René I. (Sellmer) und Sabine II. (Donner) sind das neue Prinzenpaar. Oberbürgermeister Frank Meyer (links) empfing die Tollitäten in spe gemeinsam mit Peter Bossers, Präsident des Comitée Crefelder Carneval, im Rathaus (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)

Krefeld. Selten wurde schon bei der Präsentation des Krefelder Prinzenpaares so viel gelacht, wie nun bei der Vorstellung der Tollitäten für die kommende Session 2017/2018: Mit René I. (Sellmer) und Sabine II. (Donner) stehen Prinz und Prinzessin bereits im Sommer fest. „Ich freue mich sehr auf die kommende, wenn auch sehr kurze Session mit einem wunderbaren Prinzenpaar. Ich muss allerdings schon jetzt festhalten, dass Personen mit einem grünen Bart keine Chance haben, den Rathaus-Schlüssel zu erobern“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer bei der traditionellen Vorstellungsrunde im Rathaus. Damit spielte er auf den rund 30 Zentimeter langen Kinnbart an, den Sellmer seit einigen Jahren als sein Markenzeichen trägt.

Dabei bräuchte der Prinz in spe den Bart eigentlich gar nicht, er selbst ist nämlich fast schon eine Marke. Seit vielen Jahren betreibt er in Bockum auf der Maybachstraße einen Friseursalon mit eigenwilligem Konzept: Hier nennt der Kunde den Preis, den er bereit ist, zu zahlen. Sellmer nimmt sich dafür das Recht heraus, die Frisur zu bestimmen. Ebenfalls seit vielen Jahren ist er im Fernsehen in verschiedenen Shows unterwegs, das nächste Mal wird er am 14. August in Günther Jauchs Quiz-Arena stehen. Dass er auch für das Amt des Karnevalsprinzen geeignet ist, unterstreicht er vielmehr in seinem Wirken bei den Rosa Jecken. Hier ist er „normales“ Mitglied, Ehrenmitglied, seit 2014 im Vorstand und seit 2015 sogar Vorsitzender. Als klassische „Rampensau“, gerne auch im pinken Anzug, verdient er sich seit Jahren auf den Sitzungen der Rosa Jecken seine Sporen.

Seine Verlobte und jetzige Prinzessin Sabine II. kennt er schon aus Kindeszeiten. Beide besuchten zusammen die Jahnschule, dann verloren sie sich aber aus den Augen, auch weil es Donner nach Köln verschlug, wo sie als Bürokauffrau arbeitet. „2010 haben wir uns dann dank des Internets wiedergetroffen und später auch lieben gelernt“, berichtet der Prinz, der in der Session 2010/2011 beim Prinzenpaar Manfred II. (Rundholz) und Beate I. (Schmitz-Rundholz) Minister für „pieljrade Locke“ war. Spätesten da reifte der Entschluss, auch einmal Prinz zu sein. „Seit 2012 frage ich Sabine im Jahres-Rhythmus. Vor rund fünf Wochen habe ich einen feucht-fröhlichen Abend genutzt und ihr dort das Ja abgerungen“, berichtet René I. lachend. Am nächsten Morgen, die Prinzessin schlummerte noch in den süßesten Träumen, informierte Sellmer das CCC (Comitee Crefelder Carneval), wenig später war alles in trockenen Tüchern. Sabine II. konnte sich zwar nach dem Aufwachen noch an ihre Zustimmung erinnern, dass sie aber in den Job als Prinzessin erst noch hinein wachsen muss, gibt sie offen zu: „Das ist für mich alles absolutes Neuland, ich muss mich erst da rein finden. Ich möchte René einfach unterstützen, seinen Traum zu erfüllen.“ Immerhin, karnevalserprobt ist sie: Jahrzehntelang feierte sie im Kölner Straßenkarneval, seit 2015 ist sie auch Mitglied bei den Rosa Jecken.

Mehr als das Motto „Fasteloevend first“, das auf den Prinzen zurückgeht und sich an die Aussage des US-Präsidenten Donald Trump „America first“ anlehnt, steht noch nicht fest. Sellmer: „Wir haben noch kein großes Konzept, wissen auch noch nicht genau, welches soziale Projekt wir unterstützen werden. Das kommt alles mit der Zeit. Einen Minister habe ich aber schon, meinen Zwillingsbruder Thorsten.“ Einige Termine stehen dagegen schon fest: Am 4. November gibt es einen Gala-Abend mit der Verabschiedung des noch amtierenden Prinzenpaares und der Ernennung des Närrischen Ehrenbürgers im Mercure-Hotel in Traar. Genau eine Woche später ist die Inthronisierung im Rathaus, am 12. Januar dann die Proklamation im Seidenweberhaus. Der traditionelle närrische Gottesdienst wird am 4. Februar gefeiert, am 8. Februar ist die Altweiber-Party in der Königsburg und am 12. Februar schließlich der Rosenmontagszug.

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