Information und Diskussion im Möbellager der Caritas (Foto: privat)

Dinslaken. „Wir sind etwas älter als 2000 Jahre“. Mit dieser Aussage begann der Besuch der Jungen Union Dinslaken bei der Caritas am vergangenen Sonntag. Im Möbellager der Caritas informierte Caritasdirektor Michael van Meerbeck die JU-Mitglieder über die Arbeit der Caritas und wie sie christliche Werte in einer sich verändernden Welt zeitgemäß vertreten möchte.

Die zentralen Themen des Vortrages waren der Ursprung, die Strukturierung sowie Organisation und die Klientel der Caritas. Der Grundantrieb der Caritas sei, so van Meerbeck, der „zu leistende Liebesdienst an den Menschen, der jedem, unabhängig seiner Religion oder politischen Einstellungen zu Teil wird.“

Die Ressourcen für diesen Dienst erhält die Caritas in der Hauptsache aus erbrachten Leistungen, der Unterstützung der Glaubensgemeinschaft und Fördergeldern, mit denen sie zum Beispiel das neue Möbellager finanziert, um Bedürftigen besser helfen zu können. Vor allem die Finanzierung aus erbrachten Leistungen gegenüber der öffentlichen Hand berge ein gewisses Konfliktpotential. Denn die Caritas versteht sich als „Anwalt der Menschen“, der dann eingreift, wenn er Ungerechtigkeiten erkennt. Weshalb die Caritas nicht der Formel „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing“ folgen darf, sondern auch die Diskussion und Auseinandersetzung suchen muss. Diese Rolle haben die Väter und Mütter der Bundesrepublik der Wohlfahrtspflege zugeschrieben. Van Meerbeck thematisiert auch eine Verschiebung der sozialen Fürsorge in den gewerblichen- und staatlichen Bereich, die von der Landesregierung gefördert werde, wodurch sie die Stellung und die gesellschaftliche Aufgabenstellung der freien Träger, als Stütze der Gesellschaft, untergräbt. Ausdrücklich betont van Meerbeck, dass „der Staat hinter den freien Trägern zurückstehen“ müsse.

Ein weiteres wichtiges Thema für die JU-Mitglieder waren die Ehrenamtlichen, die sich in der Caritas engagieren und einbringen. Auch hier spiele die Freiheit eine wichtige Rolle, denn „Eigenverantwortung und Begleitung der Ehrenamtlichen für ihren Bereich sind wichtig für ein reibungsloses Funktionieren und das Finden von Lösungen“, betonte van Meerbeck.

Den Abschluss des Gesprächs bildete die Zukunftsfestigkeit der Caritas und wie sie alte Werte modern und zeitgemäß vertreten möchte. Das Wichtigste für die Caritas, so van Meerbeck, seien die Ziele „Befähigung zum Glück-sein, Freiheit von der Hilfe Dritter und Mündigkeit“, welche an die Menschen so gut es geht weitergegeben werden sollen. Denn die Caritas habe den Anspruch aktuell zu sein, doch „ohne diese Werte und den eigenen Glauben aufzugeben“, wie van Meerbeck nachdrücklich betonte. Dabei stehe vor allem die Mündigkeit im Vordergrund, denn es sei nicht die Aufgabe der Caritas oder des Staates in den gesamten Lebensablauf eines Menschen einzugreifen und diesen zu bestimmen, sondern „dem Menschen das abzunehmen, was er selbst nicht tragen kann und ihn zu befähigen es wieder selbst zu übernehmen“, so van Meerbeck.

Diese Werte werden auch bei der Integration von Flüchtlingen vertreten, was auch einen Aufgabenbereich der Caritas darstellt. Zu beobachten sei oft ein Aufeinanderprallen von unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Die geflüchteten Menschen und auch wir selbst brauchen Zeit für ihren Migrationsprozess. Van Meerbeck verdeutlichte „nur wenn wir Respekt vor der Freiheit des Anderen haben, können Schranken überwunden werden.“ Das passiere nicht von jetzt auf gleich, denn Integration braucht Zeit und Mittel, damit sie gelingt und „wenn aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird und wir die Menschen auf ein Leben in unserem Land vorbereiten, ist die Integration erfolgreich“ so van Meerbeck.

Abschließend betonte Marc Bootmann, Pressereferent der JU-Dinslaken „die Caritas ist ein wichtiger Arbeitgeber und eine Stütze der Gesellschaft, die ihre Aufgaben zuverlässig und engagiert erfüllt. Sie leistet eine gute Arbeit bei der Unterstützung von Bedürftigen und der Integration von Flüchtlingen und bietet den Bürgern dabei eine Möglichkeit sich ehrenamtlich zu engagieren. Dies dürfe man nie aus den Augen verlieren, weshalb die Junge Union Dinslaken der Caritas ihre Unterstützung zusichert und weitere gemeinsame Veranstaltungen planen wird.“

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