v.l. Andrea Farnschläder und Emilio Teijeira (Foto: DRK)

Oberhausen. Emilio Teijeira, Leiter der DRK Delegation in Bangladesch, informierte die Geschäftsführerin des DRK Oberhausen, Andrea Farnschläder, anlässlich eines Besuchs über die Situation in dem südasiatischen Staat, der zurzeit wegen der Flüchtlingswelle der muslimischen Rohinya aus dem benachbarten Myanmar in den Nachrichten ist.

Aufgrund zunehmender bewaffneter Auseinandersetzungen im Teilstaat Rakhine in Myanmar fliehen immer mehr Angehörige der Volksgruppe Rohingya nach Bangladesch. Über 420.000 Menschen sind seit der Eskalation aus ihrer Heimat ins Nachbarland geflüchtet, 80 Prozent von ihnen Frauen und Kinder. Den ausgezehrten Flüchtlingen fehlt es an allem. Deshalb unterstützt das DRK den Bangladeschischen Roten Halbmond bei der Versorgung der Menschen.

Schon vor der Eskalation der Gewalt im August 2017 haben in den letzten 25 Jahren insgesamt rund 700.000 Menschen Zuflucht in Bangladesch gesucht. Gleichzeitig wollen Tausende weitere Rohingya aus Myanmar fliehen.

Zur ersten Versorgung der Flüchtlinge verteilt der Bangladeschische Rote Halbmond, Nahrungsmittel und Wasser an die Flüchtlinge. Doch seine Kapazitätsgrenzen sind inzwischen erreicht – vor allem aufgrund der enormen Aufgaben durch die im Sommer eingetretenen extremen Überschwemmungen in 31 Distrikten des Landes.

Das DRK ist zurzeit dabei, lebenssichernde Hilfsgüter sowie Unterkünfte für die neu angekommenen Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen und ihre Sicherheit zu verbessern. Dazu sollen auch Fachkräfte entsendet werden, die bereits laufende Aktivitäten der DRK-Delegation in Bangladesch unterstützen und geplante Hilfsmaßnahmen koordinieren.

Emilio Teijeira nutzte seinen Besuch hier auch, um sich über die Situation der Flüchtlinge in Oberhausen zu informieren. Von den hier initiierten Hilfen zeigte er sich beindruckt: „Ich denke, Oberhausen ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Stadt gemeinsam mit dem Roten Kreuz, anderen Hilfsorganisationen und engagierten Bürgern einer humanitären und gesellschaftlichen Herausforderung begegnen kann.“ Besonders die kontinuierliche Entwicklung von der Nothilfe zu zielgruppenorientierten Integrationsmaßnahmen bewertet der international erfahrene Rotkreuzler als wichtig und nachhaltig: „Oberhausen kann stolz auf sein Rotes Kreuz sein. Da waren die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Andrea Farnschläder zeigte sich mit dieser Einschätzung der Situation in Oberhausen mehr als zufrieden und unterstrich die internationale Solidarität der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung: „Wenn Bedarf besteht, unterstützen wir gerne mit unserem Personal. Solche Einsätze erweitern den Horizont und fördern die Entwicklung unserer Mitarbeitenden.“

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