Daniel Fratz aus Brünen ist der Sieger des diesjährigen Rolli-Rennen beim 14. Halderner Volkslauf (Foto: privat)

Hamminkeln. Daniel Fratz aus Brünen ist der Sieger des diesjährigen Rolli-Rennen beim 14. Halderner Volkslauf. Seine Zeit konnte er gegenüber des Vorjahres noch verbessern. Im Interview spricht er über Teamgeist, Teilhabe und Formel 1.   

Daniel, Du konntest deine Zeit beim Rollstuhlrennen im Rahmen des Halderner Volkslaufes im Vergleich zum Vorjahr noch verbessern. Wie hast Du das geschafft? 
Ich schaue viel Formel 1, da habe ich mich beim Start so positioniert, dass ich meinen Vorsprung in der ersten Kurve direkt ausbauen konnte. Taktik ist alles (lacht). Aber wir haben im Vorfeld auch viel trainiert und mein Ziel war es, meine Zeit vom Vorjahr zu verbessern (Anmerk. d. Red.: Von 7:20 Minuten auf 6:42 Minuten).  

Das ist Dir geglückt. Herzlichen Glückwunsch dafür. 
Danke. Ich habe bei der Zieleinfahrt aber noch gar nicht so darüber nachgedacht. Ich war erstmal K.O. und erleichtert, dass ich es geschafft habe. Erst als mir alle gratulierten, habe ich realisiert, dass ich das Rennen gewonnen hatte. 

Was war das dann für ein Gefühl, Erster zu sein? 
Es hat mich sehr gefreut. Ich bin aber Sportsmann und hätte den Sieg auch jedem anderen gegönnt. Es ist einfach toll als Rollstuhlfahrer dabei sein zu können und Teil eines Teams zu sein. Hier sind wir den Organisatoren vom Lauftreff Haldern und der Lebenshilfe Unterer Niederrhein sehr dankbar, dass die uns das ermöglichen.  

Die Organisatoren haben bei der Veranstaltung schon angekündigt, dass es das Rollstuhlrennen auch 2017 wieder geben soll. Wirst Du dann auch wieder teilnehmen? 
Wir möchten alle wieder teilnehmen. Einige Rolli-Fahrer sind auch in meiner Rollstuhltanzgruppe. Als wir uns nach dem Halderner Volkslauf getroffen hatten, waren wir uns einig: nächstes Jahr wieder! Wir wünschen uns, dass wir jetzt immer mitmachen können und ein Teil der Veranstaltung sind. 

Welche weitere Unterstützung wünscht Ihr Euch da? 
In diesem Jahr waren mehr Zuschauer vor Ort als letztes Mal. Die haben das Rennen verfolgt und uns angefeuert. Das war sehr motivierend. Hier wünschen wir uns mehr Werbung, sodass noch mehr Leute zuschauen oder direkt beim Rollstuhlrennen mitmachen.  

Mehr Teilnehmer bedeutet aber auch eine größere Konkurrenz für Dich. 
Es ist, wie gesagt, eine tolle Gemeinschaft. Und das beschränkt sich nicht nur auf das Rollstuhlrennen. Einige von uns konnten im Rahmen einer Arbeitsbegleitenden Maßnahme unter der Leitung von Alwin Heister in der Lebenshilfe Werkstatt in Rees trainieren und sich auf das Rennen vorbereiten. Damit konnten wir unser Level angleichen. Diesen Wettbewerb wünsche ich mir für solch ein Rennen. 

Welche Voraussetzungen müssen die Rollstuhlfahrer denn für die Strecke mit sich bringen?  
Die Kondition ist wichtig. Die Strecke hält ein paar Hindernisse und Herausforderungen parat. Im Training konnten wir uns darauf vorbereiten und unsere Zeiten ständig verbessern. Es ist aber auch wichtig, dass die Strecke gut für uns Rollstuhlfahrer präpariert ist. Es dürfen keine Löcher oder Hindernisse auf dem Weg sein. Wir wollen Vollgas geben und sind sehr auf das Rennen fixiert. Wir achten dann nicht unbedingt auf unsere Umgebung.  

Ab wann gilt der „Rennmodus“? 
Kurz vor dem Start. Dann steigt die Anspannung und man freut sich, dass es endlich soweit ist. Der Adrenalinspiegel steigt und dann heißt es nur noch ‚gib Gas‘. Von mir aus könnte es sofort weitergehen.  

Vielen Dank, Daniel, für das tolle Gespräch. Und viel Glück fürs nächste Jahr.  

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