Dr. Martin Pronadl, neuer leitender Oberarzt des Zentrums für Interdisziplinäre Adipositasbehandlung an der HELIOS Klinik in Styrum (Fotos: HELIOS)

Oberhausen. Weniger Kilos auf der Waage – für Menschen mit extremem Übergewicht (Adipositas) ein scheinbar unerreichbares Ziel. Wenn konservative Maßnahmen wie Ernährungsberatung und Bewegungstherapie erfolglos bleiben, dann kann ein chirurgischer Eingriff den Betroffenen helfen, langfristig Gewicht zu reduzieren. Das Zentrum für Interdisziplinäre Adipositasbehandlung der HELIOS St. Elisabeth Klinik unterstützt Menschen im Kampf gegen die Kilos. Seit kurzem ist Dr. Martin Pronadl neuer Leiter der Anlaufstelle.

Laut Statistik ist jeder vierte Erwachsene in Deutschland krankhaft übergewichtig. Die Betroffenen sind durch die erhöhte Körperlast nicht nur in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, sondern leiden häufig auch unter Folgeerkrankungen wie etwa Diabetes, Bluthochdruck, Unfruchtbarkeit, Schlafapnoe oder Tumorerkrankungen. „Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, die von vielen Seiten betrachtet werden muss und in der Behandlung die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche erfordert“, sagt Dr. Martin Pronadl, neuer leitender Oberarzt des Zentrums für Interdisziplinäre Adipositasbehandlung an der HELIOS Klinik in Styrum. Dort arbeiten deshalb Chirurgen, Internisten, Ernährungsberater, Psychologen und Bewegungstherapeuten zusammen. Denn grundlegend für eine primäre Säule der Gewichtsreduktion ist eine Veränderung des gesamten Lebensstils. Die Ernährung muss verändert und die tägliche Bewegung sollte gesteigert werden – und das in aller Konsequenz. „In diesem Gesamtkonzept ist ein chirurgischer Eingriff eine Option, um langfristig  Körpergewicht zu verlieren. Dazu stehen Verfahren wie das Anlegen eines Magenbypasses, eines Schlauchmagens oder der Einsatz eines Magenbandes zur Verfügung“, so der Mediziner. Allen gemein ist die Wirkungsweise: Mit einer Verkleinerung des Magens und dem gewünschten Effekt einer Mangelverdauung ändert sich das Hunger- und Sättigungsempfinden, demnach reduziert sich die Energieaufnahme der Patienten.

Ob eine Operation in Frage kommt, hängt immer von der Höhe des Übergewichts, dem Essverhalten, von Begleiterkrankungen und der Erwartungshaltung des Patienten ab. Welche Eingriffsart angewandt wird, wird ebenfalls nach individuellen Faktoren entschieden. „Jede OP muss zudem in eine multimodale Therapie eingebettet sein. Die Patienten benötigen auch danach noch eine umfassende Betreuung. Der Weg zum Wunschgewicht und zu einem gesünderen Leben ist mit dem Eingriff nicht beendet“, erläutert Dr. Pronadl, der seine Patienten auf diesem Weg mit aller Tatkraft unterstützen will.

Der 50-Jährige ist Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie. Zuletzt war er kommissarischer Direktor des St. Joseph Krankenhauses in Essen-Werden, wo er als leitender Oberarzt in der Chirurgischen Klinik tätig war und das Adipositaszentrum Essen-Werden leitete. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Universität Essen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dr. Pronadl einen ausgewiesenen Spezialisten auf dem Gebiet der Adipositaschirurgie für unsere Klinik gewinnen konnten“, sagt Prof. Mike-Ralf Langenbach, Ärztlicher Direktor der HELIOS St. Elisabeth Klinik.

Terminhinweis: Jeden ersten Montag im Monat veranstaltet das Zentrum für Interdisziplinäre Adipositasbehandlung der HELIOS St. Elisabeth Klinik jetzt für alle Interessierten eine Arzt-Patientenveranstaltung, in dem die Mediziner die verschiedenen Operationsmöglichkeiten erläutern und über Konsequenzen und auch Risiken informieren. Zudem stehen die Experten bei Fragen zur Verfügung. Der erste Termin findet am Montag, 3. Juli 2017 um 19 Uhr im Konferenzraum im Erdgeschoss der Klinik, Josefstraße 3, statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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