Wie hier beim Lilien-Puzzle waren Abenteuerlust und Geschicklichkeit bei den Jungpfadfindern gefragt (Foto: DPSG Bezirk Niederrhein-Nord | Martin Deckers)
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Alpen/Niederrhein. Abenteuer sind der inhaltliche Schwerpunkt der zweitjüngsten Altersstufe bei den Pfadfindern – den Jungpfadfindern. Was es bedeutet diese Erfahrungen nicht nur im gewohnten Umfeld der eigenen Gruppe zu machen und über den Tellerrand zu blicken, konnten die zehn- bis 13-jährigen Halstuchträger am Samstag beim regionalen Aktionstag „DragonBlue & seine Crew“ erleben, zu dem der Bezirk Niederrhein-Nord der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) alle Gruppen nach Alpen eingeladen hatte. Etwa 100 Kinder und ihre Leiter aus acht Stämmen waren in den Nepicks Garten gekommen um trotz Regen aber mit jeder Menge Spaß neue Freundschaften zu knüpfen.

Sich ausprobieren und dabei die Welt mit offenen Augen sehen, dazu möchte die Jungpfadfinderstufe Kinder ermutigen. Was zunächst als pädagogisches Konzept recht ambitioniert daher kommt, ist in der Praxis mit viel sichtbarer Freude und Enthusiasmus verbunden. In 13 unterschiedlichen Disziplinen wie „Kartoffel-Lauf“, einem überdimensionalen „Vier gewinnt“ oder einer „Flussüberquerung“ mit Teppichfliesen zählte für die in neun Gruppen agierenden Kinder auf dem Alpener Pfadfindergelände neben Geschicklichkeit vor allem der Gemeinschaftsgedanke und das Zusammenspiel der einzelnen Team-Mitglieder. Obwohl die Mannschaften quer durch die Ortsgruppen gemischt waren und die meisten Kinder sich vorher noch nie begegnet sind, arbeiteten sie mit Feuereifer daran ihr gemeinsames Ziel zu erreichen. Während in der Rätselrunde vor allem Köpfchen und Allgemeinwissen gefragt waren, kam es beim „Zeltnagel-Dart“ eher auf eine ausgefeilte Wurftechnik an. Dass dabei alle Mitspieler gleich wichtig waren und jeder etwas beizutragen hatte, war für die Pfadfinder -intern liebevoll „Juffis“ genannten Abenteurer selbstverständlich.

„Ich finde es total cool mal zu sehen, dass es noch ganz viele andere Pfadfinder gibt, mit denen wir gemeinsam etwas schaffen können“, fasste der elfjährige Anton aus Kalkar begeistert seine Erlebnisse zusammen. Denn nur, wenn die Gruppen zusammen die manchmal etwas kniffligen Herausforderungen angingen, erhielten sie einen neuen bunten Schnipsel, der aus ihrem anfangs noch farblosen und einfältigen Drachen ein farbenprächtiges und liebenswertes Sagenwesen werden ließ. „Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder lernen nicht nur zwischen schwarz und weiß entscheiden zu müssen“, erklärte Mit-Organisatorin Verena de Best die Absichten der Aktion. „Wir wollen eine bunte und vielfältige Gesellschaft, in der auch die Kleinen und die Benachteiligten ihren Platz haben.“ Die ehrenamtlich beim Bezirk als Jungpfadfinder-Referentin tätige de Best hatte zusammen mit ihrem zehnköpfigen Arbeitskreis etwa ein halbes Jahr lang die Aktion geplant.

Obwohl es den ganzen Tag nicht aufhörte zu regnen, tat das der Stimmung, der an ihren blauen Halstüchern erkennbaren Jungpfadfinder keinerlei Abbruch. Ganz im Gegenteil: zum Ende des Tages zettelten sie sogar noch eine riesige Wasserschlacht an, bei der keiner verschont wurde. Das trug schließlich auch zur sichtlichen Zufriedenheit des Vorbereitungsteams bei. Sich gegenseitig mit der eigenen Begeisterung anzustecken und Außergewöhnliches zu wagen ist nämlich ein ebenso wichtiger Teil pfadfinderischen Selbstverständnisses.

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