Kulturrucksack: You-Tube-Workshop in der Fabrik Heeder: (v.l.): Tilman, Luna und Sophia mit Workshop-Leiterin Sunny Bansemer (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation)

Krefeld. „Das ist jetzt das große Finale“, sagt Videoproduzent Marco Rentrop und richtet die Kamera auf die 15 Kinder, die sich am Brunnen auf dem Platz-der-Deutschen-Einheit aufstellen. Sie halten Smilies, Like-it-Hände und andere Schilder. „Musik ab und ich will euch tanzen sehen“, so Rentrop. Aus einer Minibox ertönt ihr Song „Wir sind You-Tube-Stars“ nach dem Hit „Shake it off“ von Taylor Swift. Sie beginnen zu tanzen, halten die Schilder in die Höhe. Die Menschen auf den Parkbänken schauen neugierig zu, was sich vor ihren Augen ereignet. „Danke“, sagt Rentrop. Die Szene ist im Kasten und der Kulturrucksack-Workshop „You Tube Genre Musikparodie“ ist fast zu Ende.

„Das ging leider viel zu schnell vorbei“, bedauert die zwölfjährige Julia aus Krefeld. Zusammen mit den anderen 14 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren hat sie vor vier Tagen begonnen, eine Musikvideoparodie zu planen und zu realisieren. Das Kulturbüro der Stadt Krefeld veranstaltet im Rahmen des Kulturrucksacks diesen Workshop. „Wir waren sehr schnell ausgebucht“, berichtet Anke Zwering, Projektkoordinatorin beim Kulturbüro. Dieser Workshop ist das diesjährige Kulturrucksack-Gemeinschaftsprojekt der Städte Krefeld, Viersen und Willich. Nachdem alle Kurse in den jeweiligen Städten beendet sind, gibt es am 7. Oktober eine gemeinsame Kinopremiere in der Viersener Stadtbücherei. Doch vor dem Premierenapplaus steht eine Menge Arbeit, aber auch sehr viel Spaß an.

In der Fabrik Heeder haben die Kinder ihren eigenen Song mit dem Musiker und Produzenten Philipp Kersting komponiert, in einem mobilen Tonstudio eingesungen und dazu ein professionelles Musikvideo dreht. „Heute haben wir unseren letzten Drehtag“, sagt Schauspielerin und Sprecherin Sunny Bansemer. Die Kinder seien mit viel Freude dabei gewesen. „Aber alle sagten auch, dass es sehr viel mehr Arbeit macht, als sie dachten“, so Bansemer. Und das war auch ein Ziel des Projektes. „Es umfasst das Thema Neue Medien“, sagt Zwering. Die Thematik beschränke sich eben nicht nur auf Videospiele. Zu einem Musikvideodreh gehöre eben Singen, Tanzen, Schauspielen und das spätere Bearbeiten des Filmmaterials. „Hierbei können sie kreativ sein, das ist uns wichtig“, betont Zwering.

Das Konzept kommt bei den Kindern sehr gut an. „Ich finde das Singen cool“, sagt Marian. Der Zwölfjährige bestückt seit einem guten Jahr seinen eigenen You-Tube-Kanal. An dem Workshop „You Tube Genre Musikparodie“ nimmt er teil, weil er ein paar Tipps für sein Hobby lernen möchte. Und eine Parodie zu drehen, klar, das mache Spaß. „Ich schaue mir vieles auf You Tube an. Ich wollte unbedingt wissen, wie so ein Video gemacht wird“, berichtet Julia. Es sei nicht so leicht, wie man denkt. Jetzt wissen sie jedoch, wie es „hinter den Kulissen“ einer solchen Produktion aussieht. „Den Song aufzunehmen, fand ich toll“, so die Zwölfjährige: „Ich bin froh, dass ich einen Platz bekommen habe. Wenn nochmal so ein Workshop angeboten wird, bin ich sofort dabei.“

Für über 18 000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren Krefeld, Viersen und Willich steht das meist kostenfreie Angebot „Kulturrucksack“ seit 2012 zur Verfügung. Dabei haben kulturelle Institutionen der Städte und freie Kulturschaffende eine Angebotspalette für Kinder und Jugendliche geschaffen, um sie für Kultur zu begeistern und sie in kreative Schaffensprozesse als Akutere einzubinden. Weitere Informationen über das Angebot der kulturellen Bildung stehen auf www.krefeld.de/kulturbuero unter dem Stichwort „Kulturrucksack“.

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