Knapp 50 Mitglieder zwischen sechs und 72 Jahren waren dem Aufruf des Vorstands zum Jubiläum gefolgt (Foto: privat)

Mülheim. Wenn man es so will, ist die Hütte des Mülheimer Alpenvereins im schönen Abenden bei Nideggen auf knapp 190 Metern Meereshöhe das höchstgelegene Gebäude unserer Stadt, fungiert sie doch nunmehr seit einem halben Jahrhundert als „Botschaft“ der Mülheimer Bergfreund/innen für ihr Bergsport- und Naturschutz-Engagement im Rurtal. Als Unterkunfts- und Ausbildungsstätte blickt das urige Fachwerkhäuschen auf eine bewegte und interessante Geschichte zurück.

Im Sommer 1967 konnte die DAV-Sektion Mülheim dort nach viel ehrenamtlichem Arbeitseinsatz die ersten Gäste beherbergen. Letztlich war die Hütte für die Mülheimer seinerzeit aber die „kleine Lösung“, nachdem Bemühungen, eine eigene Hochgebirgshütte in den Hohen Tauern zu bauen, an fehlenden finanziellen Mitteln gescheitert waren. In ihren Anfangsjahren wurde das Haus sogar als Mülheimer Sportstätte von der Stadt gefördert. Denn das Rurtal bot mit seinen Kletterfelsen beste Möglichkeiten, heimatnah Berg- und Natursport auszuüben.

So war die Hütte mit ihren 28 Schlafplätzen Refugium für Kletter-, Natur- und Wanderbegeisterte und brachte es zu Spitzenzeiten auf gut 700 Übernachtungen im Jahr. Sicherheitsaspekte ließ die Sektion die Bettenanzahl auf 18 reduzieren, da die Schaffung zusätzlicher Fluchtwege für das denkmalgeschützte Haus nicht realisierbar war. Schließlich führten die aktuellen Brandschutzbestimmungen dazu, dass der Alpenverein die Hütte zum Ende des vergangenen Jahres als Unterkunftshaus vorübergehend schließen musste.

Das hielt die Sektion aber nicht davon ab, das 50-jährige Bestehen der Hütte im Juli gebührend zu feiern. Knapp 50 Mitglieder zwischen sechs und 72 Jahren waren so dem Aufruf des Vorstands zum Jubiläum gefolgt und verbrachten einen aktiven Tag bei bestem Wetter, zunächst ganz sportlich beim Wandern oder Klettern, nachmittags dann am Haus beim Hüttenfest. Und der Vorstand hatte Positives zu vermelden. Mit Abschluss der baulichen Maßnahmen in diesem Sommer wird die Hütte mit dann noch zwölf Schlafplätzen in diesem Jahr ihren Betrieb wieder aufnehmen können.

Neben Kursen für Mitglieder in den Bereichen Bergsport und Naturschutz soll die Hütte dann auch Freizeit- und Erholungsangebote unterschiedlichster Prägung beherbergen. Auch als alternativer Ort für Tagungen und Seminare, wenn einmal nicht WLAN und Mobilfunkverbindungen im Vordergrund stehen sollen, bietet sie sich an. Ferner werden hier erholungssuchende Familien, die eine nahe und preiswerte Möglichkeit suchen, einen aktiven Kurzurlaub zu verbringen, einen optimalen Ausgangspunkt finden.

Ob die Mülheimer Eifelhütte allerdings dauerhaft ihren Status als höchstgelegenes Gebäude der Stadt behält, bleibt abzuwarten, überlegen die Mülheimer Alpenfreund/innen doch gerade, die Böseck-Hütte in der Goldberggruppe (A) von der DAV-Sektion Hagen zu übernehmen. Das auf knapp 2.600 Metern Meereshöhe gelegene Haus dürfte dann allerdings diesen Status wohl auf Dauer innehaben.

InfoKlick: info@alpenverein-muelheim.de

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