Anja Cassel erschreckte als Werwolf verkleidet die Kinder im Schlosspark (Foto: Tanja Pickartz)

Moers. Massen kleiner Gespenster und Teufelchen huschten am Dienstag, 31. Oktober, durch den Schlosspark: Das Grafschafter Museum hatte zum 11. Rübengeisterumzug eingeladen. In diesem Jahr fiel der Umzug mit dem 500. Reformationsjubiläums zusammen – und so war auch Luther dieses Jahr Thema. Wie die allermeisten Menschen seiner Zeit, war er überzeugt, dass es Hexen und Zauberei gibt. Nach dem Teufel soll der Reformator sogar ein Tintenfass geworfen haben. Luther zufolge gibt es aber noch ein anderes Mittel, Gespenster und Teufel zu verjagen – mit einem Furz!

So erzählte Luther zum Beispiel in seinen Tischreden von einer Frau aus Magdeburg, die von Gespenstern geplagt worden sei. Sie habe sie vertrieben, indem sie einen großen Furz ließ und sagte: „Sihe Teuffel, do hab dir ein stab und gehe gen Rom zu deinem abgott!“ Der Quälgeist hörte auf und verschwand – wohl nach Rom zum katholischen Papst.

Auch für die meisten Menschen am Niederrhein war Spuk seinerzeit Realität. Das Wort Spuk stammt sogar vom Niederrhein, der viele Gespenstergeschichten zu bieten hat. So gab es für die über 1.000 Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung an zahlreichen Stationen im Park, im Musenhof und im Schloss einiges über Gespenster- und Sagengestalten des Niederrheins zu erfahren.

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