Chefarzt Dr. Ingo Bu00f6cker gibt wissenswerte Infos rund um die Grippe-Impfung (Fotos: HELIOS)

Rhein-Ruhr. Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ein Gefühl wie „erschlagen“ – so äußert sich oftmals eine Grippe, hervorgerufen durch Influenzaviren. Bei sehr schweren Verläufen kann sie gefährliche Erkrankungen wie Mittelohr-, Herzmuskel- oder Lungenentzündungen nach sich ziehen. Schutz davor bietet die Grippe-Impfung.

Dr. Ingo Böcker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin der HELIOS St. Elisabeth Klinik Oberhausen, beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den helfenden Piks. 

 

Impfen oder nicht impfen – für wen ist die Grippeimpfung sinnvoll?
Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Impfung für alle Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Auch für Patienten mit chronischen Erkrankungen, wie Diabetiker, Herz- oder Nierenkranke, deren Immunsystem bereits geschwächt ist, macht sie Sinn. Zudem sollten sich Personen, die in Berufen mit viel direktem Kontakt zu anderen Menschen tätig sind, durch eine Grippe-Impfung schützen und verhindern, dass sie zu selbst zur Ausbreitung beitragen. Dazu zählen Mitarbeiter in Kliniken, Schulen und Kindergärten. 

Ist man mit einer Impfung dauerhaft geschützt?
Leider nein. Das Influenzavirus verändert sich immer wieder, weshalb Jahr für Jahr im Frühjahr ein neuer saisonaler Impfstoff zusammengestellt wird. Ihren Höhepunkt erreicht die Grippewelle meist in der Zeit von Januar bis März. Wer sich also davor schützen möchte, sollte dies jetzt noch tun, denn es dauert ca. zehn bis 14 Tage bis der Impfschutz einsetzt. Allerdings kann es sein, dass der Virus in der Zwischenzeit schon wieder mutiert ist, so dass die Garantie eines 100-Prozentigen Schutzes nie ganz gegeben ist. Sollte man trotz Impfung erkranken, dann verläuft die Grippe allerdings häufig nicht so gravierend.

Woran erkennt man den Unterschied zwischen einer starken Erkältung und einer Grippe?
Eine Grippe wird allein durch die Influenzaviren hervorgerufen, Erkältungen entstehen aufgrund von mehr als 30 verschiedenen Erregern. Der fühlbare Unterschied besteht in der Dramatik der Symptome. Eine Erkältung kann sich über Tage hinweg anschleichen, während man eine Grippe recht schnell spürt. Die Patienten leiden an hohem Fieber, fühlen sich total geplättet und können kaum das Bett verlassen. Dann sollte man allerdings einen Arzt aufsuchen.

Hat die Impfung Nebenwirkungen?
Die Injektionsstelle kann nach der Impfung schmerzen, rot werden und anschwellen. Weitere Nebenwirkungen fühlen sich an wie eine leichte Grippe – Fieber, Frösteln oder Schwitzen sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Diese Beschwerden klingen in der Regel nach ein bis zwei Tagen ab.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?
Der Impfstoff wird auf Hühnereiweiß gezüchtet. Menschen, die an einer Allergie gegen dieses Eiweiß leiden, sollten daher vorher mit ihrem Arzt sprechen. Dieser kann ein eventuelles Risiko einschätzen. 

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