Das Projekt Berufskolleg-Campus in Moers (Grafik: Kreis Wesel)

Moers/Kreis Wesel. Hauptthema des Kreis-Ausschusses für Bauen und Abfallwirtschaft am Dienstag war die fortgeschriebene Planung des Projektes Berufskolleg-Campus Moers (BCM).

Als erfreulichen Auftakt überreichte Thorsten Kamp, Beigeordneter der Stadt Moers, als zuständige Bauaufsicht für das Campus-Projekt, dem verantwortlichen Vorstandsmitglied der Kreisverwaltung, Helmut Czichy, den positiven Bescheid zur Bauvoranfrage. Die Verwaltung legte unter Mitwirkung von Dagmar Grote (Architekturbüro Farwick&Grote) und des Projektsteuerers die weiter konkretisierte Planung sowie die angepasste Kostenrechnung vor.

Eric Bruske (Assmann-Gruppe) führte aus, dass die  Anpassung der Kosten nicht so sehr einer geänderten Planung zuzuschreiben, sondern vielmehr einem stark gestiegenem Baupreis-Index geschuldet seien. Gegenüber der letzten Kostenschätzung im Juni 2016 bis heute machte die Baupreissteigerung gemäß Statistischem Bundesamt etwa 2,4 Mio. € aus, die Hochrechnung bis zum Abschluss der wichtigsten Bauvergaben im Frühjahr 2018 lassen noch einmal ca. 3 Mio. € Preissteigerung erwarten. Ab dann sind die Preise bis zur Fertigstellung vertraglich fixiert.  Mit ca. 1,9 Mio. € sei ein geringerer Teil der Kostensteigerung dadurch entstanden, dass man nach dem endgültigen Bodengutachten mehr Bodenaustausch und zu entsorgendes Material habe als ursprünglich geplant. Insgesamt nimmt das Campus-Projekt mit allen notwendigen Anpassungen, Konkretisierungen und Risikopositionen nunmehr ein Herstellungskosten-Volumen von 101 Mio. € ein. Bruske erklärte als Ursache für die steigenden Baupreise die Tatsache, dass die Baubranche sowieso seit Jahren boomt und zusätzlich von Seiten der öffentlichen Hand viele Förderprogramme im Baubereich, vor allem zur Sanierung von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden aufgelegt wurden. „Da ist sehr viel Geld auf dem Markt, und die Preise werden nun mal am Markt bestimmt, auch wenn wir es in diesem Fall lieber günstiger hätten“, so Bruske.

Vorstandmitglied Helmut Czichy betonte: „Das Projekt Berufskolleg-Campus in Moers ist und bleibt ein Zukunftsprojekt und eines, das der Nachhaltigkeit verpflichtet ist. Einsparungen beim Bau, die zu deutlichen Mehrkosten im laufenden Betrieb führen, widersprechen dem Nachhaltigkeitsgedanken. Damit würden wir die Folgejahrzehnte unbotmäßig belasten!“  Erfreulich sei, dass man sich in einem konstruktiven, kontinuierlichen Austausch mit den Schulen befinde. Hier habe man flexibel auf Änderungswünsche eingehen können. Da habe sich auch gezeigt, dass die billigere Variante nicht immer auch die günstigere und vor allem nachhaltigere Alternative ist.

Dagmar Grote beantwortete fachkundig alle kritischen Nachfragen der Ausschussmitglieder. Sie erklärte, dass die gewählte Ziegelvariante im Gegensatz zum pflege- und wartungsintensiven Wärmedämm-Verbund-System ein Material sei, das Jahrzehnte überdauere. Sie führte aus, dass man immer den Abnutzungsunterschied zwischen einem Privathaus und einem öffentlichen Gebäude bedenken müsse. Insgesamt sei man zufrieden mit dem Verlauf der Planungsfortschritte. Die permanente Kontrolle der einzelnen Schritte sowie die eher konservative Kostenfortschreibung haben sich bewährt.

Wenn der Kreistag in seiner Sitzung am 13.07.2017  der Empfehlung des Ausschusses für Abfallwirtschaft und Bauen folgt, ist die Verwaltung bereit, im Herbst diesen Jahres die ersten Gewerke aus zuschreiben und im Frühjahr 2018 mit der Grundsteinlegung in die konkrete Bauphase einzusteigen. „Mein Lob gebührt hier meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die trotz teilweise kräftigem Gegenwind das Projekt in der Spur gehalten haben“, so Czichy.

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