Gudrun Tersteegen, Landtagskandidatin der Bündnis 90/Die Grünen für Moers und Neukirchen (Foto: privat)

Moers/Neukirchen-Vluyn. Nach dem sich der CDU-Landtagskandidat Ingo Brohl für den Wahlkreis Wesel IV am Ostermontag über das Ergebnis des Referendums in der Türkei kritisch äußerte, bezieht jetzt auch die Kandidatin der Grünen, Gudrun Tersteegen, Stellung.

„Die Mehrheit der hier in Deutschland zur Wahl gegangenen Türken haben für Erdogan und die Abschaffung der demokratischen Grundordnung gestimmt. Das wundert mich nicht, leider! Schaut man sich die Bildungs- und Armutsberichte der letzten Jahre an, den Trend zu Ausgrenzung und Rassismus und schaut man auf die entstandenen Parallelgesellschaften in manchen Städten, war es eine Frage der Zeit, bis der Frust sich derart Bahn brach. Da ist Integration schon lange gescheitert“, so die 54-jährige Werbetexterin Tersteegen aus Moers. Die Grünen-Kandidatin sieht dringenden Handlungsbedarf „als Gesellschaft und mit Hilfe der Politik. Aber Integration ist keine Einbahnstraße. Ich erwarte mehr Offenheit, Miteinander und Anstrengungen auch auf der Seite derer, die mit uns hier in Deutschland leben wollen.“

Nach Ansicht Tersteegens stand das Ergebnis zur Abstimmung über die Abschaffung der parlamentarisch-demokratischen Ordnung in der Türkei doch vorher schon fest. Freie und faire Wahlen waren das nicht, resümiert die Moerserin und fügt zukunftsorientiert hinzu: „Deshalb ein Bravo an die in Ketten gelegte Opposition. Fast die Hälfte aller Türken haben trotz monatelanger Verfolgung, Unterdrückung und Ausschaltung von freier Presse und Justiz gegen das Referendum gestimmt. Sie brauchen unsere Unterstützung auch in Zukunft. Und jetzt erst recht.“

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