In der Nacht zu Samstag brannten wieder Heuballen auf der Weide von Hobbybauer Ingo an der Grenze Duisburg-Uettelsheim/Moers-Meerbeck (Fotos + Text: Christian Voigt/LokalKlick)

Moers/Duisburg. Zwanzig Minuten vor Mitternacht am Freitag, ein weiterer Adventstag neigt sich dem Ende: Ein letzter Blick durch die Terrassenfenster des Einfamilienhauses im Jupiterweg in der Meerbecker Planetensiedlung über die Felder am Gerdbach bis zu den Bauernhöfen in Duisburg-Uettelsheim an der Luisenstraße. Am alten Bahndamm, der Stadtgrenze zwischen Moers und Duisburg, wird ein Feuerschein entdeckt. Sofort wird wie am 18. Juli, als Teens 55 Heuballen beim Freizeitbauer Ingo van Laak anzündeten, die Feuerwehr gerufen (LokalKlick berichtete).

Die Familie van Laak steht um Mitternacht vor den Trümmern ihrer Existenz, während ein Dutzend Moerser Feuerwehrleute die rund 20 Ballen versuchen zu löschen. Zwei Einsatzwagen stehen mit zusammen 7.500 Liter Wasser zum Löschen bereit, auf beiden Fahrzeugen leuchten Flutmasten das Feld in Meerbeck aus. Die Blauröcke kämpfen mit C-Rohr und Mistgabeln zum Auseinanderziehen der Ballen gegen das Übergreifen der Flammen auf die Bäume und Büsche an der Weidegrenze. Dichter Rauch zieht durch die Baumkronen in Richtung Uettelsheimer See, einige Äste glimmen und werden sofort abgelöscht. Um 0.30 Uhr ist das Wasser verbraucht, beide Fahrzeuge rücken zur Nachfüllung ab. Das vollständige Löschen wird nach Aussagen eines Feuerwehrmannes noch bis in die Morgenstunden dauern. Van Laaks verlassen bedrückt ihre Weide, sie können nichts ausrichten.

Beim Ins-Bett-gehen sah Familie van Laak, die ihren Hof nur als Freizeitvergnügen betreiben um alten Arbeitstieren einen angenehmen „Ruhestand“ zu ermöglichen, das erneute Feuer. Der Schaden des Brandes, den Mitte Juli zwei 12 und 13 Jahre alte Jungen aus Moers legten, ist noch nicht reguliert. Die Versicherungen der Eltern ließen Fristen verstreichen, die Staatsanwaltschaft nahm neue Ermittlungen auf, bis Ende nächster Woche läuft eine neue Zahlungsfrist. Die Versorgung der 5 Pferde mit Heu und Stroh war bis jetzt knapp, Bauer Ingo hatte erst vor einer Woche die neuen 20 Ballen geliefert bekommen. Eigentlich sollten es 50 Ballen sein, aber es gab Schwierigkeiten. Beim Blick auf die erneuten Flammen erklärte der Hobbybauer von der Luisenstraße: „Nun müssen die Pferde weg, wir können nicht mehr.“  von Christian Voigt (Text + Fotos)

 

InfoKlick: Artikel zum Brand vom 18. Juli 2015 http://www.lokalklick.eu/index.php/ort/23-kreis-wesel/215-teens-zuendeten-heuballen-an-bauer-bangt-um-existenz

 

 

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