Geku00e4mpft wurde von beiden Teams um jeden Quadratmillimeter Eis (Foto: Dinslakener Kobras)

Dinslaken. Sie hatten es sich so sehr vorgenommen und gewünscht. Doch am Ende des Freitages blieb nichts als Ernüchterung. Denn die Kobras unterlagen bei den Eisadlern Dortmund mit 2:4 (1:0; 1:2; 0:2). 

Diese Niederlage ist in mehrfacher Hinsicht bitter für die Giftschlangen. Erstens wollte Trainer Sikorski an alter Wirkungsstätte mit seiner neuen Mannschaft mit Sicherheit als Sieger das Eis verlassen, zweitens ist nun eine Siegesserie gerissen, drittens verlor man gegen einen direkten Konkurrenten um die Plätze, die zur Meisterrunde berechtigen und musste – viertens – diesen durch die Niederlage in der Tabelle auch noch an sich vorbeiziehen lassen. 

Dementsprechend konnte man im Vorfeld berechtigterweise von einem „Sechs-Punkte-Spiel“ sprechen. Doch leider schienen die Dinslakener dem Druck an diesem Abend nicht gewachsen.

Das es in dieser Begegnung um viel ging, offenbarte sich dem Zuschauer von der ersten Spielminute an. Gekämpft wurde von beiden Teams um jeden Quadratmillimeter Eis, wobei der spielerische Glanz größtenteils auf der Strecke blieb. Beide Mannschaften konnten sich Chancen erarbeiten, die leichte Mehrheit hatten dabei die Gäste. Viel Verteidigungs-Verkehr vor den beiden Gehäusen machte es den Stürmern immer wieder schwer, den Puck über die Torlinie zu befördern. So war es nicht verwunderlich, dass der erste Treffer des Tages einem Konter entsprang. Tom Goldmann sah den an der eigenen blauen Linie zentral freistehenden Philipp Heffler und schickte diesen mit einem genauen Pass auf die Reise. Zwar wurde seitens eines Eisadler-Verteidigers versucht, Heffler an einem Torschuss zu hindern, doch die Nummer 7 konnte sich gegen ihn und Marius Dräger durchsetzen und brachte die Kobras erstmalig in Führung. Bei diesem Spielstand ging’s zum ersten Pausentee.

Der Mittelabschnitt verlief zunächst genauso, wie das erste Drittel aufgehört hat. Leichte optische Überlegenheit der Gäste, die diese aber nicht in einen weiteren Torerfolg ummünzen konnten. Einen Blackout-Moment der Kobra-Defensive nutzten die Hausherren dann zum 1:1-Ausgleich. Doch noch zeigten sich die Dinslakener unbeeindruckt, zumal ihnen die 2:1-Führung durch Michal Plichta nur gut 90 Sekunden später wieder mental den Rücken stärkte. Die Kobras erarbeiteten sich weitere gute Möglichkeiten, wobei ihnen auch in der ein oder anderen Situation ein wenig das Scheibenglück fehlte. Mehrfach ergaben sich Situationen, bei denen die Dinslakener sich nicht nur den Torschuss, sondern auch 4-5 Nachschüsse erarbeiteten, doch der Puck wollte einfach nicht über die Torlinie. Die Eisadler schafften es immer wieder, ein Körperteil oder Schläger in die Schussbahn zu bringen. Und manchmal versprang eben auch einfach nur die Scheibe.

Die Wende im Spiel brachte dann das 2:2 der Eisadler, erzielt ausgerechnet von Trainersohn und Ex-Kobra Sebastian Schmitz. Auch bei diesem Treffer machte die Verteidigung der Gäste keine gute Figur, denn der Torschütze wurde auf seinem Weg zum Gehäuse viel zu wenig attackiert und hatte dann kaum Mühe, Lukas Schaffrath zu überwinden. Die Stadionuhr hielt um 37:09 bei diesem Tor an. Von nun an wirkten die Gäste wie paralysiert, was bis zum Spielende andauern sollte.

Im Schlussabschnitt nutzten die Eisadler den Zustand des „angeschlagenen Boxers“ bei den Kobras und bestimmten mehr und mehr das Spielgeschehen. Die Kobras mühten sich redlich, doch nichts wollte mehr so funktionieren wie in den Abschnitten 1 und 2. Trotzdem fiel der Führungstreffer der Hausherren in einer Phase, in der man nicht unbedingt mit einem Eisadler-Erfolg rechnen musste. Der Spielaufbau eines Dinslakener Verteidigers wurde im gegnerischen Drittel abgefangen, schnell nach vorne gepasst und ein Schuss, der wahrscheinlich meterweit neben das Gehäuse von Lukas Schaffrath gegangen wäre. Eisadler-Kapitän Felix Berger hielt seinen Schläger so geschickt in die Flugbahn der schwarzen Hartgummischeibe und ließ Lukas Schaffrath keine Abwehrmöglichkeit. Dies geschah in Spielminute 48. Knapp 3 Minuten später machten die Hausherren mit einem Treffer von Miles Steinschneider, der nicht unhaltbar schien, endgültig den Sack zugunsten der Westfalen zu.

Was bedeutet diese Niederlage für die Kobras? Zunächst einmal ist es sicherlich ein Rückschlag in Bezug auf den direkten Einzug in die Meisterschaftsrunde. Aber verloren ist noch gar nichts. Die Liga ist von einer so hohen Leistungsdichte, dass Jeder Jeden schlagen kann und wenn sich eine Mannschaft eine Schwächephase von 2-3 Spielen erlaubt, kann dies schon eine Menge Plätze kosten. Neben Dortmund sind derzeit noch die Luchse Lauterbach und die Hammer Eisbären auf Schlagdistanz zu den Kobras. Und Letztgenannte sind am 23.12. der Gegner der Giftschlangen in der Schlangengrube. Dann gibt es ein weiteres Endspiel um den Einzug in die Meisterrunde – vielleicht mit dem Start einer neuen Siegesserie.

 

Eisadler Dortmund – Dinslakener Kobras                4:2 (0:1; 2:1; 2:0)

Torschützen Dortmund:                                                  Licau, Schmitz, Berger, Steinschneider
Torschützen Dinslaken:                                                  Heffler, Plichta

Strafminuten Dortmund:                                                 6
Strafminuten Dinslaken:                                                 8

Zuschauer:                                                                     262

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