Noch heute wird in Neuss im Alten Stadtgarten eine Fichte gefällt (Fotos: Stadt Neuss)

Rhein-Ruhr. Das Orkantief „Burglind“ hat der nordrhein-westfälischen Polizei am Mittwoch (03.01.2018) insbesondere in den Morgenstunden viel Arbeit bereitet. Mehr als 1500 Einsätze bewältigten die Polizistinnen und Polizisten aufgrund der Witterung. Umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen und umgestürzte Gerüste oder Bauzäune spielten dabei die Hauptrolle. 128 witterungsbedingte Verkehrsunfälle registrierte die Polizei in der Zeit von 05:00 bis 13:00. Dabei wurden drei Personen schwer- und sechs leichtverletzt. Den dabei entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf mehr als drei Millionen Euro.

Die Situation im Redaktionsgebiet

Kreis Wesel. Seit den frühen Morgenstunden bereitet das Sturmtief „Burglind“ der Polizei im Kreis Wesel zusätzliche Arbeit. In der Zeit von 05.00 Uhr bis 12.00 Uhr gingen mehrere Anrufe mit Hinweisen auf sturmbedingte Gefahrenstellen bei der Polizei ein. Im gesamten Kreis waren diverse Sturmschäden zu verzeichnen. Insgesamt zählte die Polizei 29 witterungsbedingte Einsätze. Kreisweit stürzten Bäume auf die Straße und mussten beseitigt werden. Auf der Dongstraße in Neukirchen-Vluyn stürzte ein Baum auf ein Auto. In Wesel und Kamp-Lintfort wehte der Sturm Bauzäune auf die Fahrbahn. In Moers auf der Straße Unter den Kiefern fielen Einlegebohlen aus einem Baugerüst.

„Burglind“ bescherte der Feuerwehr Moers bis in den Nachmittag einige arbeitsreiche Stunden. Im Stadtgebiet Moers kam es zu 10 sturmbedingten Einsätzen. Die Hochzeit begann in den Morgenstunden, als die ersten Einsätze parallel eingingen. Um alle Sturmschäden zeitnah zu bearbeiten wurde der Löschzug Hülsdonk alarmiert. Unter anderem wurden große Äste von der Autobahn A 40 entfernt, es musste ein Reklameschild gesichert und umgestürzte Bäume von Straßen geräumt werden. Gegen Nachmittag entspannte sich die Einsatzsituation zunehmend.

Die gute Nachricht ist, dass bislang keine verletzten Menschen zu beklagen sind.

Oberhausen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten im gesamten Bundesgebiet hinterließ der Sturm in Oberhausen nur wenige Schäden. Die Feuerwehr Oberhausen zählte bis zum Mittag lediglich fünf Einsätze im Stadtgebiet. Dennoch wurde der Wochenmarkt in Sterkrade heute wegen der aktuellen Wetterlage aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Zwei umgestürzte Bäume auf der Mergelstraße in Osterfeld und der Kewerstraße in Alstaden wurden von den Einsatzkräften mit Motorsägen zersägt und von der Fahrbahn entfernt. Auf der Dinnendahlstraße drohte ein Baum auf die Fahrbahn zu stürzen. Hier wurde der Bereich großräumig gesichert und die Dinnendahlstraße für den Straßenverkehr gesperrt.

Im Stadtteil Tackenberg drohte eine Kaminabdeckung vom Dach zu fallen. Eine Drehleiter der Feuerwache 2 wurde durch die Leitstelle entsendet und so konnte das Problem schnell gelöst werden. Auf der Pestalozzistraße in Buschhausen zogen die Einsatzkräfte der Feuerwache 1 einen größeren Ast aus der Einfahrt einer Schule.

Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes wird der Sturm in
Oberhausen noch bis Donnerstagnacht für starken Wind und Regen sorgen. Die Feuerwehr empfiehlt auf die Warnhinweise des Wetterdienstes zu achten und Handlungsempfehlungen zu befolgen.

Düsseldorf. Das Sturmtief „Burglind“ hat auch im Düsseldorfer Stadtgebiet seine Spuren hinterlassen. Die Feuerwehr Düsseldorf war ab den frühen Morgenstunden im Einsatz und rückte bis zum Nachmittag (Stand 16 Uhr) insgesamt 80 Mal zu sturmbedingten Einsätzen – Beseitigung umgestürzter Bäume, loser Äste, loser Dachverkleidungen etc., aus. Zum ersten Sturmeinsatz musste die Feuerwehr gegen 5.30 Uhr ausrücken, als zeitgleich acht Brandmeldeanlagen Alarm schlugen. Vor Ort zeigte sich, dass die Alarmmeldungen vermutlich durch das Unwetter ausgelöst wurden, so dass die Feuerwehr Entwarnung geben konnte.

