Kartendarstellung Breitbandversorgung 2017 / 2020 (© Stadt Duisburg)

Duisburg. Bis 2020 wird Duisburg flächendeckend mit schnellem Internet ausgestattet sein. In den kommenden drei Jahren wird die Übertragungsgeschwindigkeit stadtweit bei mehr als 90 Prozent der Haushalte und Gewerbebetriebe zwischen 80 und 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) liegen. Das ist Ergebnis eines sogenannten Markterkundungsverfahrens, das die Duisburg CityCom (DCC) im Auftrag der Stadt Duisburg und mit Unterstützung des Duisburger Unternehmens iNNOWiSE durchgeführt hat.

„Der Anschluss an ein breitbandiges Netz wird in Kürze einen ähnlichen Stellenwert haben wie die Versorgung mit Energie und Wasser“, sagt Oberbürgermeister Sören Link. „Unser Ziel ist es, die Digitalisierung in Duisburg schnell voranzutreiben, um die damit verbundenen Chancen innovativ für eine lebenswertere Stadt zu nutzen. Schnelle Übertragungsnetze legen dafür den Grundstein.“

Schnelles Internet für alle 160 Schulen

Zu einer flächendeckend guten Internetversorgung in Duisburg gehört in einem digitalen Zeitalter auch, dass alle Schulen im Stadtgebiet an das schnelle Internet angeschlossen sind. Die insgesamt 160 Schulen werden durch den zuvor beschriebenen Ausbau und ergänzend im Rahmen des Projektes „Gute Schule 2020“ mit schnellen Datenleitungen versorgt. Dazu gehört auch, dass die 55 weiterführenden Schulen alle einen Glasfaser-Anschluss  erhalten. Vier Schulen, die nach derzeitigem Stand nicht von den Ausbauplänen profitieren können, werden gesondert von der DCC mit schnellen Internetleitungen ausgestattet.  „Lernen im digitalen Zeitalter bedeutet, auch in der Schule den Herausforderungen und Anforderungen einer digitalen Welt zu begegnen und Kinder und Jugendliche im Umgang mit ihr bestmöglich auszubilden. Deshalb ist es so wichtig, alle Schulen in Duisburg mit schnellem Internet auszustatten“, sind sich OB Link und Bildungsdezernent Thomas Krützberg einig.

In den vergangenen Monaten hat die DCC mit Hilfe von Fördermitteln des Bundes den aktuellen Stand der Internetversorgung in Duisburg untersuchen lassen und die Ausbauvorhaben bei allen Providern abgefragt. Auf Basis dieser Erhebung liegt erstmals eine  detaillierte Auswertung vor, die zeigt, welche Bandbreite in welchen Straßen ankommt, wo es Versorgungsengpässe und unterversorgte Gebiete gibt.

Dabei hat sich deutlich gezeigt, dass Duisburg schon heute flächendeckend gut versorgt ist. Nur in 4,7 Prozent der Haushalte und damit bei 4,5 Prozent der Einwohner liegt die zur Verfügung stehende Übertragungsgeschwindigkeit aktuell unter 30 Mbit/s – diese Datenübertragungsrate legt die Bundesregierung derzeit als Grenze für die Förderfähigkeit für Ausbauvorhaben fest.

„Weiße Flecken“ mit Hilfe von Fördermitteln erschließen

Die Analyse der Internetversorgung in Duisburg hat weiterhin ergeben, dass auch nach dem privatwirtschaftlichen Ausbau der Telekommunikations-Infrastruktur bis 2020 in bestimmten Gebieten weiße Flecken verbleiben würden. Dabei handelt es sich überwiegend um Gewerbegebiete. In einem sogenannten Interessensbekundungsverfahren wurde daher bei Providern erfragt, ob sie im Falle einer öffentlichen Förderung einen Ausbau realisieren würden. Die Ergebnisse hierzu zeigen, dass auch diese Gebiete mit dafür notwendigen Fördermitteln in Höhe von rund 12 Millionen Euro privatwirtschaftlich ausgebaut werden könnten. Der hierzu notwendige Förderantrag für eine Glasfaser-Anbindung wird aktuell erstellt.

Zudem ergab das Abfrageverfahren bei allen am Markt konkurrierenden Providern die Zusage eines Anbieters, dass alle neu zu erschließenden Wohn- und Gewerbegebiete in Duisburg mit Glasfaserleitungen angebunden werden sollen, so dass in diesen Gebieten eine noch deutlich höhere Übertragungsrate möglich sein soll.

Nächster Schritt: Entwicklungskonzept für Gigabit-Bandbreiten

Darüber hinaus nimmt die Stadt Duisburg bereits heute den weiteren Ausbau von Übertragungsnetzen mit noch höheren Bandbreiten ins Visier. Denn die durch viele Experten geteilte Einschätzung, dass der tatsächliche Bandbreitenbedarf in den nächsten Jahren rasant ansteigen wird, führt zu der Notwendigkeit, schon jetzt mit weitergehenden Planungen für eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur zu beginnen. Zur Entwicklung eines Konzeptes für eine sogenannte „Next Generation Access“ (NGA)-Breitbandversorgung konnte die Stadt Duisburg mit Unterstützung der DCC jetzt weitere Fördermittel des Landes NRW in Höhe von 150.000 Euro akquirieren.

Das NGA-Entwicklungskonzept soll als Leitlinie für künftige politische und wirtschaftliche Entscheidungen dienen, um den Bürgerinnen und Bürgern ein zukunftsfähiges Wohn- und Arbeitsumfeld zu bieten und somit auf die Breitbandherausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein. Dies gilt besonders im Hinblick auf die Ansiedlung von Unternehmen und die damit verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen. Das zu entwickelnde Konzept verfolgt das Ziel, mittelfristig für das gesamte Stadtgebiet eine Breitband-Versorgung mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von einem 1 Gbit/s und mehr zu erreichen.

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