Oberbürgermeister Frank Meyer gratulierte dem Krefelder Alfons Schneider, der am Freitag 100 Jahre alt wurde (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)

Krefeld. Der Krefelder Alfons Schneider hat am 30. Juni sein 100. Lebensjahr vollendet. Oberbürgermeister Frank Meyer hat ihm zum runden Geburtstag die Glückwünsche der Stadt überbracht. Der Jubilar ist in Essen-Borbeck geboren und mit drei Schwestern aufgewachsen. Er besuchte die Volksschule und machte später eine Ausbildung zum Maschinenschlosser in der Firma Krupp in Essen. Nach einer kurzen Zeit als ausgelernter „Kruppianer“ wurde Schneider zum Arbeitsdienst verpflichtet und mit Beginn des Zweiten Weltkriegs einberufen. In Russland erlitt er eine schwere Verwundung durch Scharfschützen, die einen mehrmonatigen Lazarettaufenthalt nach sich zog. Nach dem Kriegsende kam er bis Mitte Juni 1945 in amerikanische Gefangenschaft in Remagen.

Auf seine spätere Ehefrau Mathilde traf Alfons Schneider erstmals Ende 1939, nachdem er für einen Monat in die Krefelder Kaserne verlegt wurde. Regelmäßige Besuche stattete er ihr erst ab Oktober 1944 ab. Im Juli 1947 schließlich heiratete das Paar, zog nach Krefeld-Fischeln und bekam 1952 einen Sohn. Ab 1946 war Schneider fünf Jahre lang Betriebsschlosser bei der Firma Crebonit in Krefeld und machte dort 1950 seine Meisterprüfung. Im Juli 1953 bekam der Maschinenschlossermeister eine Anstellung bei der Firma Rhode & Dörrenberg in Düsseldorf-Oberkassel. Dort war er zunächst Ausbilder in der Lehrwerkstatt, dann bis zur Schließung der Lehrwerkstatt deren Ausbildungsleiter, bevor er 1978 in Rente ging. Alfons Schneiders Hobby war das Singen. Seit 1949 war er lange Jahre aktiver Sänger und Schriftführer im Männergesangverein Cäcilia 1877 Fischeln.

Schneiders Ehefrau starb im Januar 2010. Aufgrund einer körperlichen Einschränkung musste der Senior schließlich drei Jahre später die Wohnung aufgeben und zog in das benachbarte Altenheim Saassenhof, dessen Umfeld ihm bereits seit mehreren Jahren als „Gastesser“ bekannt war. Unmittelbar nach seinem Umzug wurde Schneider dort Sommerfest-Schützenkönig. Im Januar besuchten hier auch drei seiner Lehrlinge ihren ehemaligen Ausbilder. Während der Jubilar bis vor zwei Jahren noch mit seinem Rollator seine morgendliche Runde in Fischeln bis zum Rathaus machte und mit vielen Bekannten ein „Pläuschchen“ hielt, verweilt er inzwischen lieber im Saassenhof und nimmt an den Freizeitangeboten teil. Bei den Mitarbeiterinnen erfreut er sich großer Beliebtheit, weil er immer noch gerne seine Späßchen macht. Seinen Geburtstag hat Alfons Schneider mit der Familie gefeiert, zu der neben seinem Sohn drei Enkel und eine Urenkelin zählen.

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