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Bu00fcrgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt (Foto: privat)

Kamp-Lintfort. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein arbeitsreiches, turbulentes und spannendes Jahr bei der Stadt Kamp-Lintfort neigt sich dem Ende zu. Viele kleine und große Highlights haben uns in den vergangenen Monaten bewegt.

Zum Beispiel die Landesgartenschau: Die große Begeisterung und das große Engagement der Bewerbungsphase haben wir in Strukturen überführt. Zum einen haben wir den Förderverein gegründet. Wolfgang Roth als Vorsitzender und sein Vorstandsteam haben zusammen mit den Mitgliedern die vielfältigen Aktivitäten der Bewerbungsphase gebündelt, entwickeln neue Ideen und werben aktiv auf vielen kleinen und großen Veranstaltungen für unsere LaGa. Dazu an dieser Stelle meinen herzlichen Dank. Zum anderen haben wir die Landesgartenschau-GmbH gegründet. Hier hieß es in den vergangenen Monaten: Schreibtischarbeit. Fördermittel und -wege auftuen, viele Gespräche in den einzelnen Ministerien führen, erste strategische Leitplanken setzen zum Beispiel im Marketing und vieles mehr. Erster Meilenstein ist der Landschaftsplanerische Wettbewerb. Nach dem Preisgericht Ende Januar 2017 werden wir uns ein erstes Bild machen können, wie die Parkanlagen zur LaGa aussehen werden. Den Siegerentwurf werden wir Ihnen in guter Tradition wieder in einer Arena vorstellen. Erste neue Impulse auf dem Zechengelände gibt es schon: Die Starterzentrum Dieprahm GmbH, eine städtische Tochtergesellschaft, hat das ehemalige Magazingebäude saniert, umgebaut und an die Hochschule Rhein-Waal vermietet. Damit haben wir als Stadt die erste Ankernutzung auf der Fläche initiiert und hoffen, dass davon viele weitere Impulse ausgehen werden.

Im Rahmen der LaGa-Planungen gibt es auch positive Neuigkeiten in Sachen Bahnanschluss. Wir freuen uns sehr, dass unsere hartnäckigen Bemühungen der vergangenen Jahre Früchte tragen und der Verkehrsverband Rhein-Ruhr (VRR) das Projekt zusammen mit uns jetzt angehen will. Bis zur Landesgartenschau wollen wir einen Pendelbetrieb installieren, der möglichst zeitnah nach der LaGa in einen Regelbetrieb übergehen soll.

Auch ein weiteres Großprojekt steht vor einem nächsten Meilenstein: die Neugestaltung des Rathausquartiers. In diesen Tagen haben die Abrissarbeiten für das CityParkhaus begonnen. Wenn die Arbeiten voraussichtlich im März 2017 abgeschlossen sind, beginnt der Rückbau der Bunten Riesen. Davon sind auch die Flüchtlinge und ihre Familien betroffen, die wir in den vergangenen Monaten dort unterbringen konnten. Mit der Erweiterung des Übergangswohnheims an der Friedrichstrasse schaffen wir derzeit neue Unterbringungsmöglichkeiten. Da wir in den nächsten Wochen allerdings mit neuen Zuweisungen rechnen, brauchen wir zusätzliche Wohnungen, insbesondere für Familien. Hier sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Dank der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, dem „Runden Tisch Flüchtlingshilfe“, der Kleiderkammer und unserer Alltagsbegleiter haben wir es bisher geschafft, die Flüchtlingssituation zu stemmen. Damit das auch weiterhin so bleibt, benötigen wir zusätzlichen Wohnraum.

Sie sehen, liebe Bürgerinnen und Bürger, die Projekte sind vielzählig, an denen wir arbeiten, damit Kamp-Lintfort lebens- und liebenswert bleibt. Das geht leider nicht ohne das liebe Geld. Während die vorgenannten (einmaligen) Investitionsprojekte LaGa, Stadtumbau und Bahnanschluss größtenteils vom Land gefördert werden, fehlen dagegen ausreichende Mittel für die laufenden Kosten für Soziales, Jugend, Sport, Kultur etc. Nach wie vor bekommen wir Kommunen seit Jahren nicht genügend finanzielle Mittel vom Land und vom Bund, um die Aufgaben zu stemmen, die uns von beiden auferlegt werden. Deshalb sehen wir keine andere Möglichkeit, als im nächsten Jahr die Steuern zu erhöhen. Dieser Schritt ist weder der Verwaltung noch dem Rat leicht gefallen. Um die hohe Lebensqualität für eine Kommune unserer Größe allerdings zu erhalten und weiterhin handlungsfähig zu bleiben, ist dieser Schritt jedoch notwendig. Denn nur so können wir gemeinsam dazu beitragen, dass Kamp-Lintfort weiterhin so lebens- und liebenswert bleibt, wie sie ist, und ihren Weg in die Zukunft findet.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest und viel Erfolg und Gesundheit für 2017.

Herzlichst

Ihr
Christoph Landscheidt, Bürgermeister

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