Auf der Inselstraße fiel dieser Baum auf ein dort parkendes Auto (Foto: (c)Landeshauptstadt Düsseldorf/Feuerwehr)
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Düsseldorf. Der Sturm „Friederike“ hat auch die Einsätzkräfte der Landeshauptstadt Düsseldorf am heutigen Donnerstag, 18. Januar, gefordert. Rund 550 Mal mussten seit den Morgenstunden die Einsatzkräfte der Feuerwehr ausrücken, um zum Beispiel umgestürzte Bäume beiseite zu räumen und beschädigte Gebäude abzusichern. Auch die Grünanlagen der Stadt wurden in Mitleidenschaft gezogen, so gab es Schäden im Wildpark und im Schlosspark Benrath, Trauerfeiern und Beisetzungen mussten abgesagt werden. Der Krisenstab der Stadt wurde einberufen, um die Einsätze zu koordinieren. Insgesamt 350 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr waren im Einsatz – ebenso wie das Ordnungsamt mit 110 Kräften.

„Wir können noch keinen endgültige Bilanz ziehen, aber es hat sich gezeigt, dass die Einsatzkräfte der Stadt auf solche Lagen sehr gut vorbereitet sind und entsprechend reagieren können. Leider hat auch dieser Sturm, der genau elf Jahre nach Kyrill die traf Stadt traf, für zahlreiche Schäden in den städtischen Grünanlagen sowie an Straßen und Gebäuden gesorgt“, erklärt Feuerwehr- und Gründezernentin Helga Stulgies nach Beendigung der Sitzung des Krisenstabes.

Der Deutsche Wetterdienst hatte eine amtliche Unwetterwarnung für den Zeitraum 7 bis 18 Uhr ausgegeben. Die Feuerwehr Düsseldorf hatte daher geraten, sich heute (Donnerstag, 18. Januar) bis zum späten Nachmittag im Düsseldorfer Stadtgebiet nach Möglichkeit nicht im Freien aufzuhalten.

Insgesamt 550 Mal waren die Kräfte der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Nachmittag, 15.30 Uhr, im Einsatz. Auch darüber hinaus wurden weitere Einsätze abgearbeitet. Die markantesten Einsätze in der Übersicht:

Das Dach des Flüchtlingsheims „Moskauer Straße 25“ wurde abgedeckt. Das Gebäude musste gesperrt und der Gefahrenbereich abgesichert werden. Insgesamt 80 Menschen waren betroffen. Auch am Flüchtlingsheim „In der Nießdonk 53“ wurde das Dach teilweise abgedeckt. Die obere Etage musste gesperrt und der Bereich abgesichert werden. Die Feuerwehrkräfte beschwerten das Dach mit 50 Sandsäcken. 20 Menschen mussten evakuiert und zur Unterkunft am Vogelsanger Weg gebracht werden. Bei diesem Einsatz halfen die Flüchtlinge bei der Sicherung und bildeten eine Sandsackkette.

Am Oberlandesgericht „Cecilienallee 3“ sind Dachpfannen abgerutscht. Dort sind die Höhenretter im Einsatz. Deshalb musste die Fahrbahn in Fahrtrichtung Nord gesperrt werden. Weitere Arbeit wartete auf die Einsatzkräfte an der Orangerie Benrath, wo ein Baum aufs Haupthaus gefallen war, sowie an der Tennisanlage Oberlöricker Straße 3, wo eine Traglufthalle beschädigt wurde.

Auch im Bereich der Straßen- und Parkbäume sowie auch beim Baumbestand auf Friedhöfen und in den Wäldern sind zahlreiche Schäden zu verzeichnen. Allein 100 Schäden von Straßen- und Parkbäumen wurden dem Gartenamt bis zum nachmittag (Stand: 16 Uhr) gemeldet. Dazu zählen 70 umgestürzte Bäume sowie rund 30 Büme mit erhebliche Beschädigungen durch Ast- und Kronenbrüche.

Auf den Friedhöfen ist insgesamt ein Verlust von 50 Bäumen zu verzeichnen. Das größte Schadenbild zeigt sich auf dem Friedhof in Gerresheim, dort fielen 20 Bäume. Auf dem Friedhof Itter ist ein Baum in Richtung der Münchener Straße gestürzt; die Baumkrone wird heute noch entfernt.