Während des Tages unterstützte die Düsseldorfer Feuerwehr auch die Kollegen in Ratingen-Lintorf, wo ein Baum auf ein Haus gefallen war und mittels Rüstwagen und Kran gesichert und entfernt wurde. Zu den Sturmeinsätzen kam auch noch ein Hochwassereinsatz an der Anger in Angermund dazu. Dort hat die Anger den Pegel von über 1,53 Metern überschritten, weshalb eine Überschwemmung des umliegenden Gebietes drohte. Durch die Feuerwehr wurde deshalb eine Entlastungsöffnung mittels Radlager geschaffen. Bereits in der Nacht wurden Sandsäcke durch die Freiwillige Feuerwehr Angermund aufgebaut.

Sturm „pustete“ Gasbeleuchtung aus
In der Nacht zum Mittwoch, 3. Januar, wurden mehrere hundert Gasleuchten im Stadtgebiet vom Sturm „Burglind“ förmlich „ausgepustet“. Starke Windböen haben zu einem überdurchschnittlich hohen Ausfall der Gasbeleuchtung geführt. Die Stadtwerke Düsseldorf, im Auftrag der Landeshauptstadt Düsseldorf Betreiber der Öffentlichen Beleuchtung, teilen mit, dass sich aufgrund des erhöhten Instandsetzungsaufwands die Ausfallzeit der einzelnen Laternen leicht erhöht. Durch einen verstärkten Personaleinsatz sollen die meisten Laternen bis Ende der Woche wieder ordnungsgemäß funktionieren.

Rheinalleetunnel musste nach Signalstörung gesperrt werden
Als weitere Folge des Sturmtiefs ist die Signalsteuerung für das westliche Portal des Rheinalleetunnels ausgefallen, so dass der Tunnel Fahrtrichtung stadteinwärts gegen 12.40 Uhr gesperrt werden musste. Die Techniker konnten die Störung beheben, so dass der Tunnel am frühen Nachmittag wieder freigegeben werden konnte.

Wildpark bleibt auch am Donnerstag geschlossen
Darüber hinaus hinterließ „Burglind“ auch im Stadtgrün Spuren. So geriet ein Spielgerät der Freizeitanlage an der Ulenbergstraße durch Blitzeinschlag in Brand und musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Die Anlage ist geschlossen. Weitere Beispiele für Sturmschäden im Stadtgebiet:

Am Spee’schen Graben wurde ein Feldahorn entwurzelt; auf der Königsallee gab es zwei Stark-Astausbrüche an einer Platane, wodurch Laternen beschädigt wurden; im Ostpark fiel ein Buche; im Schlosspark Mickeln wurde ein Ahorn entwurzelt; im Schlosspark Benrath, Hauptallee, wurden mehrere Kronenausbrüche der Rotbuchen festgestellt, zudem wurde eine Linde der Fächerallee geschädigt – der Parkwald wurde vorübergehend gesperrt!

In der Kleingartenanlage am Stadionweg sind zwei Bäume umgestürzt, außerdem wurde eine Laube durch Astbruch beschädigt.

Auch auf den Friedhöfen fielen einige Bäume oder wurden beschädigt: Eine Birke und ein Ahorn stürzten auf dem Nordfriedhof um. Darüber hinaus brachen zahlreiche Äste ab; keine größeren Schäden, nur einige Astbrüche, wurden auf dem Südfriedhof festgestellt; auf dem Friedhof Stoffeln fiel eine Birke, zudem gab es einige Astbrüche; auf dem Friedhof Gerresheim fielen unter anderem zwei Buchen, zwei Birken sowie zwei Robinien; vier Bäume stürzten auf dem Friedhof Eller um, zudem wurden drei weitere stark geschädigt; glimpflich verlief es für den Friedhof Heerdt – dort gab es nur vereinzelte Astbrüche; kleinere Schäden wurden für die Friedhöfe Angermund und Unterrath verzeichnet; auf dem Friedhof Hassels brach die ganze Krone bei einer Birke aus, der Baum muss gefällt werden; auf dem Friedhof Itter sorgte der Sturm für einen Kronenausbruch und Astbrüchen; keine größeren Schäden gab es auf dem Friedhof Kalkum; gleiches gilt für den Friedhof Hubbelrath.

