Das Team der Beratungsstellen in Dinslaken, Moers und Wesel berät Menschen in vielen schwierigen Lebenslagen (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Moers/Dinslaken/Wesel. Druck können Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen verspüren. Da ist die Angst vor dem Versagen in der Schule, Streit bis hin zur Trennung in der Partnerschaft, das Gefühl, die Arbeit nicht mehr erledigen zu können oder auch die Routine, die sich nach Jahrzehnten einer Ehe eingeschlichen hat. Wilfried Kohler, Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) in Wesel kennt solche Geschichten. 306 Menschen haben im vergangenen Jahr bei ihm und seinen Kolleginnen Rat gesucht, oft gab es bis zu zehn Gespräche, manchmal sogar bis zu 30. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 1124 Menschen die Hilfe der EFL in den Beratungsstellen in Dinslaken, Moers und Wesel in Anspruch genommen.

Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den die drei Stellen nun veröffentlicht haben. Hauptsächlich werden Paargespräche oder auch Einzelgespräche in Anspruch genommen, ein großer Teil der Klienten ist zwischen 40 und 60 Jahren alt. Doch auch 18-Jährige wenden sich an die EFL, ebenso wie Senioren, die das sechste Lebensjahrzehnt schon vollendet haben. „Jeder Lebensabschnitt hat seine eigenen Herausforderungen“, erklärt Kohler. Bis 29 Jahre geht es vor allen Dingen um Orientierung und Weichenstellung für das spätere Leben, daran schließt sich die Phase der jungen Paare und Familien mit kleinen Kindern an. „Die Partnerschaft kommt da oft zu kurz“, erklärt Kohler, warum ab diesem Alter der Wunsch nach Beratung wächst.

Schwierig wird es dann auch in der Zeit von 40 bis 49 Jahren, „da gibt es entweder eine Stabilisierung oder es beginnt eine berufliche Durchstartphase, es geht darum, das Erreichte zu sichern und die Karriere voranzubringen. Mit allen Ängsten, Sorgen und Problemen, die damit einhergehen“, verdeutlicht der EFL-Experte. Anschließend wird es ruhiger, es beginnt die Zeit des Rückblicks und schließlich auch eine gewisse Gelassenheit, wenn die Kinder auf eigenen Beinen stehen. „Auch in dieser Phase können Menschen noch Druck verspüren“, sagt Kohler, „aber es ist nicht verwunderlich, dass der Großteil unserer Klienten aus der Lebensmitte kommt.“

Die Beratung in der EFL ist ein Angebot der katholischen Kirche, zu großen Teilen finanziert durch das Bistum Münster. Kohler: „Religion, Herkunft oder sexuelle Orientierung spielen bei uns keine Rolle, jeder kann unsere kostenlose Beratung in Anspruch nehmen. Jede Art von Druck, die ein Mensch empfindet, wird von uns ernst genommen.“

Zu erreichen ist die EFL in Dinslaken in der Danziger Straße 3, Telefon 02064 58645, in Moers in der Haagstraße 28, Telefon 02841 23730 und in Wesel in der Sandstraße 24, Telefon 0281 25090. Weiter Informationen gibt es auf der Seite www.ehefamilieleben.de im Internet. Auf Wunsch findet eine Beratung anonym statt.

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