Zweimal St. Martin: Lennard und Gerald Schmidt (Foto: HELIOS)

Krefeld. In diesem Jahr teilte Gerald Schmidt nicht nur seinen Mantel, sondern auch seine Rolle als Martinsdarsteller – und erfüllte damit Lennard (17), der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam, seinen größten Traum. „Seitdem er sechs Jahre alt war, wünscht Lennard sich nichts sehnlicher, als einmal in die Rolle des St. Martin zu schlüpfen“, berichtet seine Mutter, Maike Klapdor. Wenn Lennard in seiner Freizeit nicht gerade auf dem Fußballfeld stand, ritt er mit großer Leidenschaft eines der Pflegepferde der Familie und spielte St. Martin. „Aber da waren natürlich keine Kinder, denen er winken und die er erfreuen konnte.“

Als Gerald Schmidt, der den St. Martin schon seit vielen Jahren für die Helios Kinderklinik mimt, von diesem sehnlichen Wunsch erfuhr, musste er nicht lange überlegen: „Wir versuchen das einfach mal!“ Bei Helios rannte er damit offene Türen ein. Ein Willicher Kostümverleih lieh Lennard das passende Martins-Kostüm. Sein Outfit perfekt machte ein ganz besonderes Geschenk, dass das Ehepaar Schmidt ihm überreichte: ein stilechtes Schwert mit seinem eingravierten Namen.

Und so ritt Lennard, mit Mantel, Helm und Schwert bekleidet, von dem anderen St. Martin geführt, stolz auf dem beeindruckend großen Friesen Beart inmitten der vielen bunten Laternen. In diesem Jahr waren es vor allem lustige Tiere, die die Patienten der Kinderklinik und die Kinder der Tageseinrichtung Lutherplatz gebastelt hatten. Musikalisch begleitet wurde der Zug vom Pop- und Rockorchester Fischeln. Am Feuer auf dem großen Vorplatz des Klinikums übernahm Martinsdarsteller Schmidt wieder und teilte seinen Mantel für den armen Mann.

Anschließend gingen beide Martinsdarsteller in Begleitung des Singkreises Fischeln 98 auf die Kinderstationen und verteilten Weckmänner an die kleinen Patienten. „Lennard hat das großartig gemacht. Er ist unheimlich aufgeschlossen und liebt die Menschen – genau wie der historische St. Martin. Ich würde mich freuen, wenn wir das nächstes Jahr wiederholen“, berichtet Karin Ahrweiler aus der Spielabteilung der Kinderklinik begeistert. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und der finanziellen Unterstützung durch den Fördervereins für krebskranke Kinder organisiert sie seit vielen Jahren den Martinszug.

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