Der ehemalige Nationalspieler Tim Wollthan und die Nachwuchs-Hoffnung Ben Reibel, beide vom SV Bayer Uerdingen, freuen sich auf das Länderspiel im Badezentrum (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation)

Krefeld. Erstmals nach 40 Jahren kommt es am Samstag, 1. Juli, um 19 Uhr, zu einem Wasserball-Länderspiel der deutschen Herren-Nationalmannschaft in Krefeld. Das Team von Hagen Stamm trifft im Rahmen von „50 Jahre Bockumer Badezentrum“ auf Frankreich. Während die Deutschen die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Budapest verpasst und dadurch im Sommer „frei“ haben, bereiten sich die Franzosen auf die WM vor. „Sie sind voll darauf fokussiert und werden Vollgas geben“, sagt Jens Christoph Pech, Leistungssport-Referent für die Sparte Wasserball im Deutschen Schwimm-Verband. Es wird also ein spannendes Aufeinandertreffen im Badezentrum, hoffentlich mit Krefelder Beteiligung: Ben Reibel vom SV Bayer Uerdingen steht im Kader, muss aber im Vorfeld noch das Okay der Ärzte nach seinem Innenbandriss im Wurfarm erhalten.

Bei der Ausrichtung des Länderspiels kann sich der Deutsche Schwimm-Verband auf starke Partner verlassen: Der Fachbereich Sport und Bäder arbeitet Hand in Hand mit dem SV Bayer und der SV Krefeld zusammen, Unterstützung kommt auch von der Sparkasse Krefeld, die dafür sorgt, dass die technischen Voraussetzungen erfüllt werden können. „Wir haben auf Vereinsseite viel Know How im organisatorischen Bereich, was internationale Wettkämpfe angeht. Zudem stellen wir und die SVK Personal für die Zeitnahme, Protokoll, Torrichter und das Catering“, schildert Tim Wollthan, selbst ehemaliger Nationalspieler, von Bayer. Hilfe, die der DSV gerne annimmt, wie Pech versichert: „Wir freuen uns sehr, nach so langer Abstinenz wieder hier zu sein. Die Region ist ein Herzstück des deutschen Wasserballs, sie hat es verdient, solch ein tolles Spiel geboten zu bekommen.“

Warum es seit 1977, damals fand zum zehnjährigen Geburtstages des Badezentrums ein Nationen-Turnier statt, zu keinem Länderspiel mehr in Krefeld gekommen ist, ist nicht bekannt. „Das Bad ist toll und verfügt über beste Bedingungen“, sagt Gábor Bujka, Badleiter und Trainer der Mannschaft der SV Krefeld.

Wie hungrig die Krefelder auf das Spiel sind, können sie beweisen: Bis zu 600 Zuschauer werden auf der Tribüne erwartet, vor allem in den Wassersport-Vereinen dürfte das Interesse groß sein. Auch wenn die Wasserball-Nationalmannschaft seit Jahren nicht ganz vorne mit spielt. Zweimal wurden die Olympischen Spiele verpasst, und, wie schon geschildert, auch die WM findet ohne deutsche Beteiligung statt. „Der Anspruch muss sicherlich ein anderer sein“, sagt Reibel, der als Nachwuchsspieler aber noch in seine Rolle hineinwachsen will. „Wir fahren eine Doppelstrategie: Bei der kommenden EM wollen wir mindestens ins Viertelfinale und uns damit für die WM qualifizieren. Die olympischen Spiele in Tokio 2020 sind mittelfristig das Ziel. Dafür bauen wir auf einen Kader mit einem Mix aus erfahrenen Spielern, ohne sie geht es nicht, und jungen Nachwuchs-Cracks. Sie sind dann die Basis für das Erreichen der Spiele 2024“, gibt Pech die Ziele vor.

Tickets gibt es für drei (ermäßigt) und sieben Euro in den Geschäfststellen der SVK und von Bayer sowie an der Abendkasse.

Besucher des Bades sind übrigens dazu aufgerufen, Fotos und andere Dokumente dem Fachbereich Sport und Bäder zu leihen, die an die vergangenen fünf Dekaden mit rund 23 Millionen Badegästen erinnern. Diese werden im Herbst Teil einer Ausstellung im Foyer des Bades. Wer etwas in seinem Fundus hat, kann Dieter Porten (Telefon 02151 863412 oder dieter.porten@krefeld.de) oder das Personal des Badezentrums ansprechen.

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