Lukas Hirtz, Sprecher Die Linke.Duisburg (Foto: privat)

Duisburg. Nachdem gestern (27. Juni) im Zusammenhang mit dem polizeilichen Einsatz vom Sonntag gegen 19.40 Uhr auf der Reinerstraße in Bruckhausen auch Vorwürfe wegen des Einschreitens der Polizeibeamten erhoben wurden, hat die Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels unverzüglich ein kriminalpolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen aller strafrechtlich relevanten Aspekte eingeleitet. Ausgangspunkt der Auseinandersetzung vor Ort, war ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, den die Beamten ahnden wollten und nach Polizeimeldung in Widerstandshandlungen mündete. Im Zuge der Maßnahmen hatten sich bis zu 250 Personen auf der Straße versammelt.

Die Linke in Duisburg zeigte sich über die Übergriffe der Polizei in Bruckhausen und Äußerungen des OB schockiert. „Hier haben die Pressestelle der Polizei und der Noch-OB Link den RassistInnen Schützenhilfe geleistet“, empört sich Lukas Hirtz, Sprecher Die Linke.Duisburg „Unreflektiert wurde die Meldung über ein Tumultdelikt an die Presse gegeben und der Auflauf von 250 aufgebrachten Nachbarn von einem Parteifreund von Link als etwaige Migrationsgeschichte reduziert. Das nun an die Öffentlichkeit gelangte vermutbare Fehlverhalten des Polizeibeamten wurde ignoriert. Als Folge wird der Vorfall von Rechten in den sozialen Medien ausgeschlachtet. Sören Link spaltet hier die Stadtgesellschaft und arbeitet so gegen ganze Stadtteile. Eine Stadt für Alle kann unter diesem OB nicht entstehen.“

Im Nachgang zu den Tumultdelikten hat Sören Link die Nachbarschaft als asozial bezeichnet. Währenddessen sind Handyvideos von dem Vorfall im Netz verbreitet worden, wie ein Polizeibeamter den Falschparker von hinten würgt. Im Hausflur soll der Mann dann noch von Polizeibeamten unter anderem durch Tritte gegen den Kopf misshandelt worden sein, wie es Aufnahmen einer angebrachten Überwachungskamera zeigen.

„Jeder Mensch, der ein bisschen Anstand hat und überzogene Gewalt sieht, versucht dem Opfer von Gewalt zu helfen. Hinzu kommt das Gaffer-Symptom, das auf Autobahnen zu Staus führt. Daraus entsteht eine Dynamik, die überall zu einem solchen Auflauf geführt hätte. Dieses Tumultdelikt und vermutlich viele andere sind eine direkte Folge, der völlig kontraproduktiven ‚Null-Toleranz-Strategie’“, ergänzt Hirtz „Wir müssen mal ernsthaft darüber reden, wie Tumultdelikte verhindert werden. Dazu müsste es Deeskalationstrainings für Polizeibeamte geben, sowie verlorenes Vertrauen in die Polizei wieder hergestellt werden. Denn ganze Stadtviertel scheinen die Polizei nicht als Beschützer, sondern als alltägliche Bedrohung zu erleben. Dazu schlagen wir eine deutliche Aufstockung der Bezirksbeamten, die in ihrem Bereich bekannt und geschätzt sind, aber auch die Kennzeichnungspflicht vor.

Auch Fehltritte der Polizei müssen juristisch verfolgt werden. Wir fordern eine umfassende Aufklärung der Vorfälle und wünschen allen Geschädigten dieses Vorfalls eine schnelle Genesung.“

Hintergrund: Polizeimeldung vom 26. Juni um 0.05 Uhr

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