Zerstörungen von Großflächenplakaten der Grünen im Krefelder Stadtgebiet (Foto: privat)

Krefeld. In der Nacht zu Montag wurden im gesamten Stadtgebiet die Hälfte der Bündnis 90/Die Grünen-Großflächenplakate teilweise mit grober Gewalt zerstört. Neben den Standorten am Stadthaus, am Hauptbahnhof und in Oppum, die komplett zerstört und auch Teile gestohlen wurden, sind nach Aussagen des Vorsitzenden und Kandidaten Karsten Ludwig die Standorte in Fischeln und Uerdingen von Vandalismus betroffen.

„Für uns Grüne als kleine Partei ist dies ein erheblicher Schaden, da die Plakatständer nicht wie bei den anderen Parteien gemietet, sondern selbst produziert und in unserem Eigentum sind“, erklärt Ludwig sauer. Es sei ein gezielter Angriff auf die Grünen, da an den Standorten alle Großflächenplakate der anderen Parteien nicht von Vandalismus betroffen wären, teilt der 24-jährige Partei-Chef mit. Karsten Ludwig mutmaßt, dass es wahrscheinlich mehrere Täter benötigte um die Holzrahmen, welche mit ca. 50 cm langen Heringen im Boden befestigt waren, zu zerstören. „Die Art der Zerstörung an den verschiedenen Standorten weißt auf eine organisierte Gruppe von Tätern hin. Ob es sich jedoch um türkische Nationalisten bei den Feierlichkeiten zum ‚Evet‘ oder um Personen aus einem anderen politischen Spektrum handelt, ist unklar. Auf Grund der Vielzahl und der Verteilung der Zerstörung über das Stadtgebiet gehen wir jedoch nicht von einem zufälligen Vandalismus aus“, so der Landtagskandidat für den Wahkreis 47 Viersen III/Krefeld I, der auch einen Zusammenhang mit den kritischen Aussagen des Bundesvorsitzenden Cem Özdemir zu den politischen Vorgängen in der Türkei nicht ausschließen möchte.

Mindestens ein Plakat sei irreparabel zerstört worden und kann im Wahlkampf nicht mehr aufgestellt werden. Dieses sei laut Ludwig, zusammen mit den Ausfallzeiten der anderen Großflächen an prominenten Standorten, ein deutlicher Nachteil für den Wahlkampf der Grünen, da die Plakatierung mit Großflächenplakaten ein wichtiges Standbein der Kampagne sei. Die Grünen haben eine Anzeige bei der Polizei gestellt, der Staatsschutz ermittelt.

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