Alexander Roovers (Foto: Marc Pastoors)

Mülheim. Sechs Siege aus sechs Spielen weist die blütenreine Weste des 1. BV Mülheim in der Badminton-Bundesliga auf. Nun muss das Team am anstehenden Doppelspieltag beweisen, dass sie zu Recht auf Tabellenplatz drei steht. Am Samstag genießt man im Badminton-Leistungszentrum (Südstr. 23) zunächst Heimrecht gegen Union Lüdinghausen und 24 Stunden später führt die Reise in das Saarland zum Tabellenprimus 1. BC Bischmisheim.

Gegen den Gegner aus dem Münsterland hat der 1. BVM in jüngster Vergangenheit keine guten Erinnerungen. Unvergessen ist bis heute die unglückliche Niederlage im Finale um die Deutsche Meisterschaft aus dem Jahr 2014. Aber auch ansonsten hat der deutsche Rekordmeister aus den letzten neun Partien gegen Lüdinghausen nur einen Sieg einfahren können. Für Teammanager Steffen Hohenberg wird es somit höchste Zeit, den Negativtrend umzukehren. „Unsere Vorteile liegen in den Doppeln“, so Hohenberg zu den Aussichten befragt. Und damit meint er in erster Linie die niederländisch-schottische Spielgemeinschaft von Robin Tabeling und Adam Hall, als auch das eingespielte und wiedergenesene Damendoppel Lara Käpplein / Johanna Goliszewski. Ist der Spielverlauf bis zum Ende ausgeglichen, so hat der Mülheimer Teamchef mit dem Mixed Johanna Goliszewski und Robin Tabeling noch einen weiteren Trumpf im Ärmel. „Interessant wird auch sicherlich das 2. Herreneinzel“, so Hohenberg. Zwar hat Alexander Roovers zuletzt immer den Kürzeren gegen seinen potentiellen Gegner Nick Fransman (Niederlande) gezogen, aber der 30-jährige Mülheimer erlebt gerade im Herbst seiner Karriere einen wahren Frühling. Mit Weltranglistenplatz 153 ist er aktuell so gut wie nie zuvor platziert. Und auch seine makellose Bilanz von 5-0 Bundesligaspielen spricht dafür, endlich den Bock umzustoßen. Zu den Aussichten gegen Lüdinghausen befragt, äußerst sich der Teammanager: „Vor heimischen Publikum wollen wir natürlich einen Sieg einfahren, um ohne Druck und mit viel Selbstvertrauen nach Bischmisheim fahren.“

Dort sind dann die Mülheimer allerdings in der Außenseiterrolle. Der Kader der Saarländer ist gespickt mit absoluten Top-Athleten und unterstreicht deren Ausnahmerolle in der Badminton-Bundesliga. Allein die Weltranglistenpositionen von Isabel Herttrich (Doppel: 33, Mixed: 22), Natalia Perminova (Einzel: 55), Marvin Seidel (Doppel: 35, Mixed: 26) und Ruben Jille (Doppel: 36) zeugen von exzellenter Qualität. Und die ehemaligen Weltklasseathleten Michael Fuchs und Johannes Schöttler treten zwar nicht mehr international auf, haben aber von ihrem Können kaum etwas eingebüßt. Beide sind in der aktuellen Saison noch ungeschlagen. Und so ist zu befürchten, dass der Tabellenführer mal wieder in Vollbesetzung gegen den BVM aufläuft. „An einigen Spieltagen schonen sie mal einige Athleten. Aber immer gegen uns treten sie in Bestbesetzung an“, so Hohenberg. Die größten Chancen für die Mülheimer liegen im 1. Herrendoppel, im Mixed und den Herreneinzeln. Nichtsdestotrotz sind die Rollen am Sonntag klar verteilt. Dazu nochmals der Teammanager: „Bischmisheim ist für mich der Favorit – keine Frage. Wir hoffen aber, dass wir sie ärgern können.“

Und selbst wenn im Saarland keine Überraschung gelingt, muss man nicht lange auf eine Wiedergutmachung warten. Bereits am 17.12 empfängt der 1. BVM den TSV 1906 Freystadt und kann mit einem Sieg eine hervorragende Hinrunde krönen.

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