Besucher aus dem Wohnpark Bebelstraße erlebten den Alltag im Friedensdorf (Foto: Friedensdorf)

Oberhausen. Normalerweise macht der Jugendclub Courage e.V. im Rahmen offener Jugendarbeit Angebote im Oberhausener Wohnquartier Bebelstraße. Dazu gehörte bei schönstem Sommerwetter jetzt auch ein Tagesseminar in der Friedensdorf-Begegnungsstätte und rund um den Dorfplatz des Friedensdorfes International. „Wenn es um Wünsche junger Courage-Besucher für unser Programm geht, stehen Begegnungen im Friedensdorf bei Courage-Besuchern auf der Liste ebenso hoch oben wie Besuche im Bottroper Freizeitpark“, erklärt Benedict Neugebauer. Der Courage-Bildungsreferent begleitet die neunköpfige Gruppe junger Erwachsener als Leiter. Parallel zu Informationen zu Hilfstransporten, dem Leben im Dorf und Begegnungen mit „seinen“ Kindern übergab Yvonne Grupe von der Wohnpark Betreiberin BCP jetzt 820 Euro an das Friedensdorf. Diese Summe hatten die BCP, die AWO und der Jugendclub als Erlös des Wohnpark-Sommerfests 2017 erzielt. An der Bebelstraße leben Menschen aus über drei Dutzend Herkunftsländern zusammen. Sowohl der Wohnpark wie auch Courage als friedenspolitisch tätige Initiative unterhalten seit vielen Jahren kontinuierliche Kontakte zum Friedensdorf.

Zum Tagesprogramm der jungen Erwachsenen gehörten ein Dorfrundgang, Fußballspielen und Freundschaftsbänder knüpfen mit den Kindern, dazu Informationen über einen Angola-Einsatz des Friedensdorfes im eindrucksvollen Film „Letzte Rettung Deutschland“. „Diesen Film mit Eindrücken zur Wirklichkeit in Kriegs- und Krisenländern wirken zu lassen … das war für uns ebenso wichtig wie das fröhliche Spielen oder Armdrücken mit den Kindern“, zog Neugebauer ein Zwischenfazit nach fünf Stunden im Friedensdorf.  „Zu sehen, wie große Jungs mit den Kindern verstecken spielen, das macht Spaß“, ergänzt er. Es zeige, wie Besucher und Kinder sich aufeinander einlassen.

Auch Katharina Schramek, Mitarbeiterin des Friedensdorf-Bildungswerks erlebte die jungen Besucher als zugängliche und zugleich sensible Gäste bei dem für die meisten ersten Besuch an der Rua Hiroshima: „Es war schön, die jungen Frauen und Männer als Spielgefährten, verantwortliche Besucher und Spender begrüßen zu können.“ Das Bildungswerk bietet jährlich über 100 Seminare, darunter viele mehrtägige Begegnungen an. Anfragen zur Planung solcher Besuche sind für Schüler, interessierte Jugendliche und Gruppen aus Kirchengemeinden oder Vereinen auch mit Blick auf 2018 bereits jetzt (Tel. 02064/49740) möglich.

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