Schulministerium NRW, Stadt Duisburg und Wübben Stiftung starten gemeinsames Projekt zur Gewinnung neuer Schulleitungen. Thomas Krützberg, Beigeordneter der Stadt Duisburg, Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung (Mitte) und Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung unterzeichnen eine gemeinsame Absichtserklärung zur Umsetzung des Projekts (Foto: Uwe Koeppen)

Duisburg. Für die Schulen in Nordrhein-Westfalen ist es vielfach eine große Herausforderung, freie Schulleitungsstellen zügig nachzubesetzen. Das betrifft vor allem die Grundschule: In Duisburg sind im Januar 2018 an insgesamt 75 Grundschulen 10 Rektoren- und 25 Konrektorenstellen nicht besetzt. Deshalb haben das Schulministerium, die Stadt Duisburg und die Wübben Stiftung gemeinsam ein Pilotprojekt zur Nachwuchsgewinnung von Schulleitungen an Duisburger Grundschulen entwickelt, das im Januar 2018 startet.

Zum Auftakt haben heute im Duisburger Rathaus Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung, Thomas Krützberg, Beigeordneter der Stadt Duisburg und Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung eine gemeinsame Erklärung zur Umsetzung des Projekts unterzeichnet.

Staatssekretär Mathias Richter betonte, dass es bei der Schulentwicklung auf die Schulleiterinnen und Schulleiter ankomme: „Eine gute Schule braucht eine gute Schulleitung, die die Qualitätsentwicklung auf allen Ebenen von Unterricht und Schulleben steuert. Deshalb ist es so wichtig, vakante Stellen so schnell wie möglich zu besetzen. Das Duisburger Projekt zur Führungskräftegewinnung kann uns dabei helfen.“

„Vom Lehren zum Leiten: Nachwuchsgewinnung von Schulleitungen an Duisburger Grundschulen“ ist ein Pilotprojekt, in dem Duisburger Grundschullehrerinnen und -lehrer die Handlungsfelder von Schulleitung ganz praktisch kennenlernen und sich in Leitungsaufgaben ausprobieren können. Ziel des Projekts ist es, auf diesem Wege interessierte und potenzielle Nachwuchsführungskräfte zu gewinnen.

Für Thomas Krützberg ein Schritt in die richtige Richtung: „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinschaftlich mit dem Schulministerium und der Wübben Stiftung in Duisburg umsetzen. Die Vakanz von Schulleitungsstellen ist neben dem allgemeinen Lehrermangel ein großes Problem für die Grundschulen. Ich bin zuversichtlich, dass wir jetzt zumindest die Leitungsvakanzen in absehbarer Zeit in Duisburg beheben können.“

Während der etwa einjährigen Projektlaufzeit nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Fortbildungen zu Handlungsfeldern der Schulleitung der Bezirksregierung Düsseldorf teil. Ein zentrales Element beim Nachwuchsprojekt ist zudem der Praxisbezug: So können die Lehrkräfte beim „Leitungsshadowing“ Duisburger Schulleitungen bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter schauen oder sich im Projektmanagement erproben, indem sie eigenverantwortlich ein Entwicklungsprojekt an ihrer eigenen Schule umsetzen. Während des Projektverlaufs werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen von Prozessmoderatoren in ihrem Entscheidungs- und Reflexionsprozess begleitet. In den geleiteten Kleingruppen können sie sich über ihre Erfahrungen austauschen und das Instrument der kollegialen Beratung nutzen. Dass dieser Ansatz auf einen großen Bedarf stößt, zeigt die große Resonanz interessierter Lehrkräfte, die sich bei ihren Schulleitungen über das Modellprojekt informieren können.

Dr. Markus Warnke erläutert abschließend die Motivation der Wübben Stiftung: „Unser Ziel als private Bildungsstiftung ist es, Bildungsungerechtigkeit abzubauen. Gute Schulen können Kindern und Jugendlichen aus sozioökonomisch schwachen und bildungsfernen Familien eine bessere Bildungsperspektive ermöglichen. Aus diesem Grund haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Schulleitungen zu stärken und sie bei der Weiterentwicklung ihrer Schule zu unterstützen. Das gilt natürlich auch für die Nachwuchsgewinnung.“

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