Mehr Engagement für Inklusion – Woche der Menschen mit Behinderung (Foto: Agentur für Arbeit Krefeld)

Krefeld/Kreis Viersen. Erfreulich stabil und aufnahmefähig zeigt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld auch im November dieses Jahres. Die Kräftenachfrage liegt mit 1037 neu zur Besetzung gemeldeten Arbeitsstellen weiter über dem Vorjahresniveau. Das lässt hoffen, dass das Jahr 2015 dann im Dezember mit einer guten Bilanz auf dem Arbeitsmarkt abgeschlossen werden kann.

Weiterhin aufnahmefähiger Arbeitsmarkt

Aktuell sind 23.021 Menschen in Krefeld und dem Kreis Viersen ohne Arbeit. Damit verringerte sich ihre Zahl gegenüber dem Vormonat um weitere 331 (minus 1,4 Prozent) und liegt weiter unter dem Vorjahresniveau (minus 145 oder minus 0,6 Prozent). 

In Betreuung der Agentur für Arbeit sind 6.546 Menschen ohne Arbeit, das sind 110 weniger als im Vormonat und 270 weniger als im Vorjahr. Die Jobcenter in Krefeld und im Kreis Viersen betreuen in der Grundsicherung (SGB II) 16.475 Arbeitslose, 221 weniger als noch im Oktober dieses Jahres und 125 mehr als im Vorjahr. 

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es viel Dynamik auf dem Arbeitsmarkt, die sich in den Zu- und Abgangszahlen widerspiegelt. So konnten im vergangenen Monat 4.389 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden (Vormonat 4.182; Vorjahr 4.490), 4.057 allerdings mussten sich auch neu oder wieder arbeitslos melden (Vormonat 4.116; Vorjahresmonat 4.125).

Die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt sich auch im Stadtgebiet Krefeld – die Arbeitslosenquote sinkt erneut um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat und sogar um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 10,5 Prozent. Ebenso im Gebiet des Kreises sinkt die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte, gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 6,7%.

Im Geschäftsstellenbezirk Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst) beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 5,2 Prozent (Oktober: 5,3%), im Geschäftsstellenbezirk Nettetal (Nettetal, Brüggen) 7,2 Prozent (Oktober 7,4%) und im Geschäftsstellenbezirk Viersen (Stadt Viersen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Willich) nun 7,2 Prozent (Oktober 7,3%).

Kräftenachfrage

Die Kräftenachfrage liegt mit 1.037 neu zur Besetzung gemeldeten Arbeitsstellen weiter über dem Niveau des Vorjahres. Gute Chancen für qualifizierte Arbeitskräfte gibt es weiterhin im Baugewerbe, in der Logistik und in den Verkaufsberufen. Auch das Gesundheitswesen bietet gute Perspektiven.

Mehr Engagement für Inklusion – Woche der Menschen mit Behinderung

„In diesem Monat konnten wieder fast alle Personengruppen von der positiven Entwicklung profitieren“, schaut Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, detailliert auf die Entwicklungen. Lediglich bei den Menschen mit Behinderung stagniert die Entwicklung. Dies ist für ihn eine kleine Enttäuschung, aber auch eine besondere Herausforderung. „Gerade unter der Gruppe der arbeitslos gemeldeten Menschen mit Behinderung ist das Qualifikationsniveau hoch. Hier müssen wir noch Vorbehalte der Arbeitgeber abbauen. Daran werden wir in der nächsten Zeit intensiv arbeiten“, kündigt er für die nähere Zukunft an.     

Von insgesamt ca. 170.000 Beschäftigten im Agenturbezirk Krefeld sind rund 5.800 schwerbehinderte Menschen (ca. 3,4 %). Aktuell gibt es in Krefeld und im Kreis Viersen 1.756 arbeitslose, schwerbehinderte Menschen (Krefeld: 868, Kreis Viersen: 888), 77 mehr als vor einem Jahr. Damit macht dieser Personenkreis einen Anteil von 7,6 % an allen arbeitslosen Menschen aus.

Menschen mit Behinderung verfügen in der Regel genauso oft über hohe berufliche Kompetenzen und Qualifikationen wie Menschen ohne Behinderung. Dennoch ist der Einstieg für Menschen mit Handicaps in den regulären Arbeitsmarkt oft schwieriger.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat deshalb vom 30. November bis 4. Dezember zum fünften Mal eine bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung gestartet. Fachkräfte der Arbeitsagenturen werben zum Beispiel in Gesprächen mit Arbeitgebern für mehr Inklusion im Arbeitsleben.

 „Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Strangfeld, „vor allem auch die Integration in den Arbeitsmarkt ist da ein besonders wichtiger Baustein. Auf der Basis ihrer guten Qualifikationen sind Menschen mit Behinderung in der Regel hochmotiviert. Insbesondere angesichts des Fachkräftebedarfs benötigen wir ihre Kompetenzen.“

Die Agentur für Arbeit unterstützt die Inklusion mit einer Vielzahl von Dienstleistungen und Programmen. Von der Berufsorientierung für Jugendliche über die Beratung von Unternehmen bis hin zu passgenauen finanziellen Hilfen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber leistet sie einen großen Beitrag zur Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt.

 „Bei uns, wie in allen Arbeitsagenturen, haben wir ein eigenes Team mit Beraterinnen und Beratern, die sich um die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen kümmern. Für Arbeitgeberfragen rund um das Thema der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung haben wir Experten, die mit den Arbeitgebern individuelle Lösungen bei speziellen Fragen erarbeiten. Es gibt eine ganze Reihe von Fördermöglichkeiten, um die Einarbeitung und Beschäftigung zu unterstützen. Das geht von finanziellen Zuschüssen bis hin zu Umbauten am Arbeitsplatz, die mit Hilfe unserer technischen Berater konzipiert werden, und aus den Mitteln des Ausgleichsfonds finanziert werden. Arbeitgeber sollten deshalb keine Hemmungen haben, diesen Personenkreis bei Stellenbesetzungen einzubeziehen“, erläutert Strangfeld.

Auch Frank Schnitzler ist davon überzeugt. Der Inhaber der Garten- und Landschaftsbaubetriebs Wilhelm Schnitzler GmbH aus Krefeld: „Die anfängliche Skepsis ist schnell gewichen. Wir haben einen motivierten und zuverlässigen Mitarbeiter dazugewonnen. Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit verlief sehr gut. Offene Fragen wurden umgehend geklärt. Für mich steht fest, ich würde heute die Entscheidung, einen Menschen mit einer Lernbeeinträchtigung einzustellen, genauso wieder treffen.“

Unternehmen erhalten weitere Informationen bei ihren persönlichen Ansprechpartnern im Arbeitgeber-Service oder unter der gebührenfreien Service-Rufnummer des Arbeitgeber-Service 0800 4 5555 20.

von links: Torben Krösch (Rehateamleiter Agentur für Arbeit Krefeld), Norman Bongartz (Mitarbeiter der Wilhelm Schnitzler GmbH), Dirk Strangfeld (Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld) und Frank Schnitzler (Geschäftsführer der Wilhelm Schnitzler GmbH) (Foto: Agentur für Arbeit Krefeld)
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