Da ist sie, eine von 50 CDs von Pennerbubu (Foto: privat)

Krefeld. Uwe Bernhard Döhnert ist in Krefeld bekannt wie der viel beschworene bunte Hund. Er selber nennt sich Pennerbubu: „Ich habe mir diesen Namen selber gegeben. So schütze ich mich vor verbalen Anfeindungen. Wenn ich mich selber als Penner bezeichne, kann mich eine solche Bezeichnung nicht verletzen.“

Der diplomierte Volkswirt blickt auf Höhen und Tiefen zurück. Zuletzt auf viele Tiefen, auch die des Alkohols. An seiner Person scheiden sich im gesamten Stadtgebiet die Geister. Durch seine als poltrig empfundene Art, die seiner Schwerhörigkeit geschuldet ist, eckt er schon einmal an. Er selber sieht sich als Politclown, Wortakrobat oder Kleinkünstler. In der Vergangenheit errang er unbestrittene Prominenz durch seine Kandidaturen für den Stadtrat Krefeld oder auch als Oberbürgermeister von Duisburg nach dem Love-Parade-Skandal, um einerseits dort Sauerland zu beerben, wie andererseits durch Auftritte bei Stefan Raab („Unser Star für Baku“/ESC 2012) mit „Keine Zeit“ oder seine YouTube-Beiträge.

Doch hinter der vermeintlich lustigen Fassade steckt ein Mensch. Die Ambivalenz zwischen tiefer Traurigkeit und immenser Intelligenz ist bei jeder formulierten Silbe spürbar. In seinen Texten werden Motive wie Ausgegrenztheit, Exklusion und auch das Defizit an Zeit thematisiert. Was auf den ersten Blick humoresk anmutet, ist beim näheren Hinsehen das Spiegeln der postmodernen Gesellschaft.

In letzter Zeit aber ist es still geworden um Pennerbubu. Von den immensen Klicks bei YouTube hat er persönlich nichts. „Ich habe damals jemandem vertraut. Das war ein Fehler!“, parallel ist sein gesamtes Archiv verloren gegangen, so auch eine in kleiner Auflage produzierte CD von seinem Song für Baku: „Keine Zeit“

Kontakt hat er seit einiger Zeit zu drei Sozialarbeitern, die namentlich nicht genannt werden wollen. „Es geht hier nicht um tue Gutes und rede darüber“, so einer der Dreien. „Hier galt es lediglich darum, einem Menschen zu helfen, etwas Verlorenes zurück zu bekommen. Wir haben überlegt, wie wir hier helfen können. Und das war schnell klar: einer kann photographieren, der andere spielt Gitarre und der Dritte kann Abmischen. So war schnell klar: Wir produzieren eine neue Kleinserie.“

Und so entstand in einem Krefelder Studio eine neue Version von „Keine Zeit“. Gitarrenlastiger, düsterer und schwerer im Vortrag. „Die 50 CDs sind zum Selbstkostenpreis produziert – ich gucke mal, wie das ankommt“, so Pennerbubu sichtlich stolz. „Das hat richtig Spass gemacht, mit den Jungs zu arbeiten. Endlich habe ich sie wieder. Und das vor Weihnachten“.

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