Das Team der Wirbelsäulenchirurgie rund um Chefarzt Dr. Oliver Schindler (Mitte) mit dem Navigationsgerät im OP (Foto: HELIOS)

Oberhausen. Operationen an der Wirbelsäule sind Präzisionsarbeit, bei dem es millimetergenau zugehen muss – schon kleine Abweichungen vom „OP-Kurs“ können weitreichende Folgen haben. Die Wirbelsäulenchirurgie der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen verfügt jetzt über ein neues Navigationsgerät, das die Chirurgen bei ihrer Arbeit unterstützt und die Eingriffe am Rückgrat für den Patienten noch sicherer macht.

Auf den ersten Blick sieht das Navigationsgerät wie ein herkömmlicher Bildschirmturm aus, den man häufiger im OP sieht. Doch das Navi beherbergt einen leistungsstarken Rechner, Röntgen- und Infrarottechnik. Der Zweck: Ähnlich wie bei den im Straßenverkehr genutzten Geräten hält die Neuronavigation den Operateur auf dem richtigen Weg im Körperinneren zwischen Nerven, Muskeln und Knochen. Sie kommt vor allem bei Stabilisierungen der Wirbelsäule mit Schrauben und Stäben zum Einsatz. Dr. Oliver Schindler, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, erklärt die Funktionsweise der Navigation: „Zunächst fertigen wir ein dreidimensionales Computertomographie-Bild der Wirbelsäule an. Anhand dessen können wir den Eingriff vorab genau planen und die Position, Länge und Dicke der benötigten Schrauben bestimmen.“ Während der OP wird ein 3D-Röntgenbild in Echtzeit mit dem vorab erstellten CT-Bild zusammengefügt, das als Referenz gilt. Diese Bildgebung und Infrarotmarker am Patienten und den Instrumenten zeigen die tatsächliche Lage der Apparaturen und Schrauben im Körperinneren. „So erkennen wir genau, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden und die Schrauben korrekt positioniert sind. Bei Abweichungen können wir schneller korrigieren. Das Navi hilft uns vor allem auch, wenn wir Implantate an nicht oder nur schlecht einsehbaren Stellen der Wirbelsäule einsetzen wollen“, sagt Dr. Schindler zu den Vorteilen. Die Klinik in Styrum ist die einzige in Oberhausen, in der diese moderne Technik zum Einsatz kommt. „Wir freuen uns, dass wir mit der Anschaffung neue Maßstäbe in der Versorgung der Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen im Stadtgebiet setzen können“, so der Chefarzt.

Rückenschmerzen gehören zu den Volksleiden: Rund 80 Prozent der Deutschen klagen im Laufe ihres Lebens über Beschwerden. Um Betroffenen mit dem gesamten Leistungsspektrum in Diagnostik und Therapie zu helfen, hat sich die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie an der Helios St. Elisabeth Klinik in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Pro Jahr wurden zuletzt durchschnittlich über 1100 stationäre Patienten mit Wirbelsäulenleiden in der Fachabteilung von Dr. Oliver Schindler behandelt.

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