Xanten/Niederrhein. Für viele Jugendliche, darunter zahlreiche Pfadfinderinnen und Pfadfinder, ist es mittlerweile zur Tradition geworden: Am Dienstag nach dem dritten Advent kommen sie mit Kerzen und Laternen nach Xanten, um das Friedenslicht aus Bethlehem in Empfang zu nehmen. So zeigte sich Weihbischof Wilfried Theising auch am 13. Dezember beeindruckt von dem Bild, das sich ihm im Viktor-Dom bot: So viele Jugendliche und Betreuer waren gekommen, dass rund um den Altar selbst auf dem Boden die Sitzplätze knapp wurden.

„Ihr seid gekommen“, sagte Theising, „um etwas aus Bethlehem mit nach Hause zu nehmen. Ein kleines, unscheinbares Licht, das trotzdem die Welt verändern kann und das von der Liebe und dem Frieden erzählt, die von Christus gekommen sind.“ Viele Menschen auf der ganzen Welt würden sich den Frieden wünschen, ergänzte der Weihbischof, „heute gehören wir zu dem großen Netz des Friedens, der Liebe und des Lichtes.“ Er forderte die Kinder und Jugendlichen auf, mit dem Friedenslicht hinaus in die Welt zu gehen. „Überlegt euch, wo ihr ein Licht sein könnt, nehmt das Licht in eure Herzen und euer Leben auf und bringt es anderen Menschen“.

An den Niederrhein gekommen war das Licht dank der Pfadfinder der Niederrhein-Bezirke der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und dem Xantener Stamm der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG). Martin Deckers von der DPSG freute sich über den regen Zuspruch. „Es ist immer wieder schön, dass zur Aussendungsfeier in Xanten nicht nur Pfadfinder, sondern auch viele andere Jugendverbände und Gemeindemitglieder kommen, die hier gemeinsam feiern. Das zeigt, wie vielfältig und bunt diese Aktion ist. Hier sind Gruppen vom ganzen Niederrhein zu Gast, die das Licht nun in ihre Gemeinden bringen.“

Eine „schöne Aktion“ sei die Aussendung des Friedenslichtes, fanden Theresa (26) und Nils (16) von den Pfadfindern aus Emmerich. Wenn es dunkel im Dom wird und dann das Licht von Kerze zu Kerze weitergereicht wird, „da bekommt man Gänsehaut“, sagte Theresa. Am Wochenende wollen die Pfadfinder am Rhein das Licht von Haus zu Haus bringen und zudem nach den Gottesdiensten in den Gemeinden verteilen.

Zum ersten Mal war Carolin (17) aus Moers dabei. Sie ist, genau wie ihre Freundin Annika Messdienerin und lobte nach der Aussendung die „tolle Atmosphäre“ im Xantener Dom. Das gemeinsame „Vaterunser“ mit so vielen anderen Jugendlichen zu beten, das sei sehr beeindruckend gewesen, berichtet sie. Mit Laternen will sie das Friedenslicht nach Moers bringen.

Mia (15), Meike (14) und Jannik (18) vom Pfadfinderstamm Weeze-Kervenheim hat die Feier, so die einhellige Meinung, „super gefallen“. Während einige aus ihrer Gruppe schon mehrfach dabei waren, gab es auch Neulinge, für die die Aussendungsfeier eine Premiere war. „Das hat Spaß gemacht, besonders, dass wir alle zusammen das Pfadfinderlied ,Flinke Hände, Flinke Füße‘ gesungen haben. Das zeigt, dass wir eine große Gemeinschaft sind“, berichtete Mia.

Die Aussendungsfeier, musikalisch gestaltet von der effata-Band aus Münster, nutzten die Jugendlichen, um sich mit einem langen Applaus von Wilfried Theising zu verabschieden. Die Pfadfinder überreichten dem Weihbischof, der als neuer Offizial nach Vechta wechselt, eine Laterne. Theising bedankte sich sichtlich erfreut: „Ich liebe Kerzen und verspreche euch, dass die Laterne einen ganz besonderen Platz bekommen wird, so dass bei mir immer ein Licht vom Niederrhein brennt.“

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