Die AIDS-Teddys sind gegen eine Spende bei den verschiedenen Aktionen und in der Aidshilfe erhältlich (Foto: privat)

Oberhausen. Nur wer von seiner HIV-Infektion weiß, kann von den Behandlungsfortschritten profitieren. Information und Beratung zu allen Fragen rund um HIV bieten in Oberhausen die Aidshilfe Oberhausen e.V. sowie das Gesundheitsamt der Stadt Oberhausen an.

Wenn HIV-positive Menschen frühzeitig mit einer Behandlung beginnen, haben sie wesentliche gesundheitliche Vorteile[1]. Laut Robert Koch-Institut erfolgen in Nordrhein-Westfalen jedoch 33 Prozent[2] der HIV-Diagnosen erst dann, wenn die Patient*innen bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt aufweisen. Darauf weisen die Beratungsstellen für sexuell übertragbare Infektionen (STI) und HIV/AIDS im Oberhausener Gesundheitsamt und die Aidshilfe Oberhausen e.V. im Vorfeld des Welt-AIDS-Tages hin.

„Wir möchten alle Menschen, die Fragen zu HIV und STI haben, ermutigen, die kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung im Gesundheitsamt der Stadt Oberhausen in Anspruch zu nehmen“, erläutert Lena Steverding, Sozialarbeiterin für die Beratungsstelle der Stadt Oberhausen. In der Beratung können Risiken, Schutzmöglichkeiten, Verlauf und Behandlung einer Infektion oder Themen wie Sexualität besprochen werden. Im Anschluss der Beratung kann ein Test auf HIV erfolgen. Der Test ist anonym und kostenlos, das Ergebnis wird vertraulich behandelt. Menschen mit HIV, die frühzeitig eine Behandlung beginnen, haben ein deutlich geringeres Risiko, AIDS oder andere schwere Krankheiten zu entwickeln. Ein Test kann somit einen schnellen Therapiebeginn ermöglichen. Der Test kann bereits nach sechs Wochen eine Infektion mit hoher Sicherheit ausschließen. Die Beratungsstelle für STI und HIV/AIDS des Gesundheitsamtes der Stadt Oberhausen befindet sich auf der Tannenbergstraße 11-13, 46045 Oberhausen im Raum 0.06. Die Öffnungszeiten sind dienstags und donnerstags von 07.30-11.00 Uhr und 13.30- 16.00 Uhr. Telefonisch kann die Beratungsstelle unter 0208-825 2597 oder per Mail an lena.steverding@oberhausen.de erreicht werden.

„Wir wünschen uns, dass alle Menschen mit HIV von den riesigen Behandlungsfortschritten profitieren können“, ergänzt Natalie Rudi, Geschäftsführerin der Aidshilfe Oberhausen. Angst vor Diskriminierung ist einer der wesentlichen Faktoren, warum Menschen nicht zum HIV-Test gehen. „In vielen gesellschaftlichen Bereichen sind noch irrationale Ängste vor Ansteckung zu beobachten, die zu Diskriminierung von Menschen mit HIV führen“, erläutert Rudi.

Rund 100 HIV-positive Menschen und ca. 45 An- und Zugehörige werden von der Aidshilfe Oberhausen e.V. dauerhaft und kostenfrei betreut. Fast ein Drittel der Menschen haben einen Migrationshintergrund. 15 Nationen sind vertreten. Neben Betreuungsarbeit leistet die Aidshilfe auch Aufklärungsarbeit an Schulen. Jedes Jahr erreicht die Aidshilfe mit etwa 55 Veranstaltungen 650 Schüler*innen. Außerdem fanden im Jahr 2017 etwa 350 Einmal-Beratungen für Menschen, die eine Risikoeinschätzung bezüglich HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen benötigten, statt. Schätzungen zufolge geht man davon aus, dass sich im Jahr 2017 vier bis sechs Bürger*innen in unserer Stadt mit HIV neu infiziert haben. Die 25 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Aidshilfe leisten jedes Jahr um die 2.000 Stunden. Gerne nimmt der Verein noch weitere Ehrenamtliche auf.

Zum Welt-AIDS-Tag informiert die Aidshilfe-Oberhausen e.V. wie jedes Jahr über den aktuellen Stand ihrer Arbeit und sammelt Spenden. Viele Aktionen mit Infoständen haben mittlerweile langjährige Tradition, wie z.B. der Stand im Bero-Einkaufscenter. Natürlich können dort auch wieder die begehrten AIDS-Teddys erworben werden. Dieses Jahr gibt es eine Besonderheit: Zum 30-jährigen Jubiläum werden AIDS-Teddys aus den Vorjahren zum Jubiläumspreis von 7,50 € abgegeben. Der Erlös kommt der Aidshilfe zu Gute.

Denn es gilt nach wie vor: Um die Arbeit leisten zu können, ist die Aidshilfe Oberhausen e.V. sowohl auf öffentliche Finanzierung als auch auf private Zuwendungen und die großzügige Hilfsbereitschaft der Kooperationspartner angewiesen. Der gemeinnützige Verein hofft, sich auch in Zukunft auf die Unterstützung durch die Stadt und die Bürger*innen verlassen zu können.