Derzeit sind die Friedhöfe geschlossen. Sie werden morgen nach Begehung und Schadensbehebung wieder geöffnet. Dabei werden die Prioritäten so gesetzt, dass die Beisetzungen planmäßig stattfinden können. Sechs Beisetzungen konnten heute nicht stattfinden. Bis auf zwei Fälle wurden neue Termine einvernehmlich gefunden.

Erhebliche Schäden durch umgestürzte bzw. beschädigte Bäume sind auch im Forstrevier Mitte und dort insbesondere im Wildpark zu verzeichnen. Zudem wurden im Wildpark die Zaunanlagen an mehreren Stellen beschädigt. Dieser war bereits vorab aufgrund der angekündigten Wetterlage geschlossen worden. Die Zaunanlagen werden momentan gesichert, um ein Ausbrechen der Tiere zu verhindern. Aufgrund der Vielzahl und des Umfangs der Schäden ist davon auszugehen, dass der Wildpark bis etwa Mitte/Ende kommender Woche geschlossen bleiben muss.

Im gesamten Forstrevier Mitte ist der Verlust von etwa weiteren 300 Bäumen, überwiegend Fichten, zu beklagen. Auch im Bereich des Naturdenkmals „Kastanienallee“ ist ein Baum umgestürzt, weitere Schäden sind hierdurch glücklicherweise nicht entstanden. Im Bereich der Waldfläche „Auf der Hardt“ (Waldfläche der Stadtwerke AG) wurde durch einen Baumsturz ein Haus erheblich beschädigt.

In den weiteren Waldflächen des Stadtgebietes ist darüber hinaus ebenfalls ein Verlust von rund 250 bis 300 Bäumen zu verzeichnen. Im Forstrevier Nord ist aktuell die Straße An der Anger nach dem Sturz von mehreren Bäumen gesperrt, die Einsatzstelle wird aktuell geräumt. Aufgrund des Schadensbildes und der Vielzahl von Einsatzorten ist davon auszugehen, dass die Verkehrssicherheit in diesen Bereichen nicht vor dem Wochenende wieder hergestellt werden kann. Die Bürgerinnen und Bürger sollten daher diese Flächen aus Sicherheitsgründen nicht betreten.

Auf der Inselstraße wurden durch einen umgestürzten Ahorn vier Fahrzeuge beschädigt. Gleich mehrere umgestürzte Bäume gab es auch im Umfeld der Orangerie am Schloss Benrath. Eine Rotbuche beschädigte dabei das Dach der Orangerie. Zwei Fichten fielen infolge des Sturms auf dem benachbarten Parkplatz um. Der Schlosspark Benrath wurde gesperrt. Dadurch musste die Bürgerveranstaltung des Stadtplanungsamtes zum Industrieareal „Südlich Hildener Straße“ abgesagt und verschoben werden.

Auf der Kaiserswerther Straße fiel der abgebrochene Ast einer Platane auf die Oberleitung der Rheinbahn. Ein Mietshaus an der Siegburger Straße wurde von einer umstürzenden Fichte getroffen. Auf der Moltkestraße fiel ein Baum so unglücklich, dass gleich drei Fahrbahnen blockiert wurden. Auch auf dem Dernbuschweg legte sich ein Baum über die Fahrbahn quer.

Die Grünanlagen wurden ebenfalls nicht verschont: So wurden in der Anlage am Kappeler Feld zwei Erlen und eine Fichte entwurzelt. Im Hofgarten fiel unter anderem in einem Buchenwäldchen eine Buche in eine andere. Im Nordpark, in der Nähe des Aquazoos, fiel eine Kastanie dem Sturm zum Opfer.

Im Wildpark, der am heutigen Donnerstag, 18. Januar, aus Sicherheitsgründen für das Publikum vorsorglich geschlossen blieb, verzeichneten die Stadtgärtner zahlreiche Schäden am Baumbestand und an den Außenzäunen auf dem gesamten Gelände. Der Wildpark wird daher bis mindestens Mitte kommender Woche geschlossen bleiben.

Das Amt für Verkehrsmanagement verzeichnete (Stand: Donnerstag, 18. Januar, 15.30 Uhr) 22 Ampeln die kurzzeitig wegen des Sturms ausfielen – unter anderem wegen Netzstörungen. Rund 1.000 Störungen an der öffentlichen Beleuchtung wurden registriert – großteils durch den Wind ausgeblasene Zündflammen von Gasleiuchten. Darüber hinaus gab es einige geknickte und verdrehte Straßenschilder.

