"Die Welt hat sich seit Kyoto weiterentwickelt. Die alte Unterscheidung zwischen Industrie- und Entwicklungsländer müssen wir hinter uns lassen

Niederrhein/Paris. Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die seit dem 30. November 2015 in Paris stattfindet, geht in die entscheidende Schlussphase. „Im hinteren Drittel der Verhandlungen und letztlich auf der Zielgerade zu einem neuen Vertrag, versuchen die Taschenspieler unter dem Tisch ihre Spielchen zu spielen. Letztlich muss man aber wissen, dass wir hier nicht auf einem persischen Basar sind, sondern auf einer internationalen Konferenz, die am Ende seriöse Ergebnisse vorweisen muss“, kommentiert der CDU-Klimaexperte Karl-Heinz Florenz die aktuellen Verhandlungen.

„Bei dem finanziellen Engagement Europas ist unser Spielraum ausgeschöpft, jetzt müssen andere Länder, wie beispielsweise Saudi-Arabien, mehr Geld zur Verfügung stellen. Die großen Verkaufserfolge im Ölsektor der Saudis kreieren nicht zuletzt auch zu einem großen Teil unsere Probleme“, so der Europaabgeordnete Florenz vom Niederrhein.

Eine heftige Debatte findet derzeit beim Ambitionsniveau statt: einen Anstieg der weltweiten Temperatur auf 1,5 oder 2 Grad Celsius. Dies ist insbesondere für kleine Inselstaaten eine Überlebensfrage: „Bei der Frage der Absenkung des 2-Grad-Ziels kann man sich eine Lösung vorstellen. Europa ist hier verhandlungsbereit“, fasst Florenz zusammen.

„Transparenz und Kontrolle sind entscheidende Themen für Europa. Nur so können wir sicherstellen, dass die CO2-Zusagen eingehalten werden und wir auch wissen, wie die zur Verfügung gestellten Mittel verwendet werden. Ambitionierte Ziele alleine sind nicht ausreichend; einen Mechanismus zu haben, dorthin zu gelangen, das ist ausschlaggebend“, sagt Florenz.

„Die Welt hat sich seit Kyoto weiterentwickelt. Die alte Unterscheidung zwischen Industrie- und Entwicklungsländer müssen wir hinter uns lassen. Bestes Beispiel dafür sind Saudi-Arabien und China, die definitiv keine armen Entwicklungsländer sind, jedoch nach alter Lesart sich gerne noch in diese Kategorie einreichen wollen“, erklärt Florenz abschließend.

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