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Oberhausen/Dinslaken. Freitag um 6 Uhr am Düsseldorfer Flughafen: Um diese Uhrzeit gibt es selten im Jahr einen so großen Menschenauflauf vor den Toren des Düsseldorfer Flughafens, doch an diesem Tag wartet die Menschentraube auf ganz besondere Gäste. Eine Gruppe schwer erkrankter und verletzter Kinder aus Angola wird von der Hilfsorganisation Friedensdorf International zur häufig lebensnotwendigen medizinischen Behandlung nach Deutschland gebracht. Erst am Dienstag waren mit dem gleichen Flugzeug diejenigen Kinder in ihre Heimat zurückgekehrt, deren Behandlungen abgeschlossen sind. Mit ihnen sind fast 6 Tonnen Hilfsgüter nach Angola gelangt.

An diesem Freitag erfordert es zwar frühes Aufstehen und viel Arbeit, jedoch ist es allen Beteiligten wichtig, dabei zu sein und einen Beitrag zum Gelingen des Hilfseinsatzes zu leisten. „Jedes noch so kleine Detail ist wichtig. Das ist mir ganz deutlich bewusst geworden“, berichtet eine Mitfliegerin des Friedensdorfes, die zum ersten Mal dabei war. Viele der Anwesenden am Flughafen sind ehrenamtliche Unterstützer der Oberhausener Hilfsorganisation. Rettungskräfte helfen dabei, die kleinen Patienten in die bundesweiten Krankenhäuser zu bringen, die Verkehrsleitung des Düsseldorfer Flughafens organisiert einen komplikationslosen Ablauf nach der Landung und viele Ehrenamtliche und Praktikanten in der Heimeinrichtung packen ganz selbstverständlich an. Auch der japanische Arzt Dr. Yukihisa Yagura ist wieder dabei, um tatkräftig zu unterstützen – sogar schon zum 20. Mal. Der engagierte Mediziner, der in einer Klinik im nordjapanischen Hokkaido als Orthopäde arbeitet, hilft freiwillig bei der Erstversorgung der kleinen Patienten.

Die neuen kleinen, teils müden, teils aufgeregten Friedensdorf-Schützlinge kommen mit verbrannter und vernarbter Haut, entzündeten Knochen und grotesk verdrehten Gliedmaßen  und trotzdem mit viel Neugier. „Liegt in Deutschland schon Schnee? Kann man dort Fußball spielen?“, fragen sie die Begleiter. Ihre Leiden sieht man hierzulande fast nie oder nicht in diesem Ausmaß. Und doch gibt es immer noch viele Kinder in diesem Land, deren Hauptstadt Luanda als eine der teuersten der Welt gilt, die keine Chance auf medizinische Behandlung haben. Nur die wenigsten haben vom Erdöl- und Diamantenboom des Landes profitiert. Große Teile der Bevölkerung leben in Wellblechhütten, die stärkerem Regen nicht standhalten. Sie kochen am offenen Feuer vor ihrem „Haus“ und die wenigsten haben Zugang zu einer medizinischen Versorgung. Angola ist ein Land voller Gegensätze, denn die wenigen Reichen müssen sich um all das keine Sorgen machen. Es leiden die, die auf Hilfe von außen angewiesen sind – vor allem die Kinder. Solange sich das nicht ändert, sind das Friedensdorf und seine vielen Unterstützer weiter gefragt.

In diesem Sinne gilt der Dank des Friedensdorfes auch den kooperierenden Krankenhäusern, behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal, den Rettungsdiensten des BRK aus Ansbach und Miltenberg sowie des DRK aus Solingen, Sindorf und Ubstadt, der STOAG GmbH und der Verkehrsleitung des Düsseldorfer Flughafens, sowie den „Sternstunden“. Die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks hat einmal mehr einen Teil der Flugkosten mitfinanziert.

Ankunft am Düsseldorfer Flughafen (Foto: privat)

Seit 1967 hilft FRIEDENSDORF INTERNATIONAL verletzten und kranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten. Kinder werden zur kurzfristigen medizinischen Behandlung nach Europa geholt und weltweite Projekte verbessern die medizinische und humanitäre Versorgung in den Heimatländern. Die friedenspädagogische Arbeit des FRIEDENSDORFES fördert zudem soziales Bewusstsein und Engagement. Finanziert wird diese Arbeit nahezu ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen – sie ist als mildtätig anerkannt und trägt das DZI-Spendensiegel.

Spendenkonten (nur für Spenden, nicht für Teilnahmegebühren!):

Stadtsparkasse Oberhausen, IBAN: DE59 3655 0000 0000 1024 00

SWIFT-BIC: WELADED1OBH

Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe, IBAN: DE84 3525 1000 0000 1111 53

SWIFT-BIC: WELADED1DIN

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