Während des Sturms wurden in der Landeshauptstadt Düsseldorf folgende Maßnahmen getroffen:
Parks: Der Wildpark wurde geschlossen. Die übrigen Parkanlagen sollten gemieden werden.
An den Kindertagesstätten und Jugendfreizeiteinrichtungen: Dort wurden die Außenbereiche geschlossen und Kinder in der Zeit von 11 bis 16 Uhr nicht nach Hause geschickt.

Friedhöfe: Von heutigen Friedhofsbesuchen wurde abgeraten. Für heute terminierte Beisetzungen müssen wetterbedingt verschoben werden. Die Kapellen am Nordfriedhof, Gerresheim und Stoffeln mussten geschlossen werden.

Schulen: Auch einige Schulstandorte sind von Sturmschäden betroffen. Hier eine vorläufige Schadensübersicht (Stand: Donnerstag, 18. Januar, 15.30 Uhr):

Max-Planck-Gymnasium: Aufgrund eines massiven Sturmschadens an den Dächern mehrerer Gebäudeteile bleibt das gesamte Schulgelände (inklusive Aula und Sporthalle) des Max-Planck-Gymnasiums, Koetschaustraße 36, ab sofort bis auf weiteres gesperrt. Über die teilweise Aufhebung einzelner Sperrungen zum Wochenende bzw. Wochenanfang wird am Freitag, 19. Januar, beraten. Das Dach der Koetschaustraße Gebäudeteil A scheint durch den Sturm großflächig abgedeckt und beschädigt worden zu sein.

GGS Stoffeler Straße 11: An dem Schulstandort sind Teile der Dachfläche (Harteindeckung/Dachpfannen ca. 60 bis 70 Stück) durch den Sturm abgedeckt worden. Der Schulhausmeister hat den Bereich auf dem Schulhof unterhalb der Dachfläche abgesperrt.

Pestalozzistraße 30 (Bereich Altbau) Berufskolleg: An dem Berufskolleg haben sich durch den Sturm im Bereich des Altbaus Dachziegel gelöst. Die Dachziegel sind zum Schulhof hin herabgefallen. Der Schulhofbereich wurde vom Hausmeister umgehend gesichert bzw. abgesperrt.

KGS Unterrather Straße 76: An der katholischen Grundschule ist ein rund 20 Meter hoher Nadelbaum auf das Schulgrundstück gestürzt. Er hat sich an das Schulgebäude Beedstraße 31 angelehnt.

Es wurde von Feuerwehr und Schulträger empfohlen, den Unterricht zu beenden und die Schülerinnen und Schüler bis spätestens 10.30 Uhr nach Hause zu schicken. Für die Kinder, bei denen das nicht möglich war, wurde eine Betreuung in der Schule sichergestellt, bis ein gefahrloser Heimweg möglich ist.

Die Clara-Schumann-Musikschule und die Volkshochschule wurden nicht generell geschlossen. Die Lehrer, deren Kurs ausfällt bzw. ausgefallen ist – weil zum Beispiel Kurslehrer nicht zum Unterricht kommen können -, informieren ihre Schüler selbst.

Der Sturm hat am Dach des Hallenbades in Benrath so starke Schäden hinterlassen, dass das Schwimmbad noch am Vormittag evakuiert werden musste. Das Bad wurde daraufhin bis auf Weiteres geschlossen. Die Bädergesellschaft Düsseldorf prüft die Sachlage, um anschließend Aussagen darüber machen zu können, wann das Hallenbad wieder geöffnet werden kann. Eine Fachfirma wurde mit der Reparatur beauftragt.

Auch auf den Sportplätzen in der Stadt sorgte „Friederike“ für Schäden. Auf der Bezirksportanlage Flinger Broich wurde das Dach des Lagers/Büdchen von Fortuna Düsseldorf auf der Osttribüne abgedeckt. Im Arena Sportpark wurde die Trainerbank auf Platz 1 (Trainingsgelände Fortuna Düsseldorf) aus der Verankerung gerissen und der Sichtschutz im Zaun zwischen dem Kabinentrakt von Fortuna Düsseldorf und dem Kleinspielfeld stark beschädigt.

Kleine Beschädigungen gab es auch auf der Kleinen Kampfbahn, welche aber durch die Hallenwarte in Eigenregie behoben werden können. Der Außenbereich der vier durch das Sportamt verwalteten Flächen wurde heute in den frühen Morgenstunden vorsorglich aufgrund der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes geschlossen. Das Training von Fortuna Düsseldorf hat heute in der Arena stattgefunden.

Für die Bürger stand das Gefahrentelefon unter 0211-3889889 zur Verfügung.

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