerinnen und Bürger Sachbeschädigungen an geparkten Fahrzeugen durch herabfallende Ziegel, umgestürzte Bäume oder herumwehender Äste. Die Polizei warnt: Verlassen Sie bewaldete Gebiete, sichern Sie größere Gegenstände ab, schließen Sie Fenster und Türen und bleiben Sie vorsichtshalber zu Hause. Die Polizei Essen informiert über Facebook und Twitter über den aktuellen Sachstand.

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