Im „Eselsgalopp“ zur Pferdeklinik (Foto: AWO)
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Duisburg. Charlotte musste ins Krankenhaus. In die Baerler Pferdeklinik, um es genau zu sagen. Denn Charlotte ist eine Eselin.

Den langen Weg vom AWO-Bauspielplatz in Neumühl auf die andere Rheinseite zum Facharzt ging Charlotte zu Fuß. Mit dabei Miriam Fastabend von der AWO-Integration und Reitlehrerin Linda Weber. Charlottes Mutter Charline nicht zu vergessen! Nach überstandener Operation ließ sich die Eselin dann nach Hause fahren.

Und das kam alles so: Die 15-jährige Charlotte litt unter einem gutartigen Hauttumor. Nachdem alle Versuche, dem Tier vor Ort zu helfen gescheitert waren, stand fest: Hier sind die Spezialisten der Pferdeklinik gefragt. Es muss operiert werden. Was auch fest stand: Eine Eselin ist auch nur ein Esel und kann mithin störrisch sein. „Wir hätten Probleme gehabt, sie in einen Hänger zu bekommen. Das hat schon einmal nicht geklappt, sie mit dem Auto zu transportieren“, berichtet Miriam Fastabend.

Prompt entschied sie sich gemeinsam mit der Reitlehrerin auf dem AWO-Bauspielplatz zu einem Sonntagsspaziergang. Einem sehr langen Sonntagsspaziergang. 16 Kilometer legten sie mit Charlotte zurück. Durch Meiderich führte der Weg, am Landschaftspark vorbei, nach Beeck und über die Brücke der A42.

Dick verpackt und mit den beiden Eselinnen als Gepäckträgerinnen wanderten sie durch den Norden. Das Rhein-Hochwasser konnten sie bei der Gelegenheit ebenfalls bestaunen. Insgesamt 4:45 Stunden marschierte der Krankentransport im „Eselsgalopp“. Damit Charlotte sich nicht langweilte, ging auch ihre fünf Jahre ältere Mutter Charline mit. Und als gute Mutter blieb sie dann im Krankenhaus bei Charlotte. Miriam Fastabend und Linda Weber holten dagegen Ehrenamtler vom AWO-Bauspielplatz mit dem Auto ab.

Nach einer Woche im Pferdekrankenhaus durfte die inzwischen operierte Eselin wieder zurück nach Hause. Dieses Mal mit einem Hänger. Wegen der großen Wunde konnte man dem Tier einen weiteren Fußweg nicht zumuten. Probleme beim Einsteigen gab es keine: Das Heimweh vertrieb alle Unlust aufs Autofahren.

Inzwischen sind Charlotte und Charline wieder da, wo sie am liebsten sind: in Neumühl auf der Alexstraße 8. Charlotte muss sich nun im heimischen Stall erholen, bis sie wieder fit ist für die Reitkinder.

Beim Unterricht ist sie übrigens ganz und gar nicht störrisch, sondern ausgesprochen geduldig und gut gelaunt.

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