Klaus Prpitsch (rechts) hat seine Sammlung an das Bistum Münster gestiftet. In Empfang genommen wurden die Bücher von (von links) Dr. Udo Grote, Elisabeth Maas, Dr. Heinz Mestrup und der Leiter der Diözesanbibliothek, Dr. Peter Behrenberg (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Dinslaken/Xanten/Münster. Wenn Klaus Prpitsch erzählt, zieht er seine Zuhörer sofort in den Bann. Mit wachen Augen wandert sein Blick hin und her, wie selbstverständlich lässt er sein über viele Jahre angelerntes Fachwissen in seine Erzählungen einfließen. Alte Bücher haben es ihm besonders angetan: Wenn der Dinslakener von den Buchmalereien erzählt, gerät er regelrecht ins Schwärmen. „Da gibt es immer Großartiges zu entdecken“, sagt er und lächelt verträumt.

Jedoch bekommen kaum Wissenschaftler, erst recht aber keine Laien die wertvollsten Werke der mittelalterlichen Buchkunst je im Original zu Gesicht. Zu empfindlich ist das Papier, sind die Farben. Kommen doch mal einige der seltenen Exemplare auf den Markt, werden sie manches Mal im zweistelligen Millionenbereich gehandelt. Doch 1980 entdeckte der Lehrer Klaus Prpitsch seine Liebe zu Faksimiles. So werden Bücher genannt, die in der Moderne gedruckt werden, dabei den Originalen aber teils bis in kleinste Detail gleichen. Rund 300 dieser Faksimiles hat er gesammelt, sakrale wie profane Handschriften aus der Zeit von der Spätantike bis zum 18. Jahrhundert. Als er das erzählt, lacht Prpitsch: „Ich bin ein Büchermensch.“

Doch nun, sagt er, gehe er „auf die 70 zu“, seine Sammlung will er komplett erhalten wissen. Ein Verkauf einzelner Werke sei nicht infrage gekommen, er wollte sie einem Museum stiften. Daher nahm er Kontakt zum Bistum Münster auf. Nach Gesprächen mit den Historik-Experten des Bistums stand fest, dass die Faksimiles in den Bestand von Diözesanbibliothek Münster, Stiftsbibliothek Xanten und Bistumsarchiv übergehen sollen. Bei der Übergabe der Sammlung im Lesesaal des Xantener Stiftsmuseums lobte Leiter Dr. Udo Grote: „Es ist etwas Besonderes, die Sammlung von Klaus Prpitsch beinhaltet die bedeutendsten Werke der europäischen Buchkunst. Die Originale sind teils über die ganze Welt verstreut und man bekommt sie nicht mehr in die Hand.“

Dr. Heinz Mestrup, Leiter des Bistumsarchivs, freut sich über „die hervorragende Gelegenheit, dank der Schenkung nun diese Schauobjekte zu haben.“ Auch mithilfe der Faksimiles könne geforscht werden, „und es ist ein ganz anderer Eindruck, das Buch physisch zu sehen, als nur mit einzelnen Kopien zu arbeiten. Die Sammlung wird in dieser Form erhalten bleiben.“ Prpitsch ist froh, dass seine Sammlung nun auch anderen Menschen zugänglich gemacht wird: „Es ist sagenhaft, was ich durch die Sammlung an Hintergrundwissen erlangt habe. Es gab immer wieder Großartiges zu entdecken.“

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