Duisburg. Die Kindertagesstätte Herz-Jesu in Duisburg-Neumühl ist in die Jahre gekommen und der Umbau für die U3-Betreuung mit neuer Möblierung hat im letzten Jahr viel Geld gekostet. Nun waren im Außenbereich die alten Holzspielgeräte morsch und mussten abgebaut werden. Eine Erneuerung des Spielplatzes sollte auch noch die letzten Rücklagen der KiTa und des Trägers verschlingen.

Die Kita-Leiterin Hildegard Jellißen wandte sich daher hilfesuchend an Pater Tobias und sein Projekt LebensWert, als klar wurde: Die alten Holzspielgeräte sind morsch, müssen abgebaut werden, und für neue fehlt das Geld. Zwar hatte man bereits Spenden erhalten, von Firmen, von Gemeindemitgliedern, und auch bei den Kinderfesten war immer etwas zusammengekommen „aber das war nicht mehr als der Grundstock“, sagt Hildegard Jellißen. Es fehlten 10 000 Euro. Der Pater versprach sofort Hilfe.
 
Für die Kinder bedeutet ein Spielplatz, Kontakt mit anderen und teilhaben zu können, sich ihren Talenten und motorischen Fähigkeiten entsprechend zu entwickeln und dabei Sozialverhalten zu lernen. Dies ist ein Baustein im Schutz vor einem weiteren gesellschaftlichen Abstieg der nächsten Generation. Das Projekt LebensWert unterstützt dies aktiv mit der Leiterin Barbara Hackert vom Kinderhilfsprojekt „KiPa-cash-4-kids“, die für das Fundraising zuständig ist.

Viele private Freunde und Förderer, Firmen und auch  „Ein Herz für Kinder“ konnten gewonnen werden. Auch die  KiPa-cash-4-kids-Spendenläufer um Pater Tobias, mit seinen fünf Flüchtlingen, die er seit einem Jahr trainiert, gingen am 5. Juni beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg mit insgesamt 12 Spendenläufern an den Start über Staffel, Halbmarathon und Marathon. Hildegard Jellißen hatte die jungen Männer eingeladen, um sich zu bedanken. Denn, dass die Kinder auf dem Kita-Spielplatz wieder klettern, rutschen und toben können, ist auch ein Verdienst der drei Syrer. Gemeinsam mit Pater Tobias und weiteren Flüchtlingen aus Syrien und Guinea laufen sie Marathon, und sammeln dabei Spenden – unter anderem für Kinder im Duisburger Norden.

Fünf Trainingseinheiten pro Woche

Vor zehn Jahren hat Pater Tobias den Marathon für sich entdeckt, mittlerweile trainiert er fünfmal pro Woche und absolviert acht bis zehn Läufe über 42,195 km pro Jahr. Auf den 2552 Wettkampfkilometern, die er bis heute zurückgelegt hat, darunter 100-Kilometer und 56 km-Läufe, kamen etwa 300 000 Euro Spendengelder zusammen. Nun also machte er aus seiner Teilnahme beim Rhein-Ruhr-Marathon eine Aktion zugunsten der Kita. Neben seiner Mitarbeiterin Barbara Hackert und Unterstützern aus der Gemeinde waren auch die Flüchtlinge am Start.  „Es ist geschafft. 10.000 Euro haben wir gesammelt,“ so der Marathon-Pater, der besonders stolz auf seine Marathonläufer ist. Die Finanzierung ist gesichert, der Spielturm mit Rutsche und Sandaufzügen konnte aufgebaut werden.

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