Die Vertreterinnen und Vertreter des RVR und der beteiligten Kreise und Städte nach der Vertragsunterzeichnung am Flughafen in Mülheim vor dem Doppeldecker „Red Eagle“ (Foto: DIRK A. FRIEDRICH)

Rhein-Ruhr. Die Luftbildgrundlage für die elf kreisfreien Städte und vier Kreise im Ruhrgebiet soll künftig flächendeckend, einheitlich und aktuell sein. Eine regelmäßige Befliegung, zentral beauftragt und betreut durch den Regionalverband Ruhr (RVR), macht das möglich. Der RVR sowie die Städte und Kreise im Geonetzwerk.metropoleRuhr haben das gemeinsame Vorgehen in der letzten Woche mit einem Vertrag besiegelt. Die Befliegung erfolgt jeweils im Frühjahr 2018 und 2019.

RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel: „Dieses städteübergreifende Gemeinschaftsprojekt unter dem Dach des Verbandes ist ein gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit in der Metropole Ruhr. Von einer abgestimmten Luftbildbefliegung profitieren die Akteure im Geonetzwerk gleich doppelt. Zum einen erhalten sie ganz aktuelle, qualitativ hochwertige regionale Daten. Zum anderen sparen alle Beteiligten deutlich Kosten ein.“

Zurzeit sind die Luftbilder vom Ruhrgebiet nicht flächendeckend aktuell verfügbar. Es existieren Daten aus einer Zeitspanne von 2011 bis 2016. Die unregelmäßige Datenaktualisierung erschwert städteübergreifende Planungen beispielsweise im Siedlungsflächenmonitoring oder im Radwegebau.

Die gemeinsame Befliegung macht es möglich, dass in 2019 erstmals aktuelle Luftbilder und sogar Schrägluftbilder vollständig für das gesamte Ruhrgebiet vorliegen. Die einheitliche Datenbasis eröffnet weitere Anwendungsfelder, um beispielsweise in Zeitreihen die Auswirkungen von Naturereignissen in der Region zu dokumentieren. Ebenso lassen sich versiegelte Flächen ermitteln oder die Entwicklung von Waldschäden darstellen.

Jürgen Vahlhaus, Lenkungskreissprecher des Geonetzwerk.metropoleRuhr aus dem Kreis Recklinghausen:  „Mit der Luftbildkooperation konnte das Geonetzwerk innerhalb der letzten beiden Jahre drei Projekte für das Ruhrgebiet auf die Beine stellen. Die Bebauungsplanübersicht und das Luftbildportal haben bereits gezeigt, wie effektiv die Zusammenarbeit aller Städte und Kreise ist und auf Dauer sein kann. So lassen sich gute Ideen wirtschaftlich verwirklichen und alle Partner profitieren vom gegenseitigen Know-How.“

Im jetzt geschlossenen Kooperationsvertrag haben sich die Kommunen und der RVR auf inhaltliche und technische Standards der Bildflüge verständigt. Die Ergebnisse der Befliegung werden zentral beim Verband aufgearbeitet und unter luftbilder.geoportal.ruhr zur Verfügung gestellt. Der RVR übernimmt auch die zentrale Ausschreibung und Vergabe, die Vertragspartner teilen sich die Kosten anhand eines Finanzierungsschlüssels. Der RVR trägt die Aufwendungen für die Infrarotbilder komplett und übernimmt 30 Prozent der Ausgaben je Vertragspartner. Die Kosten für die Befliegung des Ruhrgebiets über zwei Jahre belaufen sich geschätzt auf rund 600.000 Euro. Eine Gesamtbeauftragung wird voraussichtlich 20 Prozent der Ausgaben einsparen. Zudem muss nicht jede Kommune das Know-How für die komplexe Datenauswertung bereithalten.

„Durch die zeitgleiche Befliegung eines größeren, zusammenhängenden Gebietes werden Doppelarbeiten in den Randbereichen vermieden. Die zentrale Bereitstellung der Daten durch den RVR erspart die Bereitstellung von Speicherplatz durch die Stadt Oberhausen. Um an diesen Vorteilen teilzuhaben, ist die Stadt Oberhausen dieser Kooperation beigetreten“, so Hans-Werner Küppers, Leiter des Bereiches für Geodaten, Vermessung und Kataster über Oberhausens Beteiligung.

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