Michelle Hatari betreibt die Kampfsportart seit ihrem achten Lebensjahr (Foto: pottMEDIA "Glagla“)

Mülheim. Mit „Local Hero“ starten der Mülheimer SportService und der Mülheimer Sportbund eine neue Serie für talentierte Sportler. Denn es gibt viele tolle Sportlerinnen und Sportler in Mülheim. Einige haben das Talent und den Willen nach ganz oben zu kommen.

Sie trainieren hart und geben alles, um ihr Ziel zu erreichen. Diese Sportler sind die „Local Heroes“. Unter diesem Motto sollen sie den Mülheimerinnen und Mülheimern vorgestellt werden und Vorbilder für neue junge Sportler und Sportlerinnen sein.

Vier „Local Heroes“ sollen jedes Jahr portraitiert, als auch in einem kurzen Film vorgestellt werden. Es entsteht ein Kampagnenbild, ein Dokutext sowie ein Videoportrait.

Die erste Sportlerin ist Michelle Hatari – eine Boxerin. Ihr Video wurde am Wochenende bei der medl-Nacht der Sieger zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Zudem wurden bereits große Werbewände mit ihrer Kampagne aufgehängt (z.B. Ecke Kaiserstraße/Südstraße) sowie Kampagnenposter an vielen Sportorten aufgehängt.

InfoKlick: http://localheroes.muelheim-ruhr.de

 

Das halbe Leben eine Boxerin – Michelle Hatari betreibt die Kampfsportart seit ihrem achten Lebensjahr

Michelle Hatari ist 16 Jahre alt und boxt bereits ihr halbes Leben lang. Schon ihr Vater frönte diesem hochtechnischen und hochtaktischen Sport. Die ganze Familie ist Fan des Boxens und so war die Wahl für die Tochter des Hauses naheliegend. „Ich war früher übergewichtig und wollte abnehmen“, erinnert sich Michelle. „Ich hab´ mit Turnen angefangen aber dann gemerkt, dass mir ein Sport mit kämpferischen Elementen besser gefällt. „Zum Boxen bin ich durch meinen Vater gekommen.“ Der kannte den Vorsitzenden des Boxclubs Mülheim-Dümpten und gab seiner Tochter den Tipp: „Geh´ doch ´mal hin.“ „Das hab´ ich dann gemacht“, erinnert sich Michelle, „und gesagt, dass ich gerne boxen würde.“ So kam der erste Kontakt zu dem Verein zustande, dem Michelle bis zum heutigen Tag die Treue hält.

Über das Turnen zum Boxen

Zu Beginn waren sich die dortigen Verantwortlichen nicht wirklich sicher, was sie mit der Achtjährigen anfangen sollten, denn es gab bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrungswerte für einen solchen Fall. „Die Trainer kannten das noch nicht“, erklärt die junge Boxerin. „Bis dahin gab´s nur ein einziges Mädchen im Verein und die war auch nicht so jung, wie ich.“ Laufen und Seilspringen waren die ersten Aufwärm-Übungen, die Michelle absolvieren sollte – und es war ganz zu Beginn ein hartes Stück Arbeit. „Das hat gar nicht geklappt. Ich hatte kein bisschen Kondition. Nach fünf Minuten war ich schon kaputt und konnte einfach nicht mehr. Am Anfang musste ich oft meinen inneren Schweinhund überwinden, um überhaupt zum Training zu gehen. Es ist schon ziemlich deprimierend, wenn man immer alles falsch macht. Aber ich hab´s gelernt. Ich hab´ Kondition aufgebaut und Gewicht verloren.“

Ins Sparring mit zehn – der erste Kampf mit zwölf

Mit der Zeit wurde das Training dann immer intensiver. „Schattenboxen, Grundstellung – immer ein bisschen mehr“, erklärt sie. „Jetzt mach´ ich mehr mit Kraft und Schnelligkeit.“ Auch ins Sparring – also das Box-Training im Ring mit einem Trainingspartner – war zu Beginn tabu. „Erst, als ich die Grundstellung, den Ablauf der Schläge und die Deckung konnte und Kondition hatte und die Trainer der Meinung waren, dass ich so weit bin, durfte ich sparren.“ Zu diesem Zeitpunkt war Michelle Hatari dann immerhin schon zehn Jahre alt.

Hobby und Leidenschaft

„Boxen ist mein Hobby und meine Leidenschaft“, sagt sie und man glaubt ihr sofort. Die anfänglichen Berührungsängste haben sich ganz offensichtlich in Wohlgefallen aufgelöst. „Wir sind hier wie eine große Familie. Alle helfen sich. Das sind quasi alle meine Brüder und wir lernen alle voneinander.“ Michelle ist dabei unzweifelhaft sehr fleißig. „Meinen ersten Kampf hab´ ich mit zwölf gemacht.“ Mittlerweile erkämpfte sie sich zahlreiche Erfolge – darunter die Titel der Nordrhein- und NRW-Meisterin – belegte im vergangenen Jahr den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften und wurde dieses Jahr sogar Deutsche Vize-Meisterin.

Hohe Ziele und noch viel Zeit, sie zu erreichen

Wie soll´s weitergehen? „Ich mache jetzt Fach-Abitur und möchte dann zur Polizei“ – schildert Michelle Hatari ihre sehr konkreten Zukunftspläne für ihr Leben außerhalb des Sports. Auch was das Boxen angeht, ist die Richtung klar: „Ich will natürlich weitermachen und immer erfolgreicher werden: Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.“ Nach eigener Aussage kann die Mülheimer Vorzeige-Boxerin bis zu einem Alter von „30 oder 32“ auf höchstem Niveau boxen. Ihr bleibt also noch viel Zeit, um ihre sportlichen Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Viel Erfolg!

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