(Symbolfoto)

Hünxe. Es war eine Polizeipressemeldung vom Dienstagmorgen um 5.19 Uhr, die in Hünxe nach dem Schützenfest des BSV für Kopfschütteln, Unverständnis und Irritationen sorgte. Eine Userin im sozialen Netzwerk drückte dies mit „wieder mal eine Pressestelle, die nicht die ganze Geschichte schreibt und vor allem nicht schreibt, was dieser Herr dort gerufen hat“ aus.

Schon bevor um 7 Uhr die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Wesel besetzt war, ging eine Polizeimeldung über einen Vorfall auf dem Hünxer Schützenfest über den Pressedienst ots auf dem PressePortal online: „Am Montagabend gegen 23:30 Uhr randalierte ein stark angetrunkener 26-jähriger Mann im Schützenfestzelt in Hünxe. Der Mann warf mit Stühlen um sich und schlug einen 52-jährigen Mann, als dieser ihn zur Ordnung rief. Der betrunkene Gast konnte von mehreren Sicherheitskräften überwältigt und an die hinzugezogene Polizei übergeben werden. Er wurde nachfolgend zur Ausnüchterung ins Polizeigewahrsam eingeliefert. (ots)“

Von einem Weseler Polizeipressesprecher wurde auf Nachfrage am Mittwochmorgen bestätigt, dass der 26-jährige Täter ein irakischer Zuwanderer mit Wohnsitz in Hünxe ist. Unabhängig voneinander erhielt LokalKlick von Gästen des Schützenfestes– mit der Bitte keine Namen zu nennen – zwei relativ übereinstimmende Schilderungen des Geschehnisses vom Montagabend. So habe der Iraker zunächst auf den Treppenstufen vor der Herrentoilette gesessen und immer lauter werdend Beschuldigungen wie „Ihr habt alle meine Mutter getötet“, „Ihr habt alle meine Eltern umgebracht“ und „Ihr seid Schuld an dem Krieg“ gegen eine Gästegruppe gerichtet. Schließlich habe er laut „Allahu Akbar“ (islamisch für „Gott ist groß/am größten“) geschrien. Hierbei schwanken die Aussagen im Netz und der erhaltenden Schilderungen bezüglich der Häufigkeit der Ausrufe, der Zuwanderer habe diesen Satz zum Schluss seines Monologes bis zu 5-Mal hintereinander gerufen.

Da dieser Satz zur Verunsicherung und Schrecken bei den umstehenden Festgästen führte, sind wohl sofort mehrere Notrufe zur Polizei getätigt worden. Eine Zeit später ist der Zuwanderer aufgestanden und ist in Richtung des Zelteingangs gelaufen. Mehrere Schützen versuchten ihn an seinem Vorhaben das Festzelt zu betreten zu hindern, obwohl diese keine Kenntnis über eine mögliche Bewaffnung und die Art der vorhandenen Handverletzung des Zuwanderers hatten. Nachdem der Iraker weiter um sich schrie und einen Stuhl auf die Vorstandsmitglieder des BSV Hünxe geworfen hatte, wurde er von drei Mitgliedern des BSV zu Boden gebracht und den eintreffenden Polizeibeamten übergeben.

Am Mittwochmorgen wurde der Fall von der Kreispolizeibehörde Wesel an den Staatsschutz, der bei der Duisburger Polizeibehörde angegliedert ist, übergeben. Gegen frühen Nachmittag konnte Polizeisprecher Ramon van der Maat in Duisburg erste Fakten bekannt geben: „Der Delikt des Randalierens wird weiter von den Behörden im Kreis Wesel behandelt, der in Duisburg ansässige Staatsschutz wird in dem sogenannten ‘Prüffall Islamismus‘ ermitteln. Zum jetzigen Zeitpunkt kann wie in anderen Fällen auch ein weiterer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, aber am morgigen Nachmittag werden wir mehr mitteilen können. Der Fall ist zu frisch bei uns in Duisburg, dass wir mögliche Vortaten oder eventuelle islamistische Verbindungen abfragen konnten.“        Christian Voigt/LokalKlick

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