v.l. Winfried Exner, Bürgermeister Harald Lenßen, Yannick Jakubowski und Theo Klinkenberg (Foto: privat)

Neukirchen-Vluyn. Neukirchen-Vluyner sorgte dafür, dass gleich mehrere Schulen auf Recycling-Papier umstiegen

Bereits seit vielen Jahren loben Theo Klinkenberg und Winfried Exner den Kinder- und Jugendumweltpreis Neukirchen-Vluyn aus. Kinder und Jugendliche aus der Stadt können Projekte rund um die Themen Umwelt- und Klimaschutz anmelden. Zu den Gewinnern der vergangenen Jahre gehörten neben Einzelteilnehmern auch Kindergartengruppen und Schulklassen. Die Ideen reichten von eigens angelegten Gärten über Baumpflanzungen bis zu ganzen Themenwochen. Auf die Größe der Projekte komme es aber nicht an. Die Kreativität im Umgang mit den Themen sei entscheidend, betonen die Organisatoren, die den Wettbewerb ohne jegliches kommerzielles Interesse ins Leben riefen und den Gewinnern Jahr für Jahr ein Preisgeld von 1.000 Euro in Aussicht stellen.

Die Entscheidung, wer sich in diesem Jahr über den ersten Platz freuen darf, fiel nicht schwer. Denn Yannick Jakubowski ist Überzeugungstäter. Nachdem er bereits als Sechstklässler im Rahmen einer GuerillaGardening-Aktion Weizen auf einer Moerser Verkehrsinsel anpflanzte, beschäftigte er sich intensiv mit der Herkunft von Lebensmitteln und wurde erst Vegetarier, später Veganer. Den Preis beim diesjährigen Wettbewerb erhielt er indes für ein Projekt von deutlich größerem Umfang. So stellte er sich die Frage, ob denn wohl das am Moers Gymnasium Adolfinum verwendete Papier wiederverwertet sei. Schnell stellte er fest, dass dies aus finanziellen Gründen nicht der Fall war und begann mit der Suche nach einer Lösung. Zahlreiche Telefonate, Anfragen und Angebote später war diese Lösung gefunden: Ein Lieferant konnte ein attraktives Angebot machen, zu dem die Schule nicht nein sagen konnte. Technische Probleme von der Weiße des Papiers bis zum Reißverhalten konnten gelöst werden. Am Ende konnten jährlich 800.000 Blatt Frischholzfaserpapier pro Jahr eingespart werden, was auch weitere Schulen dazu bewog, der Idee zu folgen. Und mit dem Erfolg endet sein Engagement keineswegs: Projektwochen zu ähnlichen Themen am Adolfinum leitet Yannick auch weiterhin.

Der Einsatz und die Überzeugung, mit der Yannick Jakubowski seine Ideen verfolgt, überzeugten die Organisatoren des Kinder- und Jugendumweltpreises. Bürgermeister Harald Lenßen zeigte sich ebenso begeistert und hatte den Erstplatzierten ins Rathaus eingeladen, wo er ihm für seinen Einsatz dankte auch das Preisgeld überreicht wurde.

Auch nächstes Jahr wird der Kinder- und Jugendumweltpreis fortgesetzt. Die beiden Initiatoren, rufen schon jetzt dazu auf, sich zu bewerben: „Alle Gruppen können ab sofort ihre Projekte per Mail an thek48@gmx.de anmelden. Ganz besonders würden wir uns freuen, wenn auch nächstes Jahr wieder mehr Einzelteilnehmer mitmachen.“

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