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Krefeld/Kreis Wesel/Rhein-Kreis Neuss/Niederrhein. Orkanböen mit über 120 Stundenkilometern haben am rechten und linken Niederrhein zu Versorgungsunterbrechungen im Mittel- und Niederspannungsstromnetz geführt. Ursachen sind vom Orkan entwurzelte Bäume und abgebrochene Äste, die die Stromleitungen beschädigt haben. Gegen 12 Uhr waren im Gebiet am Niederrhein rund 50 000 Einwohner ohne Strom. Alle Westnetz-Mitarbeiter und Fremdfirmen sind im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen können die Einsatzkräfte noch nicht an allen Stellen mit der Entstörung beginnen.

  • Flächendeckende Strom-Störungen am Niederrhein
  • Rund 50 000 Kunden ohne Strom
  • 70 Westnetz-Kollegen im Einsatz

Angesichts des zu erwartenden Sturmtiefs empfiehlt die Stadtverwaltung Dinslaken, die Friedhöfe und öffentlichen Grünanlagen über das Wochenende nach Möglichkeit zu meiden. Auch wenn der Sturm abgezogen ist, sei noch eine Gefahr durch herabfallende Äste gegeben, teilt die städtische Pressestelle mit. Bei bereits terminierten Beisetzungen werden Kräfte der Friedhofsverwaltung den Trauerzug begleiten und auf mögliche Gefahrenquellen achten.

Für die Schulen und Kitas im Stadtgebiet gibt es stadtseits keine Vorgaben, hier entscheiden die Schulleitungen und die jeweiligen Träger in eigener Verantwortung, ob sie Unterricht und Betreuung vorzeitig abbrechen. Die Eltern werden dann so informiert, wie dies einrichtungsüblich ist. Generell sind die städtischen Fachdienste in erhöhter Wachsamkeit, um bei Gefahr im Verzug schnell reagieren zu können.

Alle verfügbaren Kräfte der Feuerwehr Krefeld sind derzeit im Einsatz. Um 11:55 Uhr waren bereits 211 Einsätze in Bearbeitung. Bisher handelt es sich überwiegend um umgestürzte Bäume. Betroffen ist das gesamte Stadtgebiet. Aufgrund der hohen Anruferfrequenz kommt es teilweise zur Überlastung des Notrufnetzes in der Leitstelle der Feuerwehr. Unterstützt wird die Feuerwehr vom Technischen Hilfswerk, sowie vom Deutschen Roten Kreuz. Insgesamt sind derzeit ca. 200 Kräfte in Krefeld im Einsatz.

Aktuell gehen bei der ENNI in Moers zahlreiche Anrufe zu abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen im Moerser Stadtgebiet ein. Die Mitarbeiter aus dem Bereich Baumkontrolle und Baumpflege können das Schadensbild noch nicht abschätzen. Sie bitten die Bürger, die Parkanlagen im gesamten Stadtgebiet zu meiden. Wer einen Sturmschaden an einem öffentlichen Baum feststellt, sollte die ENNI unter der kostenlosen Hotline 0800-2221040 informieren. Die Friedhöhe hat die ENNI bereits gesperrt.

Die Abfallabfuhr findet aktuell wie geplant statt. Allerdings, so weiß der zuständige ENNI-Abteilungsleiter Ulrich Kempken, „kann der Sturm die leeren Tonnen leicht umwerfen oder wegdrücken und auf sie möglichweise auf die Fahrbahnen wehen.“ Deshalb bittet Kempken die Moerser, ihre Tonnen nach der Leerung möglichst schnell von den Straßen zu holen. Wer nicht zu Hause sei, könnte seine Nachbarn oder Angehörige um Hilfe bitten.

Die Elektriker der ENNI Energie & Umwelt sind heute den ganzen Tag in besonderer Alarmbereitschaft. Sie wissen: Abgebrochene Äste und umgekippte Bäume können in Freileitungen für Störungen sorgen. Im Störungsfall erreichen Kunden die ENNI unter der Moerser Rufnummer 02841/104-114.

Die Städtischen Friedhöfe Neuss sind bedingt durch den Sturm und die entstandenen Schäden noch bis einschließlich Montag, 22. Januar 2018, geschlossen. Ein Betreten ist strengstens verboten. Nach Prüfung der entstandenen Schäden und Einschätzung der Gefahrensituation wird am Montag entschieden, ob die Friedhöfe wieder geöffnet werden. Beerdigungen finden voraussichtlich zum angesetzten Termin unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, können sich aber aufgrund der Situation vor Ort verzögern oder ausfallen.

Ruhig und sachlich sind die städtische Schulverwaltung und die Leiter der Meerbuscher Schulen heute mit den drohenden Gefahren durch Sturmtief „Friederike“ umgegangen.

„Wir hatten bereits am Mittwochabend in einer Telefonkonferenz der zuständigen Bereiche in der Verwaltung abgewogen, was in welcher Lage zu unternehmen ist“, so Ordnungsdezernent Frank Maatz.

Verfahren wurde daraufhin nach dem bewährten Procedere: Über die Frage „Schulunterricht ja oder nein?“ entscheiden die Schulleiter in direkter Zuständigkeit beziehungsweise die übergeordneten Schulaufsichtsbehörden. Sollte von einem Schulgebäude – zum Beispiel durch einen Sturmschaden – Gefahr für Leib und Leben der Kinder und Lehrer ausgehen, sperrt die Stadtverwaltung das Haus.

Am Donnerstagmorgen erging an alle Schulleiter der Hinweis, für die sichere Betreuung der Kinder in der Schule Sorge zu tragen. Die Leiterinnen der städtischen Kitas wurden angewiesen, die Außenanlagen nicht zu nutzen.

„Es gab regen telefonischen Austausch mit den Schulleitungen“, so Frank Maatz. Die Realschule hat sich frühzeitig entschieden, den Unterricht um 10 Uhr am morgen zu beenden, die Gesamtschule zog nach.  An den beiden Gymnasien ging der Unterricht zunächst eingeschränkt weiter. Den Eltern wurde freigestellt, ihre Kinder abzuholen. In jedem Fall ist ein sicherer Verbleib der Schüler in den geöffneten Schulen bis 16:00 Uhr sichergestellt.

Gegen 11.30 Uhr wurde gemeldet, dass die Solaranlage des Mataré-Gymnasiums vom Sturm beschädigt worden sei, an der Mauritius-Grundschule in Büderich lösten sich Firstpfannen vom Dach.

Eltern-Info:
Auf der Internetseite der Stadt Meerbusch gibt es einen Warnhinweis für die Eltern. Alternativ kann direkt Kontakt mit den Schulen aufgenommen werden.

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