Die Kita „Alte Schule“ in Hoerstgen bietet den Kleinsten viel Platz und Freiraum (Foto: privat)

Kamp-Lintfort. Kita-Plätze sind heiß begehrt, auch in Kamp-Lintfort. Daher versucht die Stadt der gestiegenen Nachfrage durch zusätzliche Angebote schnell nachzukommen. „Wir haben in diesem Jahr in Kamp-Lintfort etwa 60 zusätzliche Plätze in Kitas und in der Kindertagespflege neu eingerichtet und die Nachfrage zeigt, dass wir auf diesem Feld weiter investieren müssen“, erläutert Jugenddezernent Dr. Christoph Müllmann. Auch in der Elterninitiativ-Kita in Hoerstgen wird eine dritte Gruppe eröffnet.

Damit in der Kita eine dritte Gruppe starten kann, wurden die Räume in der Elterninitiativ-Kita in Hoerstgen in den vergangenen Wochen hergerichtet: Bodenbeläge wurden neu verlegt, Wände und Türen gestrichen und neue Decken installiert. „Wir haben einen Speisesaal neu eingerichtet und einen Physio-Raum saniert. Zudem wurde der Sanitärbereich im Obergeschoss erneuert und barrierefrei gestaltet“, erklärt Christiane Tielsch, Projektleiterin des Gebäudemanagements der Stadtverwaltung. Einschließlich der neuen Einrichtung wurden knapp 150.000 € ausgegeben. Der überwiegende Teil der Kosten kann durch eine Landesförderung finanziert werden. „Eine derart günstige Landesförderung würden wir uns auch bei den Neubauprojekten im Niersenbruch und beim Schirrhof auf dem ehemaligen Zechengelände wünschen. Viele Kommunen stehen vor der Aufgabe, kurzfristig weitere Betreuungsplätze zu schaffen. Diese Entwicklung müsste auch durch zusätzliche Landesmittel unterstützt werden – sonst ist das in Zeiten defizitärer Haushalte nicht machbar“, fordert Dr. Müllmann.

Der Vorstand der Elterninitiative und die Kita-Leitung freuen sich über die neu gestalteten Räume und die Nachfrage, die für die gute Arbeit der Kita spricht. Vor über drei Jahren hatte sich eine Gruppe von acht engagierten Gründungsmitgliedern zusammengefunden, die die geplante Schließung des damaligen „Haus Kunterbunt“ unter Trägerschaft des Kreises nicht einfach hinnehmen wollten. „Die Tatsache, dass wir von der Stadt nach nur zwei Jahren gefragt wurden, ob wir uns die Öffnung einer dritten Gruppe vorstellen können, hat uns für viele Mühen entschädigt, die die ehrenamtliche Vorstandsarbeit neben Berufstätigkeit und Familie mit sich bringt, und uns in unserer Arbeit bestärkt“, freut sich Dr. Birgit Hartmann, die mit Nicole Wamers und Ellen Grieß den Kita-Vorstand bildet.

Den Erfolg der Arbeit sieht Doris Hartmann, die neue Leiterin der Elterninitiativ-Einrichtung, auch im inklusiven Grundgedanken der Kita: „Diese Kita war schon immer dem Inklusionsgedanken verpflichtet. Durch die Arbeit mit Regel- und Förderkindern haben wir ein hoch motiviertes und engagiertes multiprofessionelles Team aus Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen, Logopädinnen und Heilerziehungspflegerin. So können wir allen Kindern immer wieder neue Förder- und Entwicklungsangebote bieten, denn jeder bringt andere Ansätze, Sichtweisen und Erfahrungen mit.“ Zudem arbeitet die Einrichtung mit externen Praxen zusammen, sodass beispielsweise auch Ergotherapie und Logopädie während des Kindergartentages angeboten werden können.

Gleichzeitig bietet die Elterninitiativ-Kita weitere Angebote für die Kleinsten, wie saisonal frisch zubereitete Mahlzeiten, um die Kinder auch für eine gesunde Ernährung zu begeistern. Dieser Einsatz trägt immer mehr Früchte: „Anfangs sind die Kinder häufig nicht gerade begeistert, wenn es Mittags z.B. Kürbissuppe gibt. Aber wenn unsere Köchinnen sie dann ‚Piratensuppe’ nennen und entsprechend dekorieren, lassen sich meist auch die letzten kleinen Skeptiker überzeugen“, berichtet Doris Hartmann schmunzelnd aus dem Kita-Alltag. Das Team der Alten Schule hofft, dass die Vorzüge der Einrichtung, zu denen nicht zuletzt auch das großzügige Raumangebot gehört, viele Eltern trotz längerem Fahrtweg von den Qualitäten der Kita überzeugen.

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