Oberbürgermeister Schranz und die Oberhausener Delegation an einem beliebten Treffpunkt gegenüber dem Rathaus in Saporishja: Desbina Kallinikidou, Uwe Wilzewski, Daniel Schranz, Marita Wolter, Silvia Nannen, Frank Lichtenheld, Boris Schwarzmann und Harald Willert (Foto: privat)

Oberhausen. Vom 8. bis 11. Juni hat Oberbürgermeister Daniel Schranz mit einer Delegation Oberhausens ukrainische Partnerstadt Saporishja besucht. Aufgrund des Konflikts in der Ostukraine konnte in den letzten fünf Jahren keine offizielle Delegation aus Oberhausen nach Saporishja reisen, was nun jedoch wieder möglich ist.  Anlass für den Besuch war das gemeinsame Projekt „Bürgerbeteiligung in Oberhausen und Saporishja“, das mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit in diesem Jahr durchgeführt wird.

Nachdem im März die ukrainische Projektleitung zu einem Arbeitstreffen in Oberhausen war, hat am 9. Juni in Saporishja ein Forum mit über 100 Teilnehmern stattgefunden. Dort hat Oberbürgermeister Daniel Schranz zum Thema „Warum beschäftigt sich Politik mit Bürgerbeteiligung?“ gesprochen und die Oberhausener Leitlinien ebenso vorgestellt wie den Bürgerrat. Silvia Nannen (Stadtplanung) und Uwe Wilzewski (Stadtentwicklung) haben praktische Beispiele für Bürgerbeteiligung in Oberhausen präsentiert.

Die Besucher aus Oberhausen hatten während ihres Aufenthalts zahlreiche Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Dabei konnten sie neue Kontakte schließen, alte Kontakte vertiefen und sich ein Bild von der aktuellen Situation in der Partnerstadt  machen.

Oberbürgermeister Daniel Schranz war zuletzt 2002 in Saporishja. Vor einem Jahr hatte er auf der Partnerschaftskonferenz in Oberhausen seinem Kollegen Vladimir Buryak versprochen, ihn in Saporishja zu besuchen und die Beziehungen zwischen beiden Städten zu verstärken.

Schranz: „Seit meinem letzten Besuch 2002 hat sich sehr viel verändert. Das macht sich auch im Stadtbild bemerkbar. Nicht nur, dass die Leninstatue am Staudamm im März abgebaut worden ist und der berühmte Lenin-Prospekt nun Soborny–Prospekt heißt. Man sieht auch zahlreiche Baustellen, moderne Bürogebäude sind entstanden und aktuell wird auch viel für das Erscheinungsbild der Stadt getan.“ Die Menschen hätten aber auch durch den Ostukraine-Konflikt sehr schwere Jahre hinter sich, so Schranz weiter. „Ich freue mich, dass wir mit Projektmitteln des Bundes in diesem Jahr so intensiv zum Thema Bürgerbeteiligung zusammenarbeiten können. Was sich in all den Jahren nicht verändert hat, ist die große Gastfreundlichkeit in unserer Partnerstadt.“

Auch der Chef der Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung, Frank Lichtenheld, war Teil der Delegation. „Oberbürgermeister Buryak ist sehr an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit interessiert, und wir konnten unseren Austausch, den wir letztes Jahr in Oberhausen begonnen haben, fortsetzen.“

Für Harald Willert, den Schulleiter des Sophie-Scholl-Gymnasiums, war es besonders wichtig, sich von der Sicherheitslage in der Partnerstadt zu überzeugen, denn sein Gymnasium pflegt einen Schüleraustausch mit der Schule 107.

Der nächste Baustein im gemeinsamen Projekt ist eine Fachkonferenz zum Thema Bürgerbeteiligung vom 27. Juni bis 1. Juli in Oberhausen. „Unsere Projektgruppe arbeitet schon fieberhaft an der Vorbereitung der Konferenz“, sagt Desbina Kallinikidou vom Büro für Interkultur.

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