Forst und Wildpark
In den Forstrevieren gab es wenige umgefallene und einige „angeschobene“ Bäume (wegen des angeweichten Bodens in Verbindung mit den Sturmböen) sowie einzelne Astbrüche im Bestand. Im Bereich Hexhof wird derzeit ein umgestürzter Baum am Dernbuschweg beseitigt.

Im Wildpark wurden einige Zäune durch Astbrüche geschädigt, zudem trugen einige Bäume Schäden davon. Der Wildpark wird aufgrund der Reparatur- und Aufräumarbeiten auch am Donnerstag, 4. Januar, geschlossen bleiben.

Essen. Der Grugapark ist wegen der aktuellen Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den Rest des Tages geschlossen worden. Aufgrund einzelner Sturmböen ist es im Park bereits zu Astabbrüchen gekommen. Die Parkleitung hat daraufhin die Entscheidung zur Schließung des Parks getroffen um Besucherinnen und Besucher nicht zu gefährden.

Neuss. Noch heute wird im Alten Stadtgarten eine Fichte gefällt. Der erste Sturm des Jahres 2018 hat den Baum in Schräglage gedrückt. Dadurch wurde der Wurzelteller in dem durchnässten Boden angehoben und hat nun keine Verankerung mehr nach unten in den Boden. Die Fichte ist daher nicht mehr verkehrssicher und wird umgehend gefällt. Die Wiese, auf der die Fichte steht, wurde auch von ELA getroffen. Wie schon die 2014 gefällten Bäume wird auch die Fichte ersetzt.

Krefeld. Das Sturmtief „Burglind“ zog am heutigen Tag auch über das Krefelder Stadtgebiet hinweg und richtete dabei zum Teil erhebliche Sachschäden an. Im Zeitraum von 05:00 Uhr bis 16:00 Uhr gab es fast 40 sturmbedingte Einsätze für die Feuerwehr Krefeld, bei denen jedoch keine Personenschäden zu verzeichnen waren. Während des gesamten Zeitraumes wurden der Leitstelle der Feuerwehr immer wieder abgeknickte Äste und umgestürzte Bäume gemeldet, die zum Teil mehrere Meter hoch waren, über 50 cm im Durchmesser hatten und auf Gehwegen und Fahrbahnen lagen. Während der Einsatzmaßnahmen kam es deshalb immer wieder zu kleineren Verkehrsbehinderungen im gesamten Stadtgebiet. Auf der Straße Weiden stürzte die Krone einer achtzehn Meter hohen Pappel auf drei parkende PKW und richtete erheblichen Sachschaden an. Der Rest der Pappel musste von Experten des Fachbereiches Grünflächen begutachtet und zurückgeschnitten werden. In Krefeld Lindenthal stürzte eine zehn Meter hohe Tanne auf den Wintergarten eines Wohnhauses und beschädigte diesen. Einsatzkräfte konnten den Baum sichern und zurückschneiden. Auf der Ortmannsheide drohte ein ebenfalls zehn Meter hoher Baum auf Gleisanlagen der Deutschen Bahn zu fallen. Hier wurde der Baum ebenfalls gesichert und abgetragen. In vielen privaten Gärten kam es zu Schräglagen von Bäumen, bei denen die Einsatzkräfte Absperrmaßnahmen vornehmen mussten, damit anschließend eine Fachfirma die Bäume im Auftrag der Eigentümer beschneiden konnte.

Aufgrund der weiter andauernden zum Teil kräftigen Böen, rechnet die Feuerwehr damit, dass im Laufe des Tages noch weitere Einsätze folgen werden.

Neben der Berufsfeuerwehr, sind auch ehrenamtliche Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Krefeld seit vielen Stunden immer wieder im Einsatz.

Duisburg. Rund 40 Mal rückte die Polizei in den heutigen (3. Januar) Morgenstunden im gesamten Stadtgebiet wegen der Sturmtiefs Burglind aus. Umgefallene Bäume, herunterstürzende Dachpfannen, umherfliegende Holzverkleidungen und auf die Fahrbahn gefallene Baustellenabsperrungen hielten die Einsatzkräfte auf Trab. Es gab keine Verletzten. In Rumeln-Kaldenhausen stürzte gegen 6 Uhr ein Baum auf den Zaun eines Kindergartens an der Straße Böschhof. Gemeinsam mit der Feuerwehr rückte ein Streifenwagen aus und beseitigte die Gefahrenstelle. In Obermeiderich riss der Sturm auf der Emmericher Straße gegen 06:30 Uhr ein Dixi-Klo um. Zum Glück erledigte dort gerade niemand sein Geschäft.

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