Der stellvertretende Bürgermeister Ibrahim Arafat (2.v.r.) und Stadtdirektor Mohammes Majdoubeh (1.v.l.) empfingen im Rathaus von Beitunia Bürgermeister Christoph Fleischhauer (3.v.l.) und Paul Süßer (1.v.r.) (Foto: privat)

Moers. Quasi in doppelter Mission war Bürgermeister Christoph Fleischhauer im April im Nahen Osten unterwegs. Anlass war in erster Linie der Besuch der israelischen Partnerstadt Ramla zum 30. Jubiläum der Partnerschaft. Dass sie nicht nur äußerst lebendig ist, sondern sich auch noch inhaltlich weiterentwickelt, zeigt ein Projekt des Künstlers Rüdiger Eichholtz. Im Auftrag des Partnerschaftsvereins hat er einen Workshop zu Drucktechniken mit einer Förderschule und Kindern aus einer arabischen Schule organisiert. „Das Besondere war aber, dass am Ende alle zusammen Fußball gespielt haben – arabische und jüdische Schüler, Mädchen und Jungen, Behinderte und Nicht-Behinderte“, berichtet Bürgermeister Christoph Fleischhauer. „So etwas hätte es noch nie gegeben, erzählten uns die Lehrer. Das setzt einen Impuls für die weitere Zusammenarbeit der Schulen.“ Vergleichbares ist beim Gegenbesuch im Juli in Moers geplant, voraussichtlich mit der Justus-von-Liebig- und der Hilda-Heinemann-Schule.

Niederschwellig Dinge bewegen
Im Rahmen dieser Reise startete Bürgermeister Fleischhauer gemeinsam mit Paul Süßer, Vorstandsmitglied des Partnerschaftsvereins, auch eine Annäherung an Palästina. Finanziert von der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung besuchten sie die Stadt Beitunia in der Westbank. Nach einer durchaus abenteuerlichen Fahrt in einem Taxi erlebte Fleischhauer eine zunächst „von Neugierde, aber auch von Fremdheit geprägte Situation“. Ansonsten sei die Atmosphäre dort „normal“ gewesen. Die großen Probleme schilderten der stellvertretende Bürgermeister der 38.000-Einwohner-Stadt und einige Ratsmitglieder. Die Müllentsorgung, Wasserknappheit und die engen Grenzlinien bereiten die größten Sorgen. „Wir würden gerne niederschwellig Dinge bewegen. Wichtig ist auch, dass Beitunia als eigenständige Kommune wahrgenommen wird“, so das Fazit von Paul Süßer. Nun wolle man den politischen Auftrag erhalten, den Kontakt zu vertiefen. „Wichtig ist, dass die Menschen merken, wir haben sie nicht vergessen.“

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