v.l. Thomas Schicktanz und Klaus Waschulewski (Fotos: privat)

Oberhausen/Mülheim. Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnen die DGB Stadtverbände Oberhausen und Mülheim vor steigender Altersarmut. In Oberhausen verdienten Ende vergangenen Jahres 11.325 Beschäftigte* (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat, in Mülheim 9689 Beschäftigte* (Vollzeit, ohne Auszubildende). Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen.

Dazu Thomas Schicktanz, DGB-Vorsitzender in Oberhausen und sein Mülheimer Kollege Klaus Waschulewski: „Wir brauchen dringend zunächst eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent. In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Der DGB sieht das kritisch, da sich deutlich gezeigt hat, dass zum Beispiel die Riester-Rente gescheitert ist. Deshalb ist nach Ansicht des DGB ein Kurswechsel in der Rentenpolitik dringend notwendig.

Schicktanz und Waschulewski sind sich einig: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne.“

* Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik, Stichtag 31.12.2016

Beitrag drucken
Anzeigen