Weitere Informationen unter: www.welt-aids-tag.de und www.positive-stimmen.de sowie auf der Homepage der Aidshilfe Oberhausen e.V.: www.aidshilfe-oberhausen.de

HIV-Testzeiten in Oberhausen sind zu finden unter: https://www.oberhausen.de/de/index/rathaus/verwaltung/umwelt-gesundheit-oekologische-stadtentwicklung/gesundheitswesen/aerztlicher-dienst-sozialmedizin.php

 

Die Aktionen der Aidshilfe Oberhausen e.V. rund um den Welt-AIDS-Tag 2017

 

Freitag, 01.12.2017 & Samstag 02.12.2017

Zeit: 10.00 – 18.00 Uhr

Informationstand und Spendenaktion im

BERO-Zentrum

Concordiastr. 32

46049 Oberhausen

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Seit 17 Jahren schon findet anlässlich des Welt-AIDS-Tags ganztägig eine große Aktion zugunsten der Arbeit der Aidshilfe Oberhausen e.V. im BERO-Zentrum statt. An zwei Tagen werden rote Schleifen und Informationsmaterial an die Passanten verteilt. Die Besucher*innen können das Engagement mit Spenden unterstützen und auch den begehrten AIDS-Teddy erwerben.

 

 

 

Sonntag, 03.12.2017

Beginn: 14:00 Uhr

Informationsstand und Spendenaktion beim Heimspiel Rot-Weiß- Oberhausen gegen Borussia Mönchengladbach U23

Stadion Niederrhein

Lindnerstr. 2 – 6

46149 Oberhausen

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Bereits zum achten Mal erhält die Aidshilfe Oberhausen e.V.  mit dem lokalen Fußballclub „runde“ Unterstützung.

 

Mitarbeiter*innen der Aidshilfe Oberhausen e.V. werden mit einem Informationsstand in der VIP-Lounge des RWO vor Ort sein, um Spenden zu sammeln sowie rote Schleifen und Informationsmaterial zu verteilen.

 

 

 

 

 

KURZPROFIL der Aidshilfe Oberhausen e.V.

Tätigkeitsfelder:

  • Psychosoziale Beratung und Betreuung:
    • Rund 100 HIV-positive Menschen sowie 45 An- und Zugehörige aus Oberhausen und Mülheim a. d. Ruhr werden von der der Aidshilfe Oberhausen e.V. dauerhaft betreut
  • Ambulant Betreutes Wohnen:
    • Seit 2011 ist der gemeinnützige Verein ein vom Landschaftsverband Rheinland anerkannter Träger des Ambulant Betreuten Wohnens nach SGB XII. Das Angebot ermöglicht Klient_innen mit besonderem Unterstützungsbedarf möglichst lange ein hohes Maß an Selbständigkeit in der eigenen Wohnung zu erhalten
    • 2017 nahmen sechs Klient_innen dieses Angebot wahr
  • Youthwork und Prävention:
    • Seit 29 Jahren ist die Aidshilfe Oberhausen e.V. an den Oberhausener Schulen präsent. Im Rahmen eines sexualpädagogischen Gesamtkonzepts informiert der Verein in den Klassen, wie sich jede/r vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützen kann
    • Durchschnittlich ca. 55 Veranstaltungen, insgesamt 650 Schülerinnen und Schüler pro Jahr
  • Multiplikator_innenschulungen:
    • Für z.B. Altenpfleger_innen, Krankenpfleger_innen oder Lehrer_innen
    • 15 Veranstaltungen pro Jahr
  • Einmal- und Telefonberatung
    • Ergänzend bietet der Verein Einzelberatungen für Menschen, die eine Risikoeinschätzung bezüglich HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen benötigen, an.
    • Eine lange Tradition hat die ehrenamtliche Telefon- und Email-Beratung, die bundesweit für alle offen ist, die Fragen zu HIV, AIDS und Hepatitis haben
    • Gesamt ca. 350 Anfragen pro Jahr

Gründung:         1987

Personal:            4 hauptamtliche Stellen, davon 3 Fachkräfte, 1 Verwaltungskraft

Ehrenamt:          25 Ehrenamtler_innen

Weitere Informationen auf der Homepage www.aidshilfe-oberhausen.de.

Ansprechpartnerin: Cora Nagorny, Fachbereich Prävention u. Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0208 810 69 273, Mobil: 0176 963 488 96, E-Mail: cora.nagorny@aidshilfe-oberhausen.de

[1] Zusammenfassung der Strategic Timing of AntiRetroviral Treatment (START) Study unter http://www.aidsmap.com/START-trial-finds-that-early-treatment-improves-outcomes-for-people-with-HIV/page/2972157/

[2] HIV/Aids in NRW, Eckdaten der Schätzung des Robert-Koch-Instituts, Stand Ende 2016 http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Eckdaten/EckdatenNordrheinWestfalen.pdf?__blob=publicationFile

